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Umstrittenes Genussscheinmodell Superfund im Visier der Finanzaufsicht

Heftiger Gegenwind für Superfund: Der Wiener Hedgefonds muss sein Genussscheinmodell berichtigen. Betroffen sind Kundengelder in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

© dpa Vergrößern Hedgefonds-Guru und Hobby-Schauspieler: Superfund-Gründer Christian Baha

Christian Baha, dem schillernden Wiener Hedgefonds-Gründer, weht in Österreich heftiger Wind entgegen. Die dortige Finanzmarktaufsicht (FMA) sieht in der Verwaltung der im Rahmen eines Genussscheinmodells übernommenen Kundengelder ein Bankgeschäft. Dafür wäre eine Bankkonzession erforderlich. Das Modell wurde im Jahr 2004 geschlossen. Die betreffenden Kundengelder belaufen sich auf ein Volumen von rund 100 Millionen Euro.

Aus Sicht der FMA sind die Genussscheine gesetzeswidrig, weil sie keine Beteiligung am Unternehmen darstellen, sondern die Gelder verwaltet werden. Gelder dürfen jedoch nach der Rechtsansicht der FMA nur Banken entgegennehmen und auch verwalten. Allerdings ist die Gesellschaft keine Bank. Superfund will nun das Genussscheinmodell in Abstimmung mit der FMA anpassen, teilte Superfund am Dienstag dieser Zeitung mit. Zudem gibt es einen Antrag auf Fristverlängerung, so dass Superfund vermutlich ein längerer Zeithorizont bleibt als bis Jahresende. Kommt es zu keiner Lösung mit der FMA, müsste Superfund die Verwaltung der Genussschein-Gelder in Österreich einstellen und die Gelder an die Investoren zurückzahlen. Um dies abzuwenden, hat Baha nun mehrere Möglichkeiten: Eine dieser Optionen wäre, eine Bank einzubeziehen. Mit einer Banklizenz würde die Verwaltung von Kundengeldern kein Problem mehr darstellen.

Reich geworden sind die Anleger nicht

Seit Jahren verfolgt Baha die Idee, ein Geldhaus zu erwerben. Gut gefallen hätte ihm die österreichische Tochtergesellschaft der Schweizer Privatbank Vontobel. Die Gespräche seien an Vertragsdetails gescheitert, begründet Superfund. Nach einem Bericht des österreichischen Magazins „Format“ haben es sich die Schweizer aber anders überlegt, sie hätten einen Imageschaden befürchtet, heißt es.

Die FMA hat die Mitte der neunziger Jahre gegründete Superfund-Gruppe seit 2003 im Visier. Damals begann der frühere Polizist Baha sein riskantes Produkt auch Kleinanlegern anzubieten. Mit nennenswertem Werbeaufwand erreichte die Gesellschaft über die Alpenrepublik hinaus Bekanntheit. Zahlreiche Kleinanleger investierten danach. Reich geworden sind sie damit nicht. Hohe Wertzuwächse gelangen dem Management viele Jahre hindurch, seit 2003 aber kaum noch.

Ein Schlag für Superfund war, als das amerikanische Finanzunternehmen MF Global im Jahr 2011 zusammenbrach. Als Folge mussten Fondsanteile abgewertet werden. Superfund trifft zwar keine direkte Schuld, MF Global galt früher als solides Haus. Trotzdem dürfte die Insolvenz Anleger verunsichert haben. Deren Zahl schrumpfte genauso wie das Vermögen beträchtlich. Dennoch sitzen die rund ein Dutzend Superfund-Fonds noch auf einem Vermögen: Mehr als eine Milliarde Euro an Anlegergeldern befindet sich dem Vernehmen nach darin.

Kleiner Auftritt in Hollywood

Bereits vor fast acht Jahren hatte die Aufsicht Bedenken gegen die Genussscheine von Superfund - damals noch „Quadriga“ - angemeldet. Daraufhin stellte das Unternehmen mehrere Fonds nach Luxemburger Recht um. Die Gelder legt Superfund mittels eines computergesteuerten Programms auf der ganzen Welt in verschiedene Klassen an. Dabei setzt der Computer auf Trends am Finanzmarkt, die er verfolgt. Wenn etwa der Goldpreis über eine gewisse Periode steigt, wird in Gold investiert. Dreht der Trend, steigt Superfund ab 10 Prozent Verlust automatisch aus. Details darüber, wo investiert wird, gibt es nicht.

Dank seiner finanziellen Freiheitsgrade hat der Hedgefonds-Guru Baha in der Zwischenzeit andere Rollen probiert. Als Hobby-Schauspieler hat er es in Hollywood versucht: In „Wallstreet II“ hat der Wiener einen kleinen Auftritt in der Welt der Hochfinanz. In Österreich sind seine Auftritte seltener geworden. Superfund-Feste, wie sie früher oft rauschend mit allerlei Polit-Prominenz, wie dem ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Stargast, gefeiert wurden, finden - wohl auch aus Kostengründen - nicht mehr statt.

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Quelle: F.A.Z.

 
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