11.03.2010 · Die Stimmung der Anleger in Deutschland hat sich im ersten Quartal 2010 eingetrübt. Deutlich gestiegen ist allerdings die Inflationsfurcht. Das zeigt eine Umfrage der Marktforscher von Forsa im Auftrag der Union Invest.
Die Stimmung der Anleger in Deutschland hat sich im ersten Quartal 2010 eingetrübt. Jedoch erwarten nur 23 Prozent der Befragten in den nächsten sechs Monaten fallende Aktienkurse. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im vergangenen Quartal. Deutlich gestiegen ist im Quartalsvergleich dagegen die Inflationserwartung. 58 Prozent der Befragten rechnen mit steigenden Preisen. Dennoch halten die meisten von ihnen wenig rentierliche Geldanlagen für attraktiv. Dies zeigt eine Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten im ersten Quartal 2010.
Die Einschätzungen zur Entwicklung der Aktienmärkte fallen ähnlich positiv aus wie im vierten Quartal des vergangenen Jahres: 41 Prozent der Befragten gehen von einer Aufwärtsbewegung in den nächsten sechs Monaten aus, ein Rückgang um vier Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. Mit einem konstanten Kursniveau rechnen 29 Prozent.
Sorge um die Ersparnisse
Erheblich gewachsen sind dagegen die Inflationserwartungen. Der Anteil derer, die im nächsten halben Jahr steigende Preise erwarten, hat mit 58 Prozent den höchsten Wert der vergangenen sechs Quartale erreicht. Er stieg allein gegenüber dem vierten Quartal 2009 um 11 Prozentpunkte. Von denjenigen, die mit Preissteigerungen rechnen, machen sich 62 Prozent Sorgen um ihre Ersparnisse, bei den Frauen sogar 73 Prozent. Allerdings wollen deshalb nur die wenigsten ihr Anlageverhalten verändern: 78 Prozent der Befragten beabsichtigen, ihr Spar- und Geldausgabeverhalten konstant zu halten.
Hohe Renditeversprechen wecken Misstrauen
Obwohl eine Mehrheit von 54 Prozent der Befragten trotz befürchteter Preissteigerungen keine steigenden Zinsen erwartet, werden niedrig verzinste Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld von 57 Prozent beziehungsweise 54 Prozent der Befragten als attraktiv eingestuft. Sie haben ausgeprägte Zweifeln an hohen Renditeversprechen: Bei Renditeprognosen von fünf Prozent bis unter sieben Prozent pro Jahr bezweifeln 30 Prozent die Seriosität eines Investmentfonds. Acht Prozent der Befragten stellen bereits bei in Aussicht gestellten Renditen bis zu fünf Prozent die Seriosität eines Fondsangebots in Frage. Keinerlei Einschätzung können 14 Prozent der Befragten geben, bei den Frauen hat sogar fast jede Vierte keine konkreten Vorstellungen, welche Renditen mit Fonds realistisch erzielbar sind.
Positive Einschätzung der eigenen finanziellen Lage
Leichter taten sich die Befragten mit einer Einschätzung der wirtschaftlichen Situation in Deutschland. Sie beurteilen diese kritisch: Während im Vorquartal noch 30 Prozent eine Verbesserung erwarteten, liegt der Anteil aktuell nur noch bei 24 Prozent. Von einer Verschlechterung gehen sogar anhaltend hohen 39 Prozent und von einer gleichbleibenden Situation 37 Prozent aus. Besonders pessimistisch sind die Frauen, von denen 45 Prozent mit einer Verschlechterung rechnen, gegenüber 35 Prozent bei den Männern.
Im Gegensatz dazu hat sich die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation verbessert. Seit dem dritten Quartal 2009 stieg der Anteil der Befragten, die innerhalb der nächsten sechs Monate eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation erwarten, um jeweils vier Prozentpunkte auf derzeit 22 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Pessimisten, die mit einer Verschlechterung rechnen, deutlich: von 21 Prozent im vierten Quartal 2009 auf aktuell 14 Prozent.
Details zur Umfrage
Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Die aktuelle Befragung für das erste Quartal 2010 fand in der Zeit vom 1. bis 10. Februar statt. (Bei Umfragewerten, die sich nicht zu hundert Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |