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Schwellenländer-Zertifikate Mit Kapitalgarantie investieren

23.06.2009 ·  Einige Zertifikate minimieren das höhere Risiko der Geldanlage in aufstrebenden Volkswirtschaften wie China, Brasilien oder Indien. Dafür wird die mögliche Rendite jedoch deutlich beschnitten.

Von Daniel Mohr
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Die Erfolgsgeschichte aufstrebender Volkswirtschaften wie China, Brasilien oder Indien hat in der Finanzkrise einen erheblichen Dämpfer erlitten. Zahlreiche ausländische Investoren scheuten plötzlich das höhere Risiko und zogen ihr Kapital ab. Der Wachstumsmotor geriet ins Stottern und die über Jahre stark gestiegenen Aktienkurse fielen deutlich.

Die schnelle Kurserholung in den Monaten März bis Mai hat nun jedoch eindrucksvoll gezeigt, dass das Thema des wirtschaftlichen Aufholprozesses der Schwellenländer an den Kapitalmärkten immer noch ein attraktives ist. Zahlreiche Aktienstrategen haben die Schwellenländer unter den Aktienmärkten wieder zu ihren Favoriten erkoren. „Die Schwellenländer sind die einzige Ländergruppe, für die unsere Volkswirte selbst in diesem Jahr ein positives Wirtschaftswachstum erwarten“, begründet Alfred Roelli, Anlagestratege der Schweizer Privatbank Pictet die Entscheidung seines Hauses, erstmals seit Jahren wieder eine signifikante Position in Schwellenländeraktien aufgebaut zu haben.

Bis zu 147 Prozent Gewinn bei Barclays

Gleichwohl sind die erratischen Kursschwankungen an den Schwellenländerbörsen ein Indiz für das höhere Risiko der Geldanlage in diesen Ländern. Wer zwar überdurchschnittliche Kursgewinne an den Schwellenländerbörsen erwartet, gleichwohl aber das volle Risiko scheut, für den sind einige Zertifikate empfehlenswert, die dem Anleger den Erhalt seines Kapitals garantieren, ihn gleichzeitig aber an Kursgewinnen der Schwellenländerbörsen partizipieren lassen. Der Anleger muss sich jedoch bewusst sein, dass die Kapitalsicherung ihn zwar vor Kursverlusten bewahrt, gleichzeitig jedoch bei steigenden Märkten seine Rendite gegenüber einer Investition ohne Kapitalschutz mitunter deutlich schmälert.

So sichert ihm ein Emerging Markets-Zertifikat von Barclays Capital (WKN: BC0AM4) am Ende der Laufzeit von fünf Jahren zwar vollen Kapitalschutz zu, die maximal mögliche Rendite ist jedoch auf 47 Prozent beschränkt, was 8 Prozent je Jahr entspricht. Das Produkt befindet sich noch bis zum nächsten Dienstag in der Zeichnung - in dieser Phase wird ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent verlangt. Der Anleger partizipiert gleichgewichtet von der Entwicklung der Aktienmärkte in China, Brasilien, Indien und Korea. Sein Einstiegspreis ist der Durchschnittskurs des ersten Jahres der Laufzeit des Produkts, der Ausstiegskurs wird anhand des Durchschnitts des fünften Jahres bis Sommer 2014 ermittelt. Ist die Differenz zum Anfangsbetrag negativ, erhält der Anleger sein eingesetztes Kapital zurück, ist es positiv, partizipiert der Anleger daran bis zur Obergrenze von 147 Prozent seines eingesetzten Kapitals.

Garantiebetrag von 100 Euro bei Goldman Sachs

Schon etwas länger am Markt ist ein Garantiezertifikat von Goldman Sachs auf den Dax Global Bric, einen Index, der jeweils zehn Aktien aus Brasilien, Russland, Indien und China umfasst. Das seit Juli 2006 gehandelte Produkt (WKN: GS0NH3) kostet derzeit knapp 103 Euro. Im Januar 2013 ist die Rückzahlung von 100 Euro je Zertifikat garantiert. Zugleich wird ein Durchschnittswert des Index über die Laufzeit gebildet. Liegt er höher als zur Auflage des Zertifikats im Juli 2006 partizipiert der Anleger an den Kursgewinnen zu 90 Prozent. Zum Start lag der Index auf 298 Punkten, der bisherige Durchschnittswert sind 383 Punkte. Demnach würden an den Anleger nach aktuellem Stand von den 28,5 Prozent Kursgewinn 90 Prozent, also 25,7 Prozent ausgeschüttet - mithin 125,70 Euro je Zertifikat. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass der Index momentan mit 333 Punkten unter seinem Durchschnittswert notiert, die Ausschüttungssumme also so lange sinkt, wie der Index unter seinem bisherigen Durchschnitt liegt.

Ein zweites Garantiezertifikat von Goldman Sachs (WKN: GS72W6) notiert mit 95 Euro sogar unter seinem Garantiebetrag von 100 Euro, den Anleger im Juni 2013 erhalten. Hier liegt der Durchschnittsbetrag mit 388 Punkten allerdings sogar knapp unter dem Emissionspreis, so dass der Dax Global Bric schon deutlich steigen müsste, damit den Anlegern über die 100 Euro hinaus eine signifikant positive Rendite erwächst.

Auch volles Risiko möglich

Ebenfalls ein Produkt mit Kapitalschutz auf den Dax Global Bric hat die Royal Bank of Scotland aufgelegt (WKN: AA0CX3). Der Anleger erhält am Ende der Laufzeit in drei Jahren mindestens 95 Euro je Zertifikat ausgezahlt und damit ziemlich genau den aktuellen Preis des Produkts. Steigt der Index von seinem aktuellen Niveau von 333 Punkten bis auf 370 Punkte, hat der Anleger nichts davon. Alle prozentualen Steigerungen über 370 Punkte hinaus kommen jedoch dem Anleger dann voll zugute.

Neben Produkten mit voller Kapitalgarantie bieten einige Emittenten auch Bonuszertifikate, bei denen Anleger bis zu bestimmten Schwellen vor Kursverlusten geschützt sind. So bietet die Société Générale ein Produkt auf den Hang Seng China Enterprises (WKN: SG06VH). Der Index umfasst in Hongkong notierte chinesische Aktien. Sollte er bis zum Ende der Laufzeit am 18. Juni 2010 niemals unter 6000 Punkte gefallen sein (aktueller Stand: 10 581 Punkte), erhält der Anleger 114 Euro je Zertifikat. Vom derzeitigen Zertifikatepreis von 103 Euro aus gerechnet ergibt sich so eine Rendite von gut 10 Prozent. Ein höherer Auszahlungsbetrag ist nicht möglich, wohl aber ein geringerer, falls die Schwelle nach unten durchbrochen wurde. Dann bekommt der Anleger am Laufzeitende ein Hundertstel des Indexstands ausgezahlt, so dass für ihn auch deutliche Verluste denkbar sind.

Natürlich können die Anleger auch mit vollem Risiko in Schwellenländeraktien investieren. Deutsche Bank X-Trackers, Lyxor und iShares bieten zum Beispiel Indexfonds auf den MSCI Emerging Markets Index mit jährlichen Verwaltungsgebühren von etwas mehr als 0,6 Prozent.

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