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Strukturierte Produkte Das Zertifikat zum iPhone

11.05.2007 ·  Anleger können mit Zertifikaten längst auf einzelne Länder (Vietnam), Branchen (Uran-Aktien) oder Trends (Biosprit) wetten. DWS Go aber treibt die Fokussierung auf die Spitze - und emittiert das iPhone-Zertifikat.

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Die Anleger haben sich inzwischen an Vietnam-Zertifikate gewöhnt, an Uran-Baskets und Wetten auf den Biosprit-Boom. Je spezieller die Investment-Idee, desto besser, könnte man meinen.

Die DWS treibt diese Fokussierung eines Zertifikates nun auf die Spitze: Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank wirbt jetzt für das „DWS Go iPhone TR Index Zertifikat“ (Isin DE000DWS0G73). Die Papiere können in Frankfurt und Stuttgart gehandelt werden. Die Managementvergütung beträgt 1,35 Prozent im Jahr, dafür werden die Dividenden bei der Indexberechnung berücksichtigt.

„Nächste Mobilfunkgeneration“

„Anfang Januar dieses Jahres wurde der Öffentlichkeit das neue iPhone vorgestellt“, heißt es in der Pressemeldung. „Das Interesse an dem neuen Lifestyle-Produkt ist groß: Eine Million potentielle Kunden haben sich bereits bei Vertragsprovidern registrieren lassen, weil sie das iPhone so schnell wie möglich erwerben wollen.“

DWS Go biete deutschen Anlegern die Möglichkeit, „am potentiellen Boom der nächsten Mobilfunkgeneration teilzuhaben, noch bevor das Produkt in Deutschland auf den Markt kommt“.

DWS zeigt sich überzeugt vom iPhone

Der Index, dessen Entwicklung das Zertifikat nachzeichnet, „investiert primär in Unternehmen, die von einem Erfolg des iPhones oder ähnlicher Smartphones profitieren könnten“, heißt es weiter.

Die DWS zeigt sich ohne Frage sehr überzeugt von dem Produkt: „Hinter dem iPhone verbirgt sich eine technische Innovation, die die Funktionen eines MP3-Players, eines Mobiltelefons und eines Internetzugangsgeräts vereint. Von anderen Smartphones hebt sich das iPhone vor allem wegen seiner hohen Benutzerfreundlichkeit, seines ausgefeilten Multi-Touchscreens und seines gelungenen Designs positiv ab.“

Apple-Aktie als Indexschwergewicht

Indexschwergewicht (33 Prozent) ist natürlich Apple. Daneben werden vor allem Zulieferunternehmen berücksichtigt, „von denen erwartet wird, dass sie an der Entwicklung und Produktion des iPhones teilhaben“.

17 Werte kommen so zusammen, regionale Schwerpunkte sind Taiwan und die Vereinigten Staaten. Aus Deutschland liegt Infineon im Aktienkorb (siehe FAZ.NET-Tabelle).

Rückrechnung wird mitgeliefert

Wenn es darum geht, die Chancen des neuen Produktes zu unterstreichen, beruft sich die Deutsche Bank schon mal auf die Konkurrenz: „Nach Markterhebungen der Investmentbank Goldman Sachs entspricht die Anzahl potentieller iPhone-Käufer rund 75 Prozent aller gegenwärtigen Besitzer des iPods. Bei bisher 100 Millionen verkauften Exemplaren wäre das ein enormer Absatzmarkt.“

Auch auf eine Rückrechnung verzichten die Zertifikatemacher nicht. Seit März 2002 hätte der Index um 444 Prozent oder jährlich im Schnitt um knapp 40 Prozent zugenommen. Dass damals wahrscheinlich nicht einmal Steve Jobs vom iPhone geträumt hat, stört die DWS nicht. „Wir weisen darauf hin, dass auf simulierter Rückrechnung beruhende Ergebnisse nur begrenzten Aussagewert haben“, heißt es immerhin.

Apple-Aktie als Alternative

Kurz und gut: Das Zertifikat ist eine Spekulation auf einen Erfolg des iPhones und auf mögliche Profiteure. Das Papier ist noch fokussierter als etwa Branchen- oder Länderfonds, die stets hohe Risiken bieten (siehe auch Trends dauern an der Börse selten lange und Länderfonds bedeuten hohe Risiken). Mit Risikostreuung hat ein solches Investment also herzlich wenig zu tun.

Wer auf einen iPhone-Boom wetten will, kann wohl gleich zur Apple-Aktie greifen. Damit wäre er auch auf der sicheren Seite, wenn das iPhone auf Jahre hinaus ein Verkaufsrenner wird. Wer das DWS-Go-Zertifikat im Depot hat, geht in diesem Fall nämlich leer aus: Die Laufzeit des Wertpapiers endet im Mai 2010. Ob die DWS dem iPhone doch nicht so viel zutraut? Andererseits wäre eine unendliche Laufzeit kaum zu rechtfertigen: Ein Trendprodukt kann schließlich nicht ewig im Trend liegen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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