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Erfolgreiche Fonds : Aktives Handeln lohnt sich

Börse in Tokio: Hin und her macht Taschen leer. Bild: dpa

Wer in einen Fonds investieren will, schaut sich die bisherigen Ergebnisse an. Bislang galt die Regel, dass passive Fonds die besseren sind. Doch eine neue Studie belegt das Gegenteil: Gerade die aktiven Vermögensverwalter hatten Erfolg.

          Eine seit Jahren bekannte und durch zahlreiche Studien bestätigte Erkenntnis lautet: Es lohnt sich für Privatanleger auf die Dauer nicht, häufig an der Börse zu handeln. Die Ergebnisse dieser Strategie fallen, wenn man die Kosten des Handels berücksichtigt, im Durchschnitt nicht besser aus als eine passive Anlagestrategie.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Natürlich gibt es immer auch Anleger, die mit aktivem Handel gute Ergebnisse erzielen, aber diese Resultate sind nicht planbar, und viele andere Anleger zahlen bitter für ihren Aktionismus. „Hin und her macht Taschen leer“, lautet der dazu passende Börsenspruch.

          Aber wie sieht es bei professionellen Anlegern wie Investmentfonds aus? Lohnt es sich für diese, häufig Aktien oder Anleihen zu handeln, um überdurchschnittliche Erträge zu erzielen? Viele Studien zeigen, dass von Managern aktiv gemanagte Fonds Schwierigkeiten haben, im Durchschnitt besser abzuschneiden als passive Indexfonds. Dies erklärt die seit Jahren wachsende Nachfrage nach passiven Indexfonds: Sie sind weitaus billiger und schneiden meist nicht schlechter ab.

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          Hedgefonds: Hohe Erträge – hohe Kosten

          Eine neue Untersuchung der amerikanischen Autoren Lubos Pastor, Robert Stambaugh und Lucian Taylor macht Renditejägern unter den Fondsanlegern Hoffnung. Sie haben sich den amerikanischen Markt für Investmentfonds in den Jahren 1979 bis 2011 angeschaut und dabei die Ergebnisse von 3126 verschiedenen Fonds untersucht.

          In dieser Untersuchung kommen sie zu dem Schluss, dass Fonds, die häufig gehandelt haben, im Durchschnitt erfolgreicher waren als Fonds, die wenig gehandelt haben. Weiter sind sie zu dem Schluss gekommen, dass dieser Befund vor allem für kleine Fonds gilt, die hohe Gebühren verlangen, und besonders ausgeprägt in Zeiten beobachtet werden konnte, in denen die Stimmung an der Börse gut war.

          Die Resultate dieser Studie stehen zwar im Widerspruch zu anderen Untersuchungen, aber manches klingt auf den ersten Blick nicht abwegig. Wenn das Prinzip gelten soll, dass besonders gute Fondsmanager auch Anspruch auf eine hohe Entlohnung haben, darf es nicht erstaunen, dass teure Fonds besonders gut abgeschnitten haben. Dies ist auch der Grund, warum viele Großanleger Hedgefonds einen Teil ihrer Gelder zur Verwaltung anvertrauen, obgleich Hedgefonds in der Regel hohe Gebühren verlangen: Der Geldgeber erwartet als Gegenleistung für die hohen Kosten sehr hohe Erträge.

          Kleine Fonds sind flexibler

          Allerdings sind die hohen Gebühren der Hedgefonds nicht in Stein gemeißelt. Da viele Fonds derzeit nicht mehr so erfolgreich sind wie vor der Finanzkrise, gibt es heute bei vielen Fondsmanagern eine Bereitschaft, mit ihren Kunden über die Gebühren zu sprechen. Privatanleger können dies bei Investmentfonds üblicherweise nicht.

          Kleine Fonds besitzen gegenüber größeren Vor- wie Nachteile. Ihr wichtigster Vorteil ist, dass sie in der Regel flexibel agieren können, während sehr große Fonds an Beweglichkeit verlieren. Andererseits dürfte großen Fonds die permanente und intensive Analyse von Märkten („Research“) leichter fallen als kleinen Fonds.

          Kleine, konzernunabhängige Fonds dürften selten in Gefahr geraten, politische Rücksichten zu nehmen. Fonds, die zu großen Finanzkonzernen mit engen Beziehungen zu Regierungen gehören, sind vielleicht nicht immer gegen äußere Einflüsse immun.

          Ergebnisse lassen sich nicht vorhersagen

          Die drei Autoren haben aber noch eine Botschaft in petto, die vor zu viel Euphorie gegenüber erfolgreichen aktiven Fonds warnt. Ihre Untersuchung zeigt, dass die Resultate der Fonds an Brillanz verlieren, sobald sich viele Fonds einer Strategie anschließen.

          Dieses Ergebnis ist nicht überraschend. Die großen Gewinne werden überwiegend dort erzielt, wo sich nur wenige Marktteilnehmer befinden und ein mutiger Fonds Pioniergewinne realisieren kann. Sobald sich eine große Zahl von Fonds auf diesen Markt wirft, fallen die Gewinne für die einzelnen Marktteilnehmer geringer aus.

          Die Frage bleibt, inwieweit frühere Anlageergebnisse eines Fonds eine Richtschnur für einen Anleger bilden sollten. In der Praxis spielt die Performance der vergangenen Jahre eine erhebliche Rolle. Ein Fonds, der nicht mindestens drei Jahre existiert, wird von vielen Großanlegern oft nicht in Betracht gezogen, und auch viele Privatanleger schauen sich gerne Ranglisten auf der Basis vergangener Resultate an. Das ist natürlich nicht absurd, denn anhand der Anlagepolitik in der Vergangenheit lassen sich Aufschlüsse über die Strategie des Fondsmanagements gewinnen. Aber die These, dass frühere Anlageergebnisse Aufschluss über künftige Ergebnisse liefern, ist und bleibt umstritten.

          Quelle: F.A.Z.

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