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Strategie So finde ich den besten Anlageberater

19.06.2006 ·  „Umsonst ist nicht einmal der Tod, denn der kostet das Leben“ - diese flapsig formulierte Lebensweisheit läßt sich ohne weiteres auf die Anlageberatung übertragen. Denn gute, objektive Beratung ist gutes Geld wert.

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„Umsonst ist nicht einmal der Tod, denn der kostet das Leben“ - diese flapsig formulierte Lebensweisheit läßt sich ohne weiteres auf die Anlageberatung übertragen. Wer denkt, er werde kostenlos und neutral vom Anlageberater seiner Hausbank oder von seinem Versicherungsvertreter über eine sinnvolle Anlagestrategie informiert, der täuscht sich oft gewaltig.

Zumindest dann, wenn er bei dieser Bank schließlich Fondsanteile oder andere Produkte erwirbt. Spätestens wenn ihm neben verschiedensten Courtagen der Ausgabeaufschlag abgebucht wird - er kann sich bei einer Einmalanlage in Höhe von 10.000 Euro auf 500 Euro und mehr belaufen, wenn er nicht oder nicht gut verhandelt hat - wird ihm das bewußt werden.

Bisher war das Provisionsunwesen sehr undurchsichtig

Das ist aber nicht alles. Denn dazu kommen bisher Bestands- oder Betreuungsprovisionen, von denen Otto Normalverbraucher im Normalfall wohl noch nie etwas gehört hat, Kickbacks, Depotgebühren und andere Belastungen, die in der Summe die Rendite der Geldanlage langfristig deutlich schmälern können. Das dürfte sich aber am dem kommenden Jahr ändern, in dem die so genannte „Markets in Financial Instruments Directive“, kurz MiFID, wirksam werden wird. Ihr zufolge müssen die Kosten für die Beratungsleistung vom Berater „... in umfassender, zutreffender und verständlicher Weise eindeutig offen gelegt werden“.

In diesem Sinne dürfte es sich spätestens dann lohnen, einem sachkundigen und vor allem auch unabhängigen Finanzprofi eine unter Umständen auch sattes Beratungshonorar zu bezahlen, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse schließlich beim günstigsten Anbieter umzusetzen. Berater werden es sich nicht mehr weiter leisten können, jene Produkte zu empfehlen, an denen sie am meisten verdienen und nicht die, die dem Anleger am besten nutzen.

Das schwierigste dürfte sein, nach Definition der eigenen Ziel den dazu passenden Berater zu finden. Dabei kann es hilfreich sein, sich an Kriterien zu orientieren, wie sie beispielsweise die deutsche Gesellschaft für Finanzplanung aufgestellt hat. Danach hat ein versierter Anlageberater eine Universitäts-, Fachhochschul- oder gleichwertige Ausbildung absolviert, kennt das gesamte Spektrum des Finanz-, Geld-, Kredit- und Versicherungswesens und ist im Thema Kapitalanlagen in allen seinen Facetten bewandert.

Er verfügt nicht nur über langjährige Erfahrungen im Finanzdienstleistungsbereich, sondern er verwendet auch kundenbezogen EDV-gestützte Analyse- und Planungsinstrumente, um die in der Regel komplexen Sachverhalte berechnen, abbilden und simulieren zu können. Zum Beratungsprozeß gehört eine ausführliche Datenerfassung, die Analyse und schließlich die Optimierung der Finanz- und Vermögensstruktur, unter Einbeziehung von Ertrags-, Liquiditäts-, Vorsorge-, und Risikoabsicherungsaspekten.

Gute, objektive Beratung ist gutes Geld wert

Dazu zählen auch die Anpassung der Strategie bei veränderten Rahmenbedingungen, die kritische Prüfung von Produkten, die Unterstützung bei der Umsetzung der gegebenen Handlungsempfehlungen und nicht zuletzt auch die konstruktive Zusammenarbeit mit anderen Experten, beispielsweise mit dem Steuerberater.

Grundsätzlich dürfte es ratsam sein, sich bei der Entscheidung von Geldfragen Zeit zu lassen und sich nicht auf die Schnelle von pompös auftretenden, redegewandten Blendern täuschen zu lassen. Wer zu einem schnellen Abschluß eines Finanzgeschäfts mit angeblich hoher Rendite auf Basis dürftiger Informationen rät - womöglich noch per Telefon -, macht sich von vornherein verdächtig.

Gründliche Fragen zum beruflichen Werdegang eines potentiellen Beraters, der Erfahrung und nach seriösen, überprüfbaren Referenzen können sicherlich nicht schaden. In Zeiten des Internets führen auch Suchmaschinen oder der Besuch eindeutiger Webseiten zu interessanten Hinweisen über die Geldanlage, zugelassene Unternehmen, ungesetzliche Bank-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgeschäfte und nicht zuletzt auch das BaFin-Verbrauchertelefon. Es dürfte sich im Zweifel lohnen, eher einmal zu viel nachzufragen, denn zu wenig.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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