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Stiftungsfonds Auf dem Weg zum Massengeschäft

21.06.2010 ·  Stiftungsfonds waren lange Zeit Spezialvehikel für eine begrenzte Kundschaft. Doch mittlerweile sind sie auch bei Privatanlegern sehr beliebt. Das hat zu einem regen Zuwachs geführt.

Von Martin Hock
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Die Unsicherheit der Anleger angesichts des starken Anstieges der Aktienkurse und deren jüngster Schwankungsanfälligkeit auf der einen und teurer Anleihen auf der anderen Seite hat einer bisweilen weniger geliebten Anlageklasse zuletzt deutlichen Zulauf verschafft.

Nach der jüngsten Statistik des Bundesverbandes der Investmentgesellschaften (BVI) flossen von Januar bis April von 11 Milliarden Euro an neuem Geld, das in Fonds gesteckt wurde, 7,8 Milliarden Euro in Mischfonds, die sowohl an den Aktien- als auch den Rentenmärkten anlegen. Das war fast dreimal soviel wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2007, dem Rekordjahr für Mischfonds, als im Gesamtjahr 27,3 Milliarden Euro neu in Mischfonds angelegt wurden.

Privatanleger sehr interessiert

Gegenüber 2007 bis heute hat sich das in dieser Anlageklasse verwaltete Volumen mehr als verdoppelt, während das in Aktien- bzw. Rentenfonds investierte Volumen um knapp ein Achtel bzw. knapp 10 Prozent gesunken ist.

Besondere Aufmerksamkeit erfahren in jüngster Zeit Anlagevehikel, die ursprünglich für professionelle Anleger geschaffen wurden. So berichten vor allem Manager von Stiftungsfonds über größeres Interesse von privater Seite. „Mich erstaunt das auch nicht, schließlich sind Stiftungsfonds ganz ordentlich durch die Krise gekommen.“, sagt Bernd Hashemian, Vorstand der Kroos Vermögensverwaltung, die mit dem Stiftungsfonds Westfalen den im vergangenen Jahr erfolgreichsten Fonds dieser Klasse managet.

Pflicht zur Substanzerhaltung

Mit dem wachsenden Interesse privater Anleger haben einige Fonds nun die Einstiegshürden für Private, vor allem die Mindestanlagen gesenkt. Ganz darauf verzichten hat der im Dezember aufgelegte Universal Hamburger Stiftungsfonds, für dessen Anlagestrategie nach Auskunft der Hamburger Sparkasse einen unvermutet hohen Bedarf bei Privatkunden bestätigt. Branchenweit hat dieses Interesse zu einer regen Auflagetätigkeit geführt: Mehr als die Hälfte der in Deutschland erhältlichen Stiftungsfonds ist mittlerweile jünger als ein Jahr.

Stiftungsfonds sind auf die Bedürfnisse von Stiftungen ausgerichtet und durch diese Verbindung indirekt gesetzlich auf die Substanzerhaltung verpflichtet. Sie verfolgen daher zumeist ein konservatives Anlageziel auf traditionellem Weg und investieren in Anleihen, Liquidität und Immobilien.

Doppelte Defensive

Die Aktienquote ist üblicherweise deutlich begrenzt, häufig auf höchstens 30 Prozent des Fondsvermögens. Daher gehören viele Stiftungsfonds zur Gattung der sogenannten defensiven Mischfonds, einige zu den ausgewogenen Fonds, deren Aktienquote bis zu 50 Prozent betragen kann.

Stiftungsfonds legen in der Regel, so Hashemian, breiter an als defensive Mischfonds im allgemeinen. Denn die Klientel legt Wert auf planbare Erträge, während Verluste die Erfüllung des Stiftungszwecks in Gefahr zu bringen vermögen. In der Regel handelt es sich daher auch fast immer um ausschüttende Fonds.

Aus alldem ergibt sich, dass von Stiftungsfonds keine Höchstrenditen zu erwarten sind, sondern eher konstante Erträge. Unter den über 400 defensiv anlegenden Mischfonds halten sich Stiftungsfonds eher in der Mitte. Auf die kurze Frist bis ein Jahr liegen die Fonds unter dem Durchschnitt. Auf lange Sicht von drei und fünf Jahren schneiden sie dagegen überdurchschnittlich gut ab.

Zu bemerken ist dabei, dass dies mit Ausnahme des DWS Stiftungsfonds (und auch da nur auf Dreijahressicht) für alle Fonds gilt. Über 5 Jahre finden sich alle Stiftungsfonds in der vorderen Hälfte, fünf von sieben im ersten Drittel, der Deka Stiftungen schafft es gar auf Platz 7. Über zehn Jahre belegt der Merck Finck Stiftungsfonds unter 109 Fonds immerhin Rang 11.

