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Sonntag, 19. Februar 2012
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Umfrage Vermögensverwalter fürchten keine großen Rückschläge

18.09.2009 ·  Die Anleger sind und bleiben optimistisch. Das zeigt auch eine Umfrage unter unabhängigen Vermögensverwaltern. Sie raten zum Kauf von Aktien und Rohstoffen, vor allem in Asien und den BRIC-Staaten, und gehen von Inflation oder Stagflation aus.

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Die Anleger sind und bleiben optimistisch. Das zeigt auch eine Umfrage unter unabhängigen Vermögensverwaltern, die am Freitag veröffentlicht wurde. Die Aktienmärkte hätten den durch die Finanzmarktkrise ausgelösten Tiefpunkt gesehen, denken sie. Es werde keine weiteren drastischen Rückschläge an der Börse geben, heißt es weiter. Das heißt, der Dax werde nicht mehr unter die Marke von 4.400 Punkten fallen.

An der Umfrage des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (VuV) nahmen 64 Finanzexperten im Zeitraum vom 24.08. bis zum 02.09.2009 teil. „Rund 60 Prozent der Befragten gehen allerdings davon aus, dass die Finanzmärkte derzeit überhitzt sind“, so Günter T. Schlösser, Vorsitzender des Vorstandes des VuV. „In den vergangenen Monaten ist viel Kapital freigeworden, das nun bei dem sich abzeichnenden Aufschwung rasch investiert wurde. Ob die Fundamentalwerte die Kursgewinne in jedem Fall stützen, ist zweifelhaft.“

Auf Aktien und Rohstoffe setzen

Aktienfonds und Standardaktien seien auf Sicht von zwölf Monaten die aussichtsreichsten Anlageklassen auf Sicht von zwölf Monaten (Aktienfonds: 78 Prozent und Standardwerte: 81 Prozent, Nebenwerte 55 Prozent; Mehrfachnennungen möglich), hieß es weiter. Sie böten das beste Rendite-Risiko-Profil, erklären die Vermögensverwalter. Rohstoff-Anlagen (82 Prozent) und Unternehmensanleihen (67 Prozent) werden ebenfalls empfohlen. Dagegen raten jeweils über die Hälfte der Experten von Investitionen in Hedge Fonds, Private Equity und in Geldmarktfonds klar ab. „Gerade Hedge Fonds haben in der Krise an Glaubwürdigkeit verloren und ihr ursprüngliches Versprechen, gerade auch in einer Baisse Gewinne zu machen, nicht halten können“, erklärt Schlösser diese Umfrageergebnisse recht pauschal. Der Blick auf einzelne Produkte zeigt allerdings, dass es durchaus Fondsmanager dieser Art gibt, die den Markt selbst in einem schwierigen Umfeld um Längen schlagen können (siehe zum Beispiel: Clevere Fondsmanager nutzen ihre Chancen).

Asien ex Japan und BRIC-Staaten interessant

Mit Blick auf die Chancen in den einzelnen Ländern setzen die Finanzportfolioverwalter vor allem auf Asien ex Japan (48 Prozent) und die BRIC-Staaten (34 Prozent). Die schlechteste Performance in den kommenden zwölf Monaten werden nach Meinung von 34 beziehungsweise 27 Prozent der Befragten Aktien in Nordamerika und Europa bringen. Hinsichtlich der Branchen stehen auf Sicht von zwölf Monaten Versorger und die Rohstoff-Branche auf dem Einkaufzettel. Dagegen werden Automobil-, Konsumgüter- und Finanzwerte skeptisch betrachtet.

Mehrheit geht von Inflation oder Stagflation aus

Auf die Frage, welches Szenario sie für die kommenden zwölf Monate für das wahrscheinlichste halten, antwortet jeweils rund ein Drittel (31 Prozent) mit Inflation oder gar Stagflation (31 Prozent). Weitere 20 Prozent sind dagegen der Meinung, es könne zu einer deflationären Entwicklung kommen. Zehn Prozent der Vermögensverwalter befürchten sogar einen Rückfall in die Rezession. Die Höhe der Leitzinsen wird nach Einschätzung einer deutlichen Mehrheit von 81 Prozent in den nächsten zwölf Monaten unverändert bleiben. 45 Prozent der Finanzportfolioverwalter sind der Meinung, die Volatilität werde sinken. Ein Drittel der Befragten rechnet mit einer unveränderten Schwankungsbreite, während 23 Prozent eine Zunahme der Volatilität befürchten.

Unabhängigkeit sei gefragt, heißt es

Die unabhängigen Vermögensverwalter verzeichnen nach eigenen Angaben großen Zuspruch. Rund die Hälfte der Finanzportfolioverwalter registrieren auch im Jahr 2009 verstärkte Nachfrage der Kunden nach ihren Dienstleistungen. „Gerade jetzt brauchen Kunden Beratung und sie nehmen die unabhängigen Vermögensverwalter verstärkt als Alternative zu Banken wahr“, erklärt Verbandsvorsitzender Schlösser werbend. Dies werde zum einen in der großen Verunsicherung der Kunden in Bezug auf Anlageentscheidungen begründet, aber auch durch im stark gesunkenen Vertrauen der Kunden gegenüber Banken.

Uneinig sind die Vermögensverwalter bei der Frage, ob sich die Honorarberatung hierzulande gegenüber der Bezahlung von Finanzberatern über Provisionen in den kommenden Jahren durchsetzen wird. Gerade einmal die Hälfte der Befragten rechnet damit. „In den kommenden Jahren muss sich zeigen, ob die Mehrheit der Kunden bereit ist, für die Dienstleistung einer unabhängigen Beratung Geld zu zahlen“, so Schlösser. „Hier sollte ein Umdenken stattfinden, das gerade durch die konsequente Umsetzung der Offenlegungspflicht hinsichtlich der Provisionen beschleunigt werden kann.“

Über den Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V.:

Der Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. versteht sich als Interessenvertretung bankenunabhängiger Finanzportfolioverwalter. Wichtigstes Anliegen des VuV ist es, dazu beizutragen, unabhängige Vermögensverwalter als wichtige Partner am Kapitalmarkt zu etablieren, den Kontakt und den Austausch unter den Mitgliedern zu stärken, ein Branchenbewusstsein zu entwickeln und von der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen zu werden. Dem 1997 gegründeten Verband gehören derzeit rund 180 Mitglieder mit einem Gesamtvolumen der Assets under Management von circa 40 Milliarden Euro an.

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