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Schwellenländer-Fonds Fonds-Guru Mobius setzt auf steigende Kurse in Korea und Taiwan

28.02.2005 ·  Fondsmanager Mark Mobius gilt als einer der intimsten Kenner der Börsen der Schwellenländer. Eine seiner größten Wetten besteht aktuell darin, daß sich die Bewertungen in Südkorea und Taiwan denen der Industrieländer annähern.

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Der Schwellenmarkt-Spezialist Mark Mobius setzt auf Südkorea und Taiwan. In Südkorea rechnet der Leiter des Bereichs Emerging Markets bei Templeton Asset Management Ltd. mit Verbesserungen bei der Corporate Governance, in Taiwan sieht er eine stabilere politische Lage. Außerdem geht der 68jährige Fondsmanager davon aus, daß sich die Computerindustrie erholen wird, die für beide Ländern eine der Haupt-Exportbranchen ist.

Diese Faktoren werden dazu beitragen, daß die Aktien in Südkorea und Taiwan sich den Bewertungen in Industrieländern annähern, beschreibt der Fondsmanager. Der südkoreanische Benchmarkindex Kospi wird zum 11,1fachen des erwarteten Gewinns gehandelt, beim taiwanesischen Taiex beläuft sich das Kurs-Gewinn- Verhältnis auf 16,2. Zum Vergleich: das japanische Börsenbarometer Nikkei 225 weist ein KGV von 20,4 auf.

"Der sogenannte Korea-Abschlag wird verschwinden, und darauf setzen wir", erklärt Mobius. In Taiwan "wird sich die Lage im Hinblick auf China verbessern." Der von Mobius verwaltete Emerging Markets Fund hatte per Ende August 2004 rund 30 Prozent seines Anlagekapitals in Südkorea und Taiwan investiert. Für dieses Jahr kommt der Fonds auf ein Plus von zwölf Prozent, verglichen mit einem Anstieg von 7,3 Prozent beim MSCI Emerging Markets Index.

Hoffen auf mehr Transparenz und Offenheit

Mobius erwartet, daß ein energisches Vorgehen von Investoren wie Sovereign Asset Management Ltd. in Südkorea für eine bessere Unternehmensführung sorgen wird. Sovereign versucht seit zwei Jahren, SK Corp. zu bewegen, den Chairman Chey Tae Won zu entlassen, weil er für Bilanzfehler verurteilt wurde. Außerdem drängt Sovereign das SK-Management, das Unternehmen nicht weiter dazu zu benutzen, kränkelnde Tochtergesellschaften zu stützen. Der Aktienkurs des größten koreanischen Ölraffinerieunternehmens hat sich mehr als versechsfacht, seit Sovereign im März 2003 eingestiegen ist. Dennoch notiert die Aktie lediglich beim 5,5fachen des Gewinns. Ende 2004 hielt Templeton etwa 1,7 Prozent an SK Corp, zeigen Bloomberg-Daten.

Als Sovereign in diesem Jahr Anteile an LG Electronics Inc. und LG Corp. erwarb, begründete der Vermögensverwalter den Einstieg mit der besseren Unternehmensführung bei den Gesellschaften der LG-Gruppe. Seit Sovereign am 18. Februar bekannt gab, daß sie 5,5 Prozent an LG Corp. hält, ist der Aktienkurs des Unternehmens elf Prozent geklettert, bei LG Electronics, an der Sovereign 5,7 Prozent hält, ging es 5,3 Prozent aufwärts. LG Electronics ist der zweitgrößte koreanische Elektronikhersteller.

Mobius erwartet, daß eine höhere Transparenz und mehr Offenheit auch die Aktienkurse von Unternehmen wie Samsung Electronics Co. in die Höhe treiben wird. Samsung ist eine der zehn größten Positionen im Portfolio von Mobius' Fonds. Seit Jahresbeginn ist der Kurs 17 Prozent geklettert. "Nach der Vorarbeit, die Sovereign bei SK und jetzt LG leistet, wird sich die Einstellung zur Corporate Governance in Südkorea verändert", der Fondsmanager. Würde Samsung in New York gehandelt, wäre das Unternehmen 20mal so viel wert wie es derzeit ist, fügt er hinzu.

Taiwan mit Kurspotenzial bei politischem Tauwetter mit China

Im Januar übertrafen Samsung Electronics und Intel Corp., die beiden weltgrößten Halbleiterhersteller, mit ihren Ergebnissen die Erwartungen der Analysten. Die Unternehmen aus der Computerbranche "bringen ihr Haus in Ordnung" kommentierte Mobius. "Das ist ein weiterer interessanter Aspekt, den wir beobachten."

In Taiwan dürfte ein Tauwetter bei den Beziehungen zur Volksrepublik China die Aktienkurse beflügeln. China betrachtet die Insel seit ihrer Abspaltung nach dem Bürgerkriegsende 1949 als abtrünnige Provinz, Taiwan erkennt die Herrschaft der Volksrepublik nicht an. In letzter Zeit mehren sich jedoch Zeichen einer Annäherung. Taiwan sei nahe dran, chinesischen Finanzdienstleistern die Tätigkeit auf der Insel zu erlauben, sagte Kong Jaw-sheng, Chairman der taiwanesischen Finanzaufsicht, am 23. Februar. Unternehmen aus Taiwan haben 100 Milliarden Dollar in China investiert, die Volksrepublik ist Taiwans größter Handelspartner. Schätzungsweise eine Million Taiwanesen leben und arbeiten auf dem chinesischen Festland.

Der Taiex hat, in Dollar gemessen, im letzten Jahr elf Prozent zugelegt. Damit bot er unter 60 von Bloomberg beobachteten Aktienindizes die zehntschlechteste Performance. Seit Jahresanfang verzeichnet das Börsenbarometer ein Plus von 1,1 Prozent in lokaler Währung. "Die einheimischen Investoren halten sich vom Markt fern und sind mit der Entwicklung nicht zufrieden, vor allem aufgrund der politischen Situation", sagt Mobius. "Das verändert sich." In seinem Portfolio finden sich unter anderem Aktien des Computerherstellers Acer Inc. Der Aktienkurs ist seit Jahresanfang etwa 3,8 Prozent gefallen.

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