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Umfrage Fondsmanager entdecken Europa wieder

16.09.2009 ·  Galten bis vor kurzem noch die Schwellenländer und allen vorweg China als alleinige Hoffnung für das Wachstum der Weltwirtschaft, sind die Fondsmanager nun auch für Europa deutlich zuversichtlicher geworden.

Von Martin Hock
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Galten bislang bei Anlageprofis die Schwellenländer als der einzige und ausschlaggebende Wachstumstreiber für die Weltwirtschaft, so sehen die Experten nun auch Potential in Europa positiv. Dies ist ein das wesentliche Ergebnis der allmonatlichen Umfrage der amerikanischen Investmentbank Bank of America/Merrill Lynch (BoA) unter 234 Fondsmanagern.

Nur noch 1 Prozent der Befragten ist an den europäischen Finanzmärkten untergewichtet. Im August waren es noch 13, im März sogar 40 Prozent. Damit sei Europa aus seinem Pariah-Status endgültig herausgewachsen, so die BoA. Die Wachstumserwartungen sind allerdings nicht größer geworden, im Gegenteil ist der Anteil der Wachstumsoptimisten von 66 auf 62 Prozent etwas gefallen, ebenso die Erwartungen an das Gewinnwachstum der Unternehmen.

Europa ist gut - nur Großbritannien nicht

Damit zeige sich, dass die positive Stimmung auf der Käuferseite nicht so allgemein sei, wie viele glauben, so die BoA. Das zeigt sich nicht zuletzt auch darin, dass die Anleger sich dahingehend ausgesprochen uneinig zeigen, welche Branchen sich am besten entwickeln werden. „Die Überzeugtheit befindet sich auf dem viertniedrigsten Stand in der Geschichte der Umfrage und dem hat den niedrigsten seit Ende 2004“, sagt Patrik Schöwitz, Strategiefachmann für europäische Aktien.

Während sich die Manager in ihrer Gesamtheit für Europa neutral zeigen, so sind sie für Großbritannien weiter pessimistisch: Immer noch will jeder zehnte britische Aktien untergewichten.

Willkommen in Schlaraffia

Hinsichtlich des Endes der weltweiten Wirtschaftskrise zeigten sich die Fondsmanager aber gegenüber August unverändert optimistisch. Fast drei Viertel gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft im kommenden Jahr an Kraft gewinnt, 61 Prozent gehen davon aus, dass die Gewinne der Unternehmen um mehr als 10 Prozent wachsen werden.

Großer Optimismus zeigt sich auch hinsichtlich der Stabilität: 72 Prozent erwarten ein ökonomisches Schlaraffenland niedriger Inflation und einer Wachstumsrate unterhalb des langfristigen Trends. Historisch gesehen aber ist der Optimismus noch etwas gedämpft: Im Jahr 2003 erreichte der Erholungsoptimismus bis zu 80 Prozent weltweit, für Europa gar 95 Prozent. Derzeit gehen noch fast 40 Prozent der Befragten davon aus, dass die europäische Wirtschaft stagnieren oder weiter schrumpfen wird.

Als weitgehend abgebaut gilt offenbar die Unterbewertung: Nur noch 4 Prozent sehen europäische Aktien als unterbewertet an, im August waren es noch 11, im März 33 Prozent.

Dagegen hat der Nimbus Chinas ein wenig gelitten. Zwar glaubt eine Mehrheit immer noch an eine stärkere Entwicklung des Reichs der Mitte, doch ist deren Anteil von 49 auf 35 Prozent gesunken.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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