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Schwellenländer nach Trump : „Unsicherheit birgt Gelegenheiten“

Schwellenländer-Schreckgespenst Trump Bild: AFP

Die Unsicherheit rund um die Schwellenmärkte hat seit der Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten zugenommen. Schwellenlandfonds-Manager haben es nicht leicht.

          Der für viele Beobachter überraschende Sieg Donald Trumps bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen hat die Finanzmärkte durcheinandergebracht. Mittlerweile haben sich die Börsen zumindest in Amerika dafür entschieden, dass die Wahl doch keine ganz so schlechte gewesen ist - zumindest für Amerika.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In Deutschland und anderswo ist man da nicht ganz so sicher. Und ganz besonders nicht in den Schwellenländern. „Nach Trumps Sieg wurde es in den Schwellenländern chaotisch“, sagt auch Knut Harald Nilsson, der für die norwegische Gesellschaft Skagen den Kon-Tiki-Fonds managt, der in Aktien aus Schwellenländern investiert.

          Vor den Wahlen defensiv positioniert

          Die Auffassung, dass Trump ein Konjunkturprogramm verwirklichen werde, das zu mehr Inflation und höheren Zinsen führen werde, und der damit verbundene Anstieg der Anleiherenditen sei, zusammen mit Trumps protektionistischen Wahlkampfaussagen, nicht gut aufgenommen worden. „Wir erwarten auch in nächster Zeit eine erhöhte Schwankungsanfälligkeit, bis es mehr Gewissheit über Trumps tatsächliche Politik gibt“, sagt Nilsson. „Aber Märkte tendieren zu Überreaktionen. Da wir uns auf Einzelaktien konzentrieren, birgt Unsicherheit auch immer Gelegenheiten.“

          Vor den Wahlen hatte sich der Kon-Tiki-Fonds bemüht, sich auf die mögliche Entwicklung einzustellen. „Wir haben keine Aktien im Portfolio, die unmittelbar mit Mexiko verknüpft sind. Auch der Einfluss von Exporteuren, die mit amerikanischen Unternehmen konkurrieren, ist begrenzt“, sagt Nilsson, der auf Kaufgelegenheiten hofft.

          Was ist eine Schwellenland-Aktie?

          Nilssons Definition von Schwellenländeraktien ist etwas anders als sonst üblich: So sind knapp fünf Prozent des Portfolios in schwedischen und noch einmal halb so viel in japanischen Unternehmen angelegt. „Für uns ist wichtig, wo die Unternehmen aktiv sind, nicht aus welchem Land sie kommen. ABB etwa erhält die Hälfte seiner Aufträge aus Schwellenländern.“

          Überhaupt beginne die Grenze zwischen Schwellenländern und entwickelten Nationen zu verschwimmen. „Kann man etwa Südkorea wirklich noch als Schwellenland bezeichnen, wenn man auf seine Demographie und seine Wirtschaftsstruktur blickt?“ Das Land steht kaufkraftbereinigt auf Platz 27 der Liste der größten Pro-Kopf-Einkommen der Welt, vor Italien und Spanien.

          Gleich, welche Länder man nun zu den Schwellenländern zähle und welche Unternehmen man nun als relevant für den Ansatz betrachtet - man spricht letztlich von einem Sammelsurium. „Es gibt signifikante Unterschiede zwischen den Märkten“, sagt Nilsson. „In Taiwan oder Korea etwa ist es genauso wie in entwickelten Ländern. Die Bedeutung der Kreditwirtschaft ist hoch, und die Banken haben ähnliche Probleme.“

          Interessanter scheinen für Nilsson daher vor allem Länder, die zuletzt eher negative Schlagzeilen gemacht haben. „In Brasilien sind wir übergewichtet. Die Währungsentwicklung hat seit Jahresbeginn für uns gearbeitet, auch wenn der Real nach den Wahlen in Amerika deutlich nachgegeben hat. Zudem haben die Märkte überreagiert, und das hat Kaufgelegenheiten geschaffen.“ Auch in der Türkei ist der Fonds stark investiert. Die politische Situation habe viele Anleger verschreckt, aber es gebe dort gute Unternehmen, ebenso wie in Russland.

          Skagen Kon-Tiki A

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          Allerdings hat der Ansatz des Kon-Tiki-Fonds in den vergangenen Jahren nicht so gut funktioniert wie erhofft. In den vergangenen fünf Jahren konnte er nur noch in einem einzigen Jahr seinen Vergleichsindex, den MSCI Emerging Markets Index, übertreffen. „Unser Substanz-Ansatz hat in den vergangenen Jahren nicht so gut funktioniert“, räumt Nilsson ein. „Aber in Investmentzyklen kann sich das Blatt schnell wenden, und langfristig entwickeln sich Substanzaktien besser. Ich erwarte, dass sich das Blatt im kommenden Jahr wenden wird.“

          Nilsson setzt dabei darauf, dass die Inflationsraten in den Schwellenländern ihren Höhepunkt erreicht haben. Aufgrund der dort höheren Zinsen gebe es dann Spielraum für Senkungen, was die Konjunktur beflügeln werde. Auch habe sich in den Geschäftszahlen zum dritten Quartal gezeigt, dass der Rückgang der Margen zu Ende gegangen sei.

          Quelle: F.A.Z.

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