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Spartarife für Fahrzeuge Autoversicherer bieten zunehmend Ökorabatte

12.02.2010 ·  Versicherungsunternehmen springen in zunehmendem Maße auf den Ökotrend auf. Wer weniger als 120 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstößt, kann Prämien sparen. Die Angebote der Autoversicherer unterscheiden sich allerdings.

Von Philipp Krohn
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Versicherungsunternehmen verfolgen eine Gewinnabsicht und sehen sich normalerweise nicht als Weltverbesserer. Dennoch springen auch sie in zunehmendem Maße auf den Ökotrend auf. In der Autoversicherung etwa bietet knapp die Hälfte der Gesellschaften Spartarife für schadstoffarme Fahrzeuge an, wie aus einer aktuellen Umfrage des Vergleichsportals Financescout 24 hervorgeht, die rund zwei Drittel des Marktes abdeckt. Seltener, aber ebenfalls am Markt erhältlich, sind Rabatte für Autos mit alternativen Antrieben wie Erdgas-, Biogas-, Hybrid- oder Elektromotoren.

„Mit dem von uns gewährten Nachlass wollen wir das umweltfreundliche Kaufverhalten unterstützen“, erklärt scheinbar uneigennützig eine Sprecherin der Württembergische Versicherung. Neben der ADAC-Versicherung ist sie aber einer der wenigen Anbieter, der 10 Prozent Rabatt auf alternative Antriebe bietet - und anders als diese sowohl für Haftpflicht- als auch Kaskopolicen. Damit hat die Württembergische noch ein Alleinstellungsmerkmal. Ende vergangenen Jahres hatte etwa jedes neunzigste Auto im Bestand einen umweltfreundlichen Antrieb.

Abschläge auf Autos mit einem geringen Kohlendioxid-Ausstoß

„Wer ökobewusst ist, ist es durch die gesamte Wertschöpfungskette, also auch bis hin zu Versicherungen“, glaubt Errit Schlossberger, Geschäftsführer von Financescout 24. Noch sieht der Marktbeobachter eher eine Nische als einen Trend. Allerdings verweist er auf das Beispiel der Schweiz, wo Ökorabatte schon sehr viel verbreiteter seien. Dort gewähren nach seinen Angaben Autoversicherungen bis zu 25 Prozent Abschlag für Hybridfahrzeuge und sogar bis zu 50 Prozent für reine Elektrofahrzeuge.

Die Huk-Coburg, der Versicherer mit dem zweitgrößten Bestand am deutschen Markt, beobachtet das Thema nach eigener Auskunft aufmerksam. Bislang aber bietet das Unternehmen nur Abschläge auf Autos mit einem geringen Kohlendioxid-Ausstoß - seit Anfang vergangenen Jahres. Ähnlich machen es DEVK, Directline oder Ergo. Stößt ein Wagen weniger als 120 Gramm je Kilometer des Treibhausgases aus, muss ein Huk-Kunde 10 Prozent weniger Jahresprämie zahlen. Das sei kein Marketingtrick, sondern rechne sich auch ökonomisch, versichert ein Unternehmenssprecher: „Wir würden das nicht machen, wenn unsere Statistiker nicht einen Zusammenhang zwischen Umweltfreundlichkeit und Schadenhäufigkeit nachgewiesen hätten.“ Ob dies auch für alternative Antriebe gelte, werde sich hingegen erst erweisen können, wenn die Zahl der Fahrzeuge größer sei.

Ökorabatte als Differenzierungsmerkmal

Doch selbst gegenüber den ausstoßbezogenen Rabatten sind viele Versicherer noch zurückhaltend. Denn seit sechs Jahren herrscht auf dem gesättigten Markt ein harter Verdrängungswettbewerb, der mit stetig sinkenden Prämien einhergeht. Bei einigen Marktteilnehmern übersteigen Schaden- und Verwaltungskosten inzwischen die Prämieneinnahmen. „Deshalb dürften Ökorabatte eher als weiteres Differenzierungsmerkmal für die Unternehmen taugen, die noch versicherungstechnische Gewinne machen“, mutmaßt Errit Schlossberger von Financescout 24.

Da die Verträge aber jährlich neu abgeschlossen werden, könnten Unternehmen ihre Rabatte leicht zurückziehen, sollten sie sich als untertarifiert erweisen. Die DEVK, die zum 1. Januar 2009 ihren Ökospartarif eingeführt hat, der sich mit Rabatten für Inhaber von Bahncards und Jobtickets kombinieren lässt, stellt einen wachsenden Anteil an schadstoffarmen Autos im Bestand fest. „Oft wird der Tarif aber gar nicht aktiv nachgefragt, sondern automatisch gewährt“, schränkt eine Sprecherin ein. Denn insgesamt wächst die Zahl der Fahrzeuge, die weniger als 140 Gramm Kohlendioxid je Liter ausstoßen, wie für den Ökotarif erforderlich.

Und der Marktführer? Die Allianz setzt seit 2007 auf ein ganz anderes Prinzip. „Wenn ein Modell eine geringere Schadenhäufigkeit hat, wird das bei uns schon über die Typenklassifizierung angezeigt“, sagt ein Sprecher. Nachlässe gibt es also für bestimmte Typen, nicht für eine Ausstoßmenge. Stattdessen bieten die Münchener ihren Kunden die Möglichkeit, Zertifikate für ihre Emissionen zu erwerben, durch deren Verkauf sich Ökoprojekte finanzieren. Wer einen Golf 6 mit 1,4 Liter Hubraum 15.000 Kilometer im Jahr fährt, zahlt dafür rund 40 Euro. Das Angebot werde aber nicht offensiv beworben, und die Nachfrage sei recht bescheiden.

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