Gut bei Verlustvermeidung

Weniger gut stehen die ausgewogenen Fonds da, wobei hier die kleine Grundgesamtheit von nur vier und auf länger Sicht von nur zwei Fonds das Ergebnis stark verzerrt. Denn der LIGA-Pax Balance Stiftungsfonds schneidet zum Teil deutlich besser ab als der Durchschnitt, während der Invesco-Fonds für Stiftungen eher schwach abschneidet. Auch der BCA Fund - Alpha Top College Fonds, der wie der HV Fonds-Global Endowment die ungleich riskantere Anlagestrategie der Universität Yale abbildet, sorgt in der Gruppe für deutlich schwächere Ergebnisse.

Überzeugen können die Fonds bei der Verlustvermeidung. Während über drei Jahre hinweg zwei von drei defensiven Mischfonds einen Verlust verzeichnen, ist dies nur bei einem von acht Stiftungsfonds der Fall und selbst dessen Minus ist minimal.

Defensive im Nachteil

Die äußerst defensive Aufstellung geriet den Stiftungsfonds in der jüngeren Vergangenheit zum Nachteil. Viele waren 2009 nach dem Verlustjahr 2008 zu defensiv aufgestellt und hielten zu viele Staatsanleihen und zu wenige Aktien und Unternehmensanleihen. 2010 lohnten sich neben Gold- und Staatsanleiheninvestments bisher vor allem Fremdwährungsrisiken, bei denen aber Stiftungsfonds ebenfalls Grenzen gesetzt sind.

Die erfolgreichsten global anlegenden defensiven Mischfonds erzielten ihre Wertzuwächse vor allem mit Dollar-Anlagen: beispielsweise stieg der Wert des UBS Strategy Fund Yield in Euro in diesem Jahr um mehr als 17 Prozent. In Dollar jedoch stagnierte er.

Die Marktlage ausnutzen konnte zu einem gewissen Teil der beste Stiftungsfonds des laufenden Jahres, der FvS Strategie Stiftung, zu dessen Wertentwicklung vor allem die aktuell knapp zehnprozentige Gewichtung in Gold beitrug. Diese darf aber 15 Prozent nicht überschreiten.

Anderen steht selbst diese Option nicht offen, und in einem beschränkteren Universum wird das Erzielen von Rendite bisweilen schwierig. Der noch in der Investitionsphase befindliche Hamburger Stiftungsfonds etwa verbuchte im laufenden Jahr Verluste, nicht nur aufgrund der Aktienseite, sondern auch aufgrund des Anteils südeuropäischer Staatsanleihen am Fondsvermögen von zuletzt rund 13 Prozent.

Der in diesem Jahr erfolgreichste europaweit anlegende defensive Mischfonds, der Allianz Kapital Plus profitierte dagegen von seiner Übergewichtung in Unternehmensanleihen, die die Kursverluste der ebenfalls hoch gewichteten italienischen Staatsanleihen wettmachen konnten.

Oftmals kostengünstiger

Stiftungsfonds zeichnen sich tendenziell auch durch vergleichsweise niedrige Kosten aus. Die Gesamtkostenquote liegt durchschnittlich bei etwa 1,1 Prozent und wird von den normalen defensiven Mischfonds nicht erreicht. Vergleicht man Stiftungsfonds mit Mischfonds vom gleichen Anbieter, zeigen sich ebenfalls Unterschiede: So kommt der Stiftungsfonds der DWS auf eine Gesamtkostenquote von 1,07 Prozent. Die des defensiven Mischfonds FI Alpha Renten Global beträgt dagegen 1,35 Prozent.

Ähnlich sieht es auch beim Stiftungsfonds Westfalen A aus. Die Gebühr für das hauseigene Pendant, den Zinsplus UI, ist um 0,1 Prozentpunkte höher. Der 1590-Stiftungen Fonds der Hamburger Privatbank Berenberg ist mit einer ausgewiesenen Gesamtkostenquote von 0,76 Prozent ebenfalls günstiger als der defensive Mischfonds Select Income A. Doch das gilt nicht durchgängig. Bei der Deka ist der Global Opportunities Plus Konservativ mit einer Gesamtkostenquote von 0,99 Prozent günstiger als der Deka Stiftungen mit 1,1 Prozent.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

25.05.2012
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ESPA STOCK BIOTEC (T)

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Allianz Biotechnologie A (EUR)

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SEB Concept Biotechnology B

41,83 € +23,39 %

M&G Japan Smaller Companies Fund A

12,29 € +22,86 %

Delta Lloyd L New Energy Fund B

3,10 € −42,94 %

Earth Exploration Fund UI (EUR R)

34,20 € −45,89 %

Craton Capital Precious Metal Fund A

180,26 $ −48,05 %

KEPLER Öko Energien (T)

35,95 € −48,35 %

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

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