05.08.2009 · Sterbegeldversicherungen sind in der Regel zu teuer und die Konditionen wenig kundenfreundlich. Das belege auch der aktuelle Test, so Finanztest. Nur drei Tarife kommen für Jüngere in Frage und wer erst mit 65 eine Sterbegeldpolice abschließt, zahlt drauf.
Wer Geld für seine Bestattung zurücklegen möchte, kann das mit einer Sterbegeldversicherung tun. Stirbt der Versicherte, zahlen die Anbieter die vorher vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen aus. Sterbegeldpolicen sind kleine Kapitallebensversicherungen. Nur ein Teil der Kundenbeiträge fließt in den Sparanteil, den die Anbieter verzinsen, der Rest in den Risikoschutz und die Verwaltungskosten. Die Höhe der Versicherungssumme ist garantiert. Der Schutz der Police gilt bis ans Lebensende.
Der Test
Die Policen sind in der Regel überflüssig, wie der Test von Finanztest belegt. Im Test waren Sterbegeldversicherungen von 30 Lebensversicherern und 14 Sterbekassen für 45-jährige und 65-jährige Modellkunden. Die Versicherungssumme betrug 5000 Euro und die Beitragszahlungsdauer 20 Jahre. Wichtigste Prüfkriterien waren:
* Kosten und Beiträge der Tarife sollten in einem günstigen Verhältnis stehen
* die Versicherungsbedingungen der Verträge verbraucherfreundlich sein
* die Angebote dem Vergleich mit einer sicheren, verzinsten Geldanlage plus Todesfallabsicherung durch eine Risikolebensversicherung standhalten
Die Testsieger
Nur für die Gruppe der 45-jährigen gab es drei Angebote, die alle drei Anforderungen erfüllten: von der Debeka, der HDH und der SDK. Dennoch sind auch diese Tarife nicht für jeden geeignet. Debeka und SDK stellen Gesundheitsfragen. Sie können Interessenten ablehnen.
HDH verzichtet zwar auf Gesundheitsfragen. Doch in den Tarifen ohne Gesundheitsfragen gibt es immer eine Wartezeit, in der Angehörige des Verstorbenen nur einen Teil der Versicherungssumme erhalten. Das gilt auch für die HDH. Neukunden über 55 Jahre müssen mit einer Wartezeit von drei Jahren leben. Bei jüngeren Kunden beträgt die Wartezeit nur sechs Monate. Für sie ist der Tarif der HDH geeignet.
Nicht empfehlenswert
Grundsätzlich gilt: Für Menschen ab 65 Jahren sind Sterbegeldversicherungen immer zu teuer. Grund: Der Anteil der Risikoabsicherung im Beitrag ist zu hoch. Selbst beim günstigsten Tarif von der Victoria muss ein 65-jähriger Mann für eine garantierte Versicherungssumme von 5000 Euro im Laufe von 20 Jahren insgesamt 7245,60 Euro einzahlen.
Auch Frauen ab 65 Jahren zahlen, wenn sie das Ende der Beitragszahlungsdauer erleben, mehr ein als die Angehörigen bei ihrem Tod erhalten. Für sie summieren sich die Beiträge beim günstigsten Tarif der Solidar binnen 20 Jahren auf 5760 Euro.
Alternative Vorsorge
Wer für seine Bestattung finanziell vorsorgen möchte, kann dies fürs gleiche Geld auch ohne Sterbegeldversicherung tun - in der Regel sogar effizienter. Beispiel: Der Kunde schließt eine preiswerte Risikolebensversicherung mit niedriger Versicherungssumme ab, die im Lauf der Jahre fällt. So geht er auch im vorzeitigen Todesfall sicher, dass seine Angehörigen ausreichend Geld für die Bestattung ausgezahlt bekommen.
