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Umfrage Fondsmanager blicken optimistisch auf China

19.02.2009 ·  Sorgte die Chinaphantasie schon in der Vergangenheit für Optimismus bei Anlegern, so scheint sich dies nun zu wiederholen. Das zeigt die monatlich stattfindende Umfrage von Merrill Lynch. Der allgemeine Pessimismus bildet sich zurück.

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Sorgte die Chinaphantasie schon in den vergangenen Jahren des liquiditätsgetriebenen Wachstums- und Börsenbooms für Phantasie bei den Anlegern, so scheint sich diese nun zu wiederholen. Denn in einer monatlich stattfindenden Umfrage von Merrill Lynch befragten Fondsmanager sind so optimistisch für China wie zuletzt im Juli des Jahres 2007.

Gerade noch 21 Prozent der befragten 212 Manager gehen davon aus, dass sich das chinesische Wachstum weiter abschwächen wird. Im Januar waren noch 70 Prozent gerade davon ausgegangen. Die veränderte Wahrnehmung macht sich auch global bemerkbar. Obwohl beinahe alle der Befragten zugeben, dass sich die Welt in einer Rezession befinde, rechnen nur noch sechs Prozent der Fondsmanager damit, dass sich die Lage noch weiter verschlechtern wird. Im Januar waren noch 24 Prozent von einer Verschlechterung ausgegangen.

Pessimismus bildet sich langsam zurück

Ähnliches zeigt sich auch mit Bezug auf die Gewinn- und Inflationserwartungen. 43 Prozent der befragten Fondsmanager gehen weiterhin davon aus, dass sich die Gewinnentwicklung bei den Unternehmen noch weiter eintrüben wird, 49 Prozent rechnen mit einer weiter fallenden Inflation. Im Januar hatten die Zahlen noch 63 und 64 Prozent betragen. „Die Hoffungen auf eine wirtschaftliche Abkoppelung richten sich alleine auf China,“ erklärte Michael Hartnett, Chefstratege für die Schwellenländer bei Banc of America Securities-Merrill Lynch. Ob auch solche Erwartungen aufgehen, dürfte sich bei der starken Exportabhängigkeit Chinas erst noch zeigen müssen.

Die Fondsmanager bleiben trotz verbesserter regionaler Wachstumserwartungen gegenüber europäischen Aktien weiterhin skeptisch eingestellt, denn sie sind die am stärksten untergewichtete Anlageklasse geblieben. In der Eurozone ging die Untergewichtung allerdings etwas zurück auf 25 Prozent von 31 Prozent in der Januar-Umfrage. Die Untergewichtung britischer Aktien nahm dagegen noch zu, und zwar auf 33 Prozent von 28 Prozent. Dagegen hat der Appetit auf amerikanische Papiere zugenommen. 15 Prozent der Fondsmanager haben inzwischen amerikanische Aktien übergewichtet, nach sieben Prozent vor einem Monat. 31 Prozent der Befragten wollen diese Papiere in den kommenden zwölf Monaten übergewichten, da sie die besten Gewinnaussichten weltweit böten, heißt es weiter. Mit Blick auf Japan hat der Pessimismus zugenommen: 26 Prozent der Manager haben japanische Aktien untergewichtet, nach 15 Prozent im Januar.

Risikoappetit nimmt etwas zu - Kontrast zu manchen Positionierungen

Diese Wahrnehmung steht im Kontrast zur Tatsache, dass der Risikoappetit zuletzt etwas zugenommen hat. Immerhin haben die Fondsmanager begonnen, Positionen in defensiven Sektoren ab- und in zyklischen Sektoren aufzubauen. Sie scheinen wieder einmal von einer zyklischen wirtschaftlichen Erholung auszugehen. Solche Erwartungen gab es schon einmal zum Ende des vergangenen Jahres. Schon damals wurden sie jedoch enttäuscht. Möglicherweise haben angesichts der tiefen Rezession auch diesmal die „Japan-Strategen“ mit ihrer Skepsis recht. Immerhin müsste der japanische Exportsektor überproportional von einer Erholung der Weltwirtschaft profitieren.

Unberührt ist davon die Untergewichtung in Banken und die Übergewichtung im Gesundheitsbereich geblieben. Gerade die Positionierung im Gesundheitsbereich deutete eine gewisse Skepsis an, während die Untergewichtung der Banken sich strukturell begründen lässt: Die gesamte Branche befindet sich in einer Anpassungskrise. Sie zeichnet sich durch gewaltige, völlig überflüssige Überkapazitäten aus. Es dürfte Jahre dauern, bis sie abgebaut worden sind. Bis dahin dürfte es nur wenigen Unternehmen der Branche gelingen, deutlich und vor allem auch profitabel wachsen zu können.

Auf der Währungsseite nimmt die Wahrnehmung ab, der Euro sei überbewertet. Nur noch 29 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht, nach 49 Prozent noch im Januar. Inzwischen halten kapp 20 Prozent der Fondsmanager das Pfund für unter- und knapp 40 Prozent halten den Yen für deutlich überbewertet auf handelsgewichteter Basis.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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