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Umfrage Fondsmanager sind für amerikanische Aktien skeptisch eingestellt

13.07.2010 ·  Institutionelle Anleger beurteilen die Wall Street so skeptisch wie seit November 2006 nicht mehr. Das zeigt eine Fondsmanager-Umfrage von BofA Merrill Lynch. Zudem wurde zuletzt von Aktien in Anleihen umgeschichtet, obwohl Aktien als günstiger gelten.

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Institutionelle Anleger beurteilen amerikanische Aktien so negativ wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Außerdem werden die weltweiten Konjunkturaussichten schlechter eingeschätzt und das wiederum führt zu einer Anhebung der Cashquoten. Außerdem wurde zuletzt von Aktien in Anleihen umgeschichtet.

Das sind einige der Ergebnisse der einmal monatlich stattfindenden Umfrage von Bank of Amerika (BofA) Merrill Lynch Global unter 202 Fondsmanagern, die zusammen Vermögen im Gegenwert von 530 Milliarden Dollar verwalten. Die diesmalige Umfrage fand zwischen dem 1. und 8. Juli statt.

Netto sagten 14 Prozent, dass sie Aktien aus Amerika untergewichten wollen. Das sind so viele Skeptiker wie seit November 2006 nicht mehr. Noch im Vormonat hatte eine ebenso hohe prozentuale Anzahl gesagt, sie würden tendenziell eher an eine Übergewichtung der Wall Street denken. Auch handelt es sich um die erste negative Konjunkturprognose seit Februar 2009.

Anleger schichten von Aktien in Anleihen um

„Bis jetzt war man davon ausgegangen, Amerika wäre relativ unberührt von dem was im Rest der Welt passiert. Doch jetzt fangen die Investoren an, diese Haltung zu überdenken“, sagt Gary Baker, Leiter des Aktienstrategie-Teams für Europa bei BofA Merrill Lynch. Mit dieser Bemerkung spielt er unter anderem auf die Schuldenprobleme an, mit denen sich vor allem die südeuropäischen Staaten herumschlagen müssen. Angetrieben wird der Umdenkprozess auch durch nach wie vor eher schlecht ausfallende amerikanische Arbeitsmarktberichte. Denn das nährt die Sorge vor einem Rückfall in die Rezession in Übersee.

Die befragten Vermögensverwalter haben ihre Wachstumserwartungen zuletzt jedenfalls deutlich zurückgeschraubt. Netto rechnen jetzt 12 Prozent mit einer nachlassenden konjunkturellen Dynamik auf Sicht von 12 Monaten. Ein drastischer Wandel verglichen mit dem Stand vor zwei Monaten, als noch 42 Prozent auf eine starke Wirtschaft gesetzt hatten. Auch stellen sich netto vier Prozent inzwischen auf sinkende Unternehmensgewinne im nächsten Jahr ein. Auch dabei handelt es sich um den ersten negativen Ausblick seit mehr als einem Jahr. Noch im Vormonat hatten netto 28 Prozent mit steigenden Unternehmensergebnissen gerechnet. Netto ein Prozent sagt zudem fallende Gewinnmargen voraus. Im Mai hatten noch nette 31 Prozent steigende Gewinnspannen prognostiziert.

Bei der Portfolio-Ausrichtung macht sich das in einer von 4,1 Prozent auf 4,4 Prozent gestiegenen Cashquote bemerkbar. Hedge Fonds haben ihre Nettoexposure im Aktienbereich sogar um 18 Prozentpunkte gestutzt, was dem niedrigsten Niveau seit März 2009 entspricht. Allgemein war in den vergangenen beiden Monaten eine Umschichtung von Aktien in Anleihen zu beobachten. Der Anteil der Investoren, die in Aktien übergewichtet sind, sank dadurch von 30 Prozent im Mai auf zuletzt 11 Prozent.

Börsen der Schwellenländer weiter am beliebtesten

Erstaunlich an dieser Gewichtungsverschiebung ist, dass noch immer eine Mehrheit der Befragten Aktien im Vergleich mit Anleihen als unterbewertet einstuft. Der Abstand ist sogar so groß wie seit 20003 nicht mehr. Übersetzt bedeutet das nichts anderes, als das Kapital in die eigentlich als teurer eingeschätzte Anlageklasse gesteckt wird. Vielleicht hat dieses Verhalten aber auch damit zu tun, dass inzwischen vier von zehn Investoren vor Juli 2011 nicht mehr mit einer Leitzinserhöhung durch die Fed rechnen. Außerdem rechnen jetzt netto 12 Prozent mit einer fallenden Inflation im kommenden Jahr, während im Monat zuvor noch 12 Prozent mit einer anziehenden Inflation gerechnet hatten.

Auf Branchenebene wurde ansonsten die Gewichtung in zyklischen Sektoren gestutzt, während der defensive Pharmasektor auf das höchste Gewichtungsniveau seit März 2009 hochgefahren wurde.

„Die Umfrage im Juli ist ein Widerhall der Stimmung unter den Anlegern während der Rezession Anfang 2009. Zwei Drittel der Befragten gehen zwar nicht von einem neuerlichen Rückfall in die Rezession aus, man rechnet aber mit einem nachlassenden weltweiten Konjunkturtempo“, fasst Baker zusammen.

Schon jetzt haben die Anlageverwalter ihre Bestände an amerikanischen Aktien verringert. Laut Umfrage waren noch 7 Prozent an der Wall Street übergewichtet, nachdem sich dieser Wert im Juni noch auf 20 Prozent belief. Verringert wurde dafür im Gegenzug die Untergewichtung europäischer Aktien. Und zwar von 27 Prozent auf nunmehr netto 10 Prozent. Nach wie vor am beliebtesten sind die Schwellenländerbörsen. Hier erhöhte sich der Anteil der Übergewichtungen von netto 19 Prozent auf 34 Prozent. Allerdings wird die chinesische Konjunktur skeptischer beurteilt. Jetzt rechnen netto 39 Prozent mit einer schwächer werdenden Wirtschaft nach zuvor drei Prozent.

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