19.08.2009 · Die Manager großer Investmentfonds wetten auf den wirtschaftlichen Aufschwung und haben großen Risikoappetit. Eine monatlich stattfindende Umfrage von Merrill Lynch zeigt: Er ist so ausgeprägt, wie zuletzt während des jüngsten Bullenmarktes.
Die Manager großer Investmentfonds wetten auf den wirtschaftlichen Aufschwung und haben großen Risikoappetit. Wie eine monatlich stattfindende Umfrage zeigt, ist dieser so ausgeprägt, wie zuletzt während des jüngsten Bullenmarktes.
Die von Merrill Lynch & Co. befragten Fondsmanager, die zusammen Vermögen im Gegenwert von 554 Milliarden Dollar verwalten, haben in den vergangenen Wochen ihre Liquiditätsbestände abgebaut und Aktien gekauft.
Optimistische Fondsmanager rechnen mit steigenden Gewinnen ...
Sie rechnen mit auflebendem Wirtschaftswachstum und steigenden Unternehmensgewinnen. Der Optimismus ist diesbezüglich auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren gestiegen.
Satte 75 Prozent der befragten Vermögensverwalter gehen davon aus, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten berappeln wird. Das ist das ausgeprägteste Votum seit November des Jahres 2003. Der Anteil der Optimisten ist im Vergleich mit der Juliumfrage um zwölf Prozentpunkte gestiegen. Die Zuversicht in Bezug auf die robuste der Entwicklung der Unternehmen ist so groß wie zuletzt im Januar des Jahres 2004. 70 Prozent der Befragten gehen von zunehmenden Gewinnen aus. Im vergangenen Monat hatte die Quote der Ertragsoptimisten noch bei 51 Prozent gelegen.
Die Fondsmanager haben ihre konstruktive Einstellung mit Fakten unterlegt. Die durchschnittliche Bargeldquote ist von 4,7 auf 3,5 Prozent und damit auf das tiefste Niveau seit Juli des Jahres 2007 gefallen. 34 Prozent der Befragten haben den Aktienanteil in ihren Depots übergewichtet. Das sind deutlich mehr als die sieben Prozent im Juli. Merrill Lynch's Risiko- and Liquiditätsindikator, eine Art Maß für den Risikoappetit der professionellen Anleger, ist auf 41 gestiegen. Das ist der höchste Stand seit zwei Jahren.
.... und kaufen Aktien - nur die Europäer nicht so richtig
Ihre Fantasie richtet sich unter anderem auf die Schwellenländer. 33 Prozent der Fondsmanager würden diese Märkte eher übergewichten als allen anderen. Dagegen tendiert der Konsensus dazu, die Börsen in den Vereinigten Staaten, in Europa, in Großbritannien und auch in Japan unterzugewichten. Unter Branchen- und Sektorbetrachtung wetten sie bevorzugt auf Technologiewerte, gefolgt von Industrie- und Rohstoffwerten.
Obwohl die Kurse der Finanzwerte in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen sind, werden diese Aktien von den „Profis“ kritisch betrachtet und zumindest in den Industriestaaten untergewichtet. Dagegen werden sie in den Schwellenländern übergewichtet.
Bemerkenswert ist der Blick auf Europa. Denn auch dort sind die Fondsmanager sehr wachstumsoptimistisch. Im Unterschied zu anderen Regionen der Welt haben sie ihre Meinung allerdings nicht nur nicht mit Fakten unterlegt, sondern ihre Liquiditätsbestände sogar erhöht.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |