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Serie Mit fundierten Analysen von Ereignissen profitieren

26.06.2002 ·  Ereignisse kommen nicht immer überraschend. "Event-Driven“-Strategien versuchen die Wahrscheinlichkeit von Fusionen und Übernahmen abzuschätzen.

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Ereignisse müssen nicht immer überraschend kommen. So setzen die so genannten "Event-Driven-" oder ereignisorientierten Strategien wie der Name schon sagt darauf, dass bei bestimmten Unternehmen etwas passiert. Das können Fusionen, Übernahmen, eine Insolvenz, eine Restrukturierung oder andere Veränderungen rund um die wirtschaftliche Existenz eines Unternehmens sein.

Der Preis der damit verbundenen Wertpapiere wird dabei in der Regel mehr von diesen Ereignissen bewegt, als allein von "normalen Marktkräften". Damit spielen beispielsweise der Zeitpunkt einer juristischen Entscheidung, die Dynamik von Verhandlungen oder Garantieleistungen eine Schlüsselrolle für den Erfolg der Strategie.

Fundamentalanalysen lassen Eintrittswahrscheinlichkeiten abschätzen

Typischerweise basieren solche Strategien auf Fundamentalanalysen, die weit über den sonst üblichen Rahmen im Investment-Bereich hinausgehen. Sie dürften auch rechtliche und strukturelle Probleme im Zusammenhang mit der anstehenden Transaktion berücksichtigen. In manchen Fällen kann der Portfoliomanager sogar aktiv in das Geschehen eingebunden sein und damit Einfluss auf das Ergebnis ausüben.

Das Ziel der Strategie besteht darin, von Preisänderungen zu profitieren, wenn sich die Eintrittwahrscheinlichkeit eines Ereignisses erhöht oder vermindert. Damit ist sie unter normalen Umständen relativ unabhängig vom normalen Marktgeschehen. Allerdings dürfte diese Unabhängigkeit in Finanzkrisen nicht mehr gegeben sein.

Fusionsarbitrage nutzt Risikoabschläge

Eine Form dieser Strategie ist die so genannte Risiko Arbitrage, auch Fusionsarbitrage genannt. So wird an der Börse bei einer angekündigten oder kolportierten Fusion während des Umsetzungsprozesses das "Zielunternehmen" üblicherweise unter seinem Wert gehandelt. Denn es besteht immer das Risiko, dass der Deal schief geht. In diesem Falle stünde das Unternehmen vom Image her relativ schlecht da. Geht das Geschäft dagegen reibungslos über die Bühne, wird der volle Wert - unter Umständen sogar noch mit einer Prämie - zum Tragen kommen.

Von diesem Phänomen versuchen die Fondsmanager zu profitieren, indem sie Aktien der Zielfirma kaufen und dagegen die des Käufers verkaufen. Das Risiko besteht immer darin, dass der Deal platzen könnte.

Ein deutliches und zugleich eindrucksvolles Beispiel für die Merger-Arbitrage war die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone AirTouch. Der Deal wurde angekündigt am Sonntag dem 14. November 1999, als Vodafone 53,7 seiner Aktien für eine Mannesmannaktie bot. Zum Handelsende des folgenden Tages Betrug die Angebotsprämie 22,5 Prozent. Nachdem das Angebot zwischenzeitlich noch einmal erhöht worden war, ist es dann am zehnten Februar des Jahres 2000 für verbindlich erklärt worden. Daraufhin schmolz die Übernahmeprämie auf Null zusammen und bescherte den Hedge Fonds damit einen beachtlichen Gewinn.

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