Den Rest spart er und legt ihn sicher verzinst an - etwa auf ein Tagesgeldkonto. Im Lauf der Zeit wächst das Ersparte und damit die Rücklage für die Beerdigung. Angenommen der Kunde erhält für seine Sparraten mehr als 3 Prozent Zinsen. In diesem Fall schafft es bei den 45-Jährigen kein Anbieter, mit seiner Sterbegeldversicherung besser zu sein. Bei den 65-Jährigen reichen schon 2 Prozent Zins, um die Sterbegeldversicherung zu schlagen.
Tipps
Vorbereitung. Prüfen Sie zunächst, ob Sie wirklich eine Sterbegeldversicherung brauchen. Dabei hilft Ihnen die Checkliste weiter unten.
Ab 65 Jahre. Schließen Sie im Rentenalter keine Sterbegeldversicherung mehr ab. Wenn Sie das Ende der Beitragszeit erleben, haben Sie viel mehr eingezahlt, als Ihre Hinterbliebenen später bekommen. Wollen Sie trotz alledem eine Versicherung, fragen Sie nach einer kurzen Beitragszeit und jährlicher Zahlungsweise.
Ab 45 Jahre. Als Police kommen Debeka, HDH und SDK infrage. Alle drei Tarife haben vergleichsweise günstige Beiträge und verbraucherfreundliche Bedingungen. Debeka und SDK stellen Gesundheitsfragen. Bei der HDH sollten Sie nur abschließen, wenn Sie jünger als 56 Jahre sind. Für Ältere gilt eine Wartezeit von drei Jahren, bevor die volle Versicherungssumme ausgezahlt wird.
Unfalltod. Alle Versicherer im Test bis auf die Landeslebenshilfe VVaG (LLH) verzichten nach einem Tod durch Unfall auf die Wartezeit und zahlen die volle Leistung sofort aus.
Türöffner. Sterbegeldversicherungen gelten als sogenannte Türöffnerprodukte. Nach dem Motto: Wer eine Sterbegeldpolice kauft, lässt sich auch noch eine Rentenversicherung oder eine Zusatzpolice zur Pflegeversicherungen andrehen. Lassen Sie sich immer ausreichend Zeit und gegebenenfalls beraten, bevor Sie weitere Versicherungen abschließen.
Checkliste
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Geld für eine Bestattung zu erhalten. Möglicherweise brauchen Sie gar keine Sterbegeldversicherung.
Sterbevierteljahr. Die Deutsche Rentenversicherung zahlt auf Antrag wenige Tage nach dem Todesfall drei volle Monatsrenten an den hinterbliebenen Ehepartner aus. Voraussetzung ist, dass der Verstorbene eine gesetzliche Rente bezogen hat.
Versorgungsamt. Als Hinterbliebene von Kriegsbeschädigten erhalten Sie ein Sterbegeld nach dem Bundesversorgungsgesetz in Höhe des Dreifachen der Bezüge. Vorausgesetzt, Sie haben mit dem Verstorbenen zusammengelebt.
Öffentlicher Dienst. Als Angehörige von Angestellten des öffentlichen Dienstes erhalten Sie eine Sterbebeihilfe von bis zu drei Monatsgehältern.
Gesetzliche Unfallversicherung. Besteht nach einem Unfall ein Anspruch auf die Leistung der gesetzlichen Unfallversicherung, bezahlt diese Kasse Sterbegeld. 2009 sind das 4320 Euro in den alten und 3660 Euro in den neuen Bundesländern.
Betriebliche Sterbekasse. Wenn Sie als Rentner, eine Sterbegeldversicherung angeboten bekommen, sollten Sie zunächst prüfen, ob Ihr ehemaliger Arbeitgeber eine Sterbekasse für sie unterhält oder unterhalten hat.
Private Versicherungen. Die private Unfallversicherung zahlt Sterbegeld, wenn der Versicherte bei einem Unfall stirbt. Risikolebens- und Kapitallebensversicherungen zahlen nach dem Tod des Versicherten die Versicherungssumme aus.
Steuern sparen. Wenn Sie die Bestattung für den Verstorbenen bezahlt haben, können Sie die Kosten dafür bei der Steuer angeben. Vorausgesetzt, der Nachlass reicht nicht aus, um diese Kosten zu decken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |