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Investmentstatistik : Und die Deutschen kaufen doch Fonds

Bild: F.A.Z.

Deutsche lieben ihr Sparbuch, die Lebensversicherung und sonst nichts. Wie immer ist an solchen behauptungen etwas dran. Aber es ist nur die halbe Wahrheit.

          Investmentfonds sind in Deutschland nicht unbedingt ein Gesprächsthema. Das liegt an der sperrigen Materie, aber auch daran, dass Investieren kein Thema ist, bei dem jeder mitreden will und dass man hierzulande über Geld nun einmal nicht (gern) spricht.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dafür allerdings stecken die Deutschen vergleichsweise viel Geld in Investmentfonds. 2,2 Billionen Euro waren nach Daten des Bundesverbandes der Investmentgesellschaften (BVI) 2015 in Publikumsfonds investiert, was knapp 72 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Damit hält Deutschland locker mit Frankreich, Kanada und der Schweiz mit, in denen das in Fonds investierte Vermögen im Vergleich zur Wirtschaftsleistung eine ähnliche Größenordnung erreicht.

          Deutlich mehr haben nur die Niederländer (107 Prozent) und die Australier (125 Prozent) in den Anlagevehikeln stecken. Nicht wirklich rechnen kann man dagegen Luxemburg (6600 Prozent) und Irland (729 Prozent). Das sind typische Oasen, wo Fonds zwar ihre Heimat haben, aber nun einmal nicht unbedingt ihre Gelder einsammeln. Das trifft natürlich auch grundsätzlich für deutsche Fonds zu, doch werden diese erheblich weniger von Ausländern gekauft als luxemburgische oder irische Fonds. Insofern muss man diese Einschränkung bei den Daten gelten lassen.

          Interessanterweise neigen investmentfreudige Nationen wie Schweden, Großbritannien oder besonders die Vereinigten Staaten (26 Prozent) weniger zum Fondssparen – vielleicht weil man hier eher auch mal einzelne Aktien oder Anleihen kauft.

          Dass die deutschen Fonds mehr zugeneigt sind als man unbedingt erwarten würde, zeigt sich im Vergleich zu ähnlich konservativ gestrickten Nationen wie Dänemark (40 Prozent) und Österreich (49 Prozent). Wenig überraschend stehen die osteuropäischen Länder am Ende der Liste. Hier fehlt neben einer Investmenttradition auch vielfach die Fähigkeit dazu. 2,5 Prozent sind es in Griechenland, 7 Prozent in Polen. Vergleichsweise viel haben die Ungarn mit 15 Prozent in Fonds gesteckt – das ist noch mehr als Italiener und Portugiesen.

          In Deutschland haben die Fondsgesellschaften im Januar 2017 netto 4,7 Milliarden Euro für ihre offenen Publikumsfonds eingesammelt. Das ist der höchste Zufluss seit Oktober 2015. Weiter gefragt sind Mischfonds mit einem Aufkommen von netto 3,3 Milliarden Euro. Auch Immobilienfonds waren mit 1,2 Milliarden Euro sehr gefragt.

          Der Immobilienboom scheint immer mehr in der Allgemeinheit anzukommen, denn zuletzt hatten Immobilienfonds im Januar 2010 mit 1,7 Milliarden Euro ein höheres monatliches Neugeschäft verzeichnet. Aktienfonds flossen 0,8 Milliarden Euro zu, während Rentenfonds ebenso wie alternative Anlagefonds Abflüsse verbuchten. Man kann also auch konservativ sein und in Fonds anlegen.

          Quelle: FAZ.NET

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