13.09.2006 · Die Korrektur im Mai und Juni war heftig, doch inzwischen sind die Indonesien-Fonds dabei, die Verluste wettzumachen. Auf Sicht von drei Monaten führen sie die Liste der besten Aktienfonds an. Die Chancen auf weiter steigende Kurse stehen nicht schlecht.
Zehn Prozent Wertzuwachs in einem Vierteljahr? Das haben Indonesien-Fonds jetzt geleistet, wie der FAZ.NET-Fondsvergleich zeigt. Die S&P-Rubrik „Aktien Indonesien“ führt damit die Rangliste der besten Fonds auf Sicht von drei Monaten an. S&P führt in dieser Rubrik nur zwei in Dollar denominierte Fonds auf, den „Fidelity - Indonesia Fund“ (Isin LU0055114457) und den „Dit-Indonesia“ (IE0002817421).
Mit beiden Fonds konnte der Anleger seinen Einsatz in drei Jahren mehr als verdoppeln und in fünf Jahren mehr als verdreifachen. Auf Sicht von zehn Jahren allerdings konnten die Anteilsinhaber gerade mal ihr Kapital erhalten - Ende der 90er Jahre nämlich sackte der indonesische Markt ordentlich ins Minus, erst jetzt haben die Fonds ihre gewaltigen Verluste wieder wettgemacht. In Euro gerechnet fällt die Bilanz nicht ganz so positiv aus. Doch immerhin bleibt nach drei Jahren ein Plus von 90 Prozent (Dit) bzw. 95 Prozent (Fidelity).
Aktienmarkt hat noch Potential
Der indonesische Aktienmarkt begann seine jüngste Rally Ende 2002. Damals notierte der Jakarta Composite Index (JCI) bei 337 Punkten. Mitte Mai dieses Jahres lief der Index dann auf ein Rekordhoch von 1.553 Punkten. In nur einem Monat verlor er aber gut 20 Prozent auf 1.234 Zähler. Am Mittwoch schloß der Index bei 1.451 Punkten. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,8 für 2006 scheint der JCI auf dem aktuellen Niveau noch nicht überbewertet zu sein.
Ähnlich wie der Index sind beide Fonds noch ein Stück von ihrem Mehrjahreshoch entfernt. Der Fidelity-Fonds kostete im Mai in der Spitze fast 11 Dollar, aktuell sind es knapp 10 Dollar. Für einen Dit-Anteil waren beim Hoch etwa 10 Dollar zu zahlen, am Mittwoch waren es 8,77 Dollar.
Die Leitzinsen sinken
Insgesamt scheinen die Aussichten auf weiter steigende Kurse in Indonesien nicht schlecht zu sein: Weltweit steigen im Trend die Leitzinsen, doch die indonesische Notenbank konnte vergangene Woche zum vierten Mal in diesem Jahr ihren Schlüsselsatz senken, und zwar um 50 Basispunkte auf 11,25 Prozent. Seit Jahresbeginn sank der Zins damit um 150 Basispunkte. Volkswirte meinen, daß der Satz bis Jahresende auf 10,5 Prozent fallen könnte.
Nach einer stark steigenden Inflation hatte die Zentralbank den Leitzins im vergangenen Jahr bis auf 12,75 Prozent angehoben. Inzwischen sei die Inflation gedämpft, sagte der Notenbankpräsident Burhanuddin Abdullah. Die Teuerung betrug im Juli zwar immer noch mehr als 15 Prozent, geht aber seit acht Monaten zurück. Die Senkung soll Abdullah zufolge die Realwirtschaft stimulieren, ohne einen exzessiven Inflationsdruck auszulösen. Die Notenbank sorge sich vor allem um den Konsum. Das starke Wirtschaftswachstum von 5,2 Prozent im zweiten Quartal sei vor allem von höheren Staatsausgaben getragen gewesen.
Solides Wachstum prognostiziert
Die Volkswirte von Deutsche Bank Research prognostizieren für dieses Jahr ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 4,5 Prozent, für 2007 sagen sie 5,2 Prozent voraus. Die Exporte sollen 2007 um zwölf Prozent anziehen und erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar überschreiten.
Anleger dürfen allerdings nicht vergessen, daß das Land immer wieder von Naturkatastrophen wie Erdbeben heimgesucht wird. Außerdem fielen in Indonesien bislang 48 Menschen der Vogelgrippe zum Opfer, nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind das mehr als in jedem anderen Land. Je nach Ausmaß der Katastrophen sind Auswirkungen auf die Finanzmärkte möglich, etwa weil die Infrastruktur zurückgeworfen wird.
Wertentwicklung fast parallel
Ein Blick zurück zeigt, daß sich die beiden Fonds in Sachen Wertentwicklung nicht viel nehmen. Die Charts entwickelten sich in den vergangenen Jahren mehr oder weniger parallel: Auf Sicht von zehn Jahren liegt das Fidelity-Produkt leicht vorne, auf Sicht von fünf Jahren führt der Dit-Fonds. In den vergangenen drei Jahren war wieder Fidelity besser, auf Sicht von zwölf Monaten dagegen der Dit.
Das mag an einer ähnlichen Anlagepolitik liegen: Beide Fonds streben langfristiges Kapitalwachstum an und investieren in Unternehmen, die in Indonesien ansässig sind oder einen wesentlichen Anteil ihrer Erträge und/oder ihrer Gewinne in Indonesien erwirtschaften“, wie es beim Dit heißt. Eine ähnliche Formulierung findet sich in den Verlaufsunterlagen von Fidelity.
Beide Fonds setzten auf Finanzdienstleister
Der Dit-Fonds wurde im Mai 1993 aufgelegt und ist damit etwa eineinhalb Jahre länger am Markt als das Fidelity-Produkt. Allerdings konnte die Fondstochter der Allianz wesentlich weniger Anlegergelder für Indonesien einsammeln: Das Fidelity-Fondsmanagement verwaltet 176 Millionen Dollar, der Dit nur 28 Millionen Euro.
Unterschiede zeigen sich bei der Aktienauswahl: Nur Telekomunikasi TBK PT und Astra International sind in beiden Fonds unter den zehn größten Positionen zu finden, ansonsten konzentrieren sich die Fondsmanager auf unterschiedliche Werte. Die größte Branche ist in beiden Fonds die der Finanzdienstleister mit einem Gewicht von knapp einem Viertel. Fidelity setzt daneben eher auf Konsumgüter und Telekomdienstleister, beim Dit spielen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe eine größere Rolle.
Fonds nur als Beimischung interessant
Wer nicht auf eine Branche wetten will und deshalb dem einen oder dem anderen Fonds den Vorzug gibt, sollte einen Blick auf die Kosten werfen: Der Standard-Ausgabeaufschlag beträgt bei Fidelity 5,25 Prozent, Direktkunden zahlen allerdings nur 2,63 Prozent. Beim Dit werden 5,0 Prozent fällig. Eindeutig günstiger ist Fidelity bei der Managementgebühr: Hier fallen im Jahr 1,5 Prozent an, der Dit verlangt derzeit 1,75 Prozent, es können aber bis 2,0 Prozent einbehalten werden.
Die Chancen sollten alles in allem gut stehen, daß sich ein Investment in Indonesien auszahlt. Mehr als eine kleine Beimischung im Portfolio sollte aber keiner der beiden Fonds sein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,54 | −2,24% |
| Dow Jones | 12.347,00 | −1,25% |
| EUR/USD | 1,2561 | −0,96% |
| Rohöl Brent Crude | 105,62 $ | −2,43% |
| Gold | 1.582,50 $ | 0,00% |