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Stiftung Warentest Zwei Drittel der Immobilienfonds fallen durch

Geschlossene Immobilienfonds sind hochriskant. Das hat eine Qualitätsprüfung der Stiftung Warentest ergeben. Kein Fonds wurde mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet, lediglich acht Fonds erhielten die Note „befriedigend“.

© obs Geschlossene Immobilienfonds investieren auch in Studentenwohnheime, wie in dieses hier in der Universitätsstadt München.

Geschlossene Immobilienfonds sind nach einer Qualitätsprüfung der Stiftung Warentest mit hohen Risiken für die Anleger verbunden. In vielen Fällen sei nicht durchschaubar, unter welchen Bedingungen das Geld in eine Immobilie investiert werde, berichtete die Zeitschrift „Finanztest“ am Dienstag.

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Entsprechend hat „Finanztest“ den geschlossenen Immobilienfonds schlechte Noten ausgestellt. Bei einem Test von 58 aktuellen Angeboten fielen 36 geschlossene Fonds schon in der Vorprüfung als zu riskant durch. Von den restlichen 22 Fonds erhielten vier die Note „mangelhaft“. Damit wurden 40 Fonds für Immobilienprojekte in Deutschland als viel zu riskant eingestuft. Lediglich acht Fonds erhielten das Qualitätsurteil „befriedigend“, zehn andere die Note „ausreichend“. Kein Fonds schnitt mit „sehr gut“ oder „gut“ ab.

Maximal 5 Prozent des Besitzes investieren

„Das Ergebnis ist für die Branche kein Ruhmesblatt“, heißt es in der Zeitschrift. Selbst Vermögende, die notfalls den Verlust ihrer Anlage verkraften könnten, sollten nicht mehr als 5 Prozent ihres Besitzes in solche Fonds investieren, rät die Zeitschrift. Schon in der Vorprüfung des Tests scheiterten Fonds, die weniger als 80 Prozent der Anlagesumme tatsächlich in Immobilien investieren. Auch Blindfonds, bei denen ein Teil der Immobilienprojekte noch nicht feststeht, und solche mit einem hohen Anteil an Bankkrediten schieden gleich aus.

Am besten schnitt mit der Note „befriedigend“ der Fonds „FHH Immobilien 12 Studieren & Wohnen“ ab, bei dem Anleger Summen ab 50.000 Euro in Studentenapartments investieren können. In geschlossene Fonds für Immobilienprojekte zahlten Anleger in Deutschland allein von Januar bis Juni über 733 Millionen Euro ein. Die Fonds investieren in Bürokomplexe, Seniorenheime, Wohnhäuser, Hotels oder Einkaufszentren. Die Mindestbeteiligung liegt oft bei 10.000 Euro. Dafür werden jährliche Ausschüttungen und ein Schlussgewinn bei Verkauf der Immobilien in Aussicht gestellt. Beide sind laut „Finanztest“ aber nicht garantiert.

Was ist ein geschlossener Immobilienfonds?

Geschlossene Immobilienfonds investieren zwei- bis dreistellige Millionen-Eurobeträge in ein oder mehrere Bauprojekte wie Bürogebäude, Hotels, Einkaufszentren oder Studentenwohnheime. Die Häuser werden mit Geld von Anlegern und Krediten finanziert. Die Mindestbeteiligung liegt häufig bei 10.000 Euro. Ist genügend Geld zusammengekommen, werden keine neuen Anleger mehr aufgenommen. Der Fonds wird geschlossen. Seine Laufzeit beträgt zehn oder mehr Jahre.

Die Anleger sind Gesellschafter des Fonds. Verläuft alles nach Plan, erhalten sie über jährliche Ausschüttungen und eine Schlusszahlung ihr eingesetztes Kapital plus Rendite zurück. Dazu muss die Immobilie langfristig und möglichst ertragreich vermietet sein. Die Schlussausschüttung hängt davon ab, ob das Gebäude zum Ende der Fondslaufzeit mit Gewinn verkauft werden kann. Wenn die Kalkulation jedoch nicht aufgeht, haften die Anleger als Gesellschafter in Höhe ihrer Einlage für Verluste. Sie können unter Umständen sogar dazu verpflichtet sein, Geld nachzuschießen. Investoren können aus einem geschlossenen Immobilienfonds nicht aussteigen, es sei denn, sie finden einen Käufer für ihren Anteil. (dpa-AFX)

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX, dapd, ancs

 
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