23.01.2012 · Ein börsennotierter Indexfonds (ETF) streut das Risiko wie ein Fonds und kann wie eine Aktie schnell wieder zum Marktpreis verkauft werden. Aber ein ETF birgt auch Risiken, die die Anleger kennen sollten.
Von Iris UhlmannRichtlinien für Lesermeinungen
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Das ist alles zutreffend, was Frau Uhlmann schreibt. Doch darüber, ob die Haltung der SEC für Europa ein Vorbild sein sollte, kann man geteilter Meinung sein. In USA muss der Verbraucher auch durch Aufschrift auf dem Kaffeebecher gewarnt werden, dass er sich an heissem Kaffee evtl. den Mund verbrennen kann. Dann müsste hier auch auf dem Lottoschein stehen, dass die Chance auf dem Weg zur Lottoannahmestelle von einem Auto überfahren zu werden grösser ist, als einen substantiellen Lottogewinn zu erzielen. Wollen wir das? Am Ende führt die EU-Kommission ein "Recht auf Gewinn" für den Bürger ein, so dass allein ein Verlust vor Gericht als Nachweis der ungenügenden Aufklärung oder Falschberatung zu werten ist.
Ich erlaube mir auf 2 Fehler hinzuweisen:
"...kommen immer mehr sogenannte synthetische ETF an den Markt, die
einen Index über Swaps zu replizieren versuchen. Dabei läuft
der Anleger Gefahr, dass der ETF vom Underlying abweicht."
-> Sogar Kritiker der synthetischen ETF halten diesen ETF gerade das
Gegenteil zugute: Sie "tracken" den Index genauer als voll
replizierende ETFs.
"...dass es im Interesse der Anleger ist, dem Wildwuchs bei der
synthetischen Replizierbarkeit von ETF Einhalt zu gebieten und so das
Gegenparteirisiko einzuschränken."
-> Das Gegenparteirisiko ist bereits eingeschränkt, wie bei
allen ETFs bzw. Fonds nach OGAW-Richtlinien; nämlich auf 5% des Nettoinventarwertes.
Deshalb: Der ruf nach mehr Transparenz ist ok. Aber es wäre
hilfreich, wenn korrekte Argumente benutzt würden (und wenn man das
tut, dann sind die Verbesserungsvorschläge fast kosmetischer Natur...).