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Strategie Wandelanleihen ziehen mit dem Markt nach oben

15.11.2006 ·  Die Börsen boomen, dabei kann der Blick nach vorne schon zu denken geben. In solchen Zeiten können Wandelanleihen reizvoll sein: als defensive Rentenpapiere mit aggressivem Optionscharakter.

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Die Stimmung an den internationalen Börsen ist gut, die Trends zeigen nach oben, die Konjunktur- und Unternehmenszahlen werden einfach positiv interpretiert und Risiken werden weitgehend ausgeblendet. In dem von den Anlegern offensichtlich als „bester aller Welten“ wahrgenommenen Umfeld scheint es für Aktien nur einen Weg zu geben: nach oben.

Dafür sprechen auch saisonale Überlegungen. Immerhin tendieren die Börsen in den letzen Monaten eines Jahres mit einer großen Wahrscheinlichkeit nach oben, da Anleger und Fondsmanager zum Jahresende gerne eine positive Bilanz ziehen können möchten. Allerdings sollte man auf solche Erfahrungen als Anleger nicht zu stark setzen, zeigt die Behavioral Finance doch, daß sich solche Verhaltensmuster vor allem in einem Umfeld mit immer mehr kurzfristig orientierten Anlegern ändern können.

Amerikanische Konjunktur: Robust oder nicht - das ist die Frage

Auch fundamental dürfte nicht alles Gold sein was glänzt. So sind die Wachstumszahlen in Europa in den vergangenen Tagen eher enttäuschend ausgefallen, und in den Vereinigten Staaten scheinen die Konjunkturzahlen nur noch selektiv positiv wahrgenommen oder interpretiert zu werden. Denn die vom Markt „gespielte“ Hoffnung auf das konjunkturelle „Soft Landing“ und damit anhaltend hohe Unternehmensgewinne läßt sich hinterfragen.

Der amerikanische Bausektor befindet sich in einer ausgeprägten Krise. Die Unternehmen der Branche mußten in den vergangenen Wochen eines nach dem anderen ihre Gewinnerwartungen nach unten schrauben. Sie lieferten zum Teil auch bedenkliche Ausblicke auf die zukünftige Entwicklung. Das ist nicht alles. Denn auch der amerikanische Industriesektor läuft alles andere als rund.

Auf den ersten Blick sähen die Daten nicht besorgniserregend aus, doch der Ausblick habe sich zunehmend verdüstert, schreiben die Analysten der Bank Sarasin. Die Fertigwarenlagerbestände seien hochgefahren worden, so daß die Nachfrage mit dem geschaffenen Überangebot nicht mehr nachkomme, heißt es weiter. Die Septemberdaten zeigen, daß die Auftragseingänge in der Industrie auf Monatsbasis zwar noch um 2,1 Prozent zugenommen haben. Dieser Anstieg war jedoch vor allem auf zivile Flugzeuge zurückzuführen. Die Auslieferungen dagegen haben einen unerwartet starken Rückgang um 3,5 Prozent erlitten.

Das Verhältnis von Lagerbeständen zu den Lieferungen im Verarbeitenden Gewerbe hat sich von 1,15 im Mai auf zuletzt 1,22 erhöht. Das deute darauf hin, daß die Produktion in naher Zukunft gedrosselt werden müsse, heißt es. Das wäre kein sonderlich gutes Zeichen für die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Auf dieser Basis läßt sich fragen, wieso die generell schon eher hoch bewerteten amerikanischen Aktien noch nach oben laufen. Ähnliche Überlegungen drängen sich für die globalen Märkte auf, wenn man die Bedeutung der amerikanischen und die internationale Verflechtung berücksichtigt.

Marktrisiken lassen sich mit dem Kauf geeigneter Wandelanleihen reduzieren

Insgesamt könnte man als Anleger aus diesen Gründen dazu neigen, die Risiken zu reduzieren. Eine gute Möglichkeit dazu bieten Wandelanleihen. Als Mischform zwischen Festverzinslichen und Aktienanlagen bieten sie gut gewählt eine gewisse Absicherung gegen Kursverluste an den Börsen, und auf der anderen Seite nehmen sie an steigenden Aktienkursen teil. Je stärker die Aktienkurse steigen, desto mehr dominiert der Aktiencharakter die Kursbewegung der Papiere. Das zeigte sich in den vergangenen Tagen deutlich an den Wandelanleihen des Schweizer Unternehmens Lonza.

Mit der Wahl der richtigen Papiere mit dem richtigen Wandlungspreis läßt sich das Kursrisiko steuern. So hält Lars Hofer von Jefferies in Zürich den 2,5-Prozent-Wandler Ems into Lonza 2010 eher für interessant als die Lonza-Wandler: Das Risiko sei überschaubarer, an weiteren Aktienkurssteigerungen nehme man aber dennoch teil.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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