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Finanzstabilitätsrat : Schattenbanken verwalten 34 Billionen Dollar

Wo versteckt sich das ganze Geld? Blick auf das Bankenviertel in Frankfurt am Main Bild: Simulation KSP Engel und Zimmermann Architekten

Fast die Hälfte des Finanzvermögens der Welt wird nicht mehr von Banken bewegt. Zwanzig Prozent aus diesem Graubereich der Märkte beziffern Experten als risikoreich. Dass sie dennoch gelassen bleiben, liegt an der löchrigen Datenlage ihres Befundes.

          In der Finanzwelt findet immer mehr Geschäft außerhalb der herkömmlichen Banken statt. Mit 149 Billionen Dollar wurde fast die Hälfte des gesamten Finanzvermögens auf der Welt zuletzt nicht mehr von Banken bewegt, sondern von Versicherungen, Pensionsfonds und einer wachsenden Zahl anderer Finanzvermittler, wie aus einer Analyse hervorgeht, die der Finanzstabilitätsrat der größten 20 Wirtschaftsnationen (G 20) am Mittwoch vorlegte. Auch in Deutschland nimmt die Rolle der herkömmlichen, als streng reguliert geltenden Banken für die Finanzmärkte immer weiter ab. Bewegten die Banken noch vor wenigen Jahren mehr als drei Viertel des Finanzvermögens hierzulande, so ist der Anteil inzwischen auf unter 60 Prozent gerutscht. Viel Geld halten Unternehmen inzwischen in ihren eigenen Finanzierungseinheiten oder wird von Versicherungsgesellschaften verwaltet. Aufgrund der Anleihekäufe der vergangenen Jahre spielt auch die Bundesbank inzwischen eine größere Rolle.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Noch vor wenigen Jahren wurden viele dieser Geschäfte unter dem Schlagwort Schattenbanken geführt. In seiner nun vorgestellten sechsten Analyse dieses Graubereichs der Finanzmärkte kommt der Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board; FSB) nun aber zu dem Schluss: Ein Großteil dieses Marktes ist gar nicht so unreguliert und mithin auch nicht so risikoreich wie lange befürchtet. In dem Stabilitätsrat sitzen Vertreter der Finanzministerien, Notenbanken und Aufsichtsbehörden aus den führenden 20 Wirtschaftsnationen (G 20). Sie sollen den G-20-Regierungen Vorschläge zur besseren Regulierung der Finanzmärkte unterbreiten.

          Etwa 70 Prozent des gesamten BIP

          Den tatsächlich risikoreichen Teil der Finanzmärkte jenseits der herkömmlichen Banken beziffern sie nun mit 34 Billionen Dollar. Das sind 3,2 Prozent mehr als im Jahr davor, wie der FSB am Mittwoch mitteilte, und entspricht rund 70 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts der von ihm untersuchten Staaten.

          Doch schon die Definition von Schattenbanken ist nicht ganz einfach. In früheren Berichten des FSB war der Graumarkt der Finanzwelt schon wesentlich weiter gefasst worden: Im Jahr 2015 hatten die Aufseher sein Volumen noch mit 75 Billionen Dollar angegeben. Inzwischen grenzen sie das Feld aber auf diejenigen Geschäfte am Markt ein, von denen ihrer Meinung nach wirklich Risiken für das globale Finanzsystem ausgehen könnten.

          Bild: FSB / F.A.Z-Garfik

          Dabei haben sie vor allem solche Anbieter im Blick, die mit besonders hohen Verschuldungsgraden arbeiten oder die zum Beispiel in hohem Maße langfristig Geld verleihen, das ihnen auf der anderen Seite ihre Investoren kurzfristig abziehen könnten. 65 Prozent der riskanten Schattenbankaktivitäten rechnen sie nun Anlagevehikeln zu, die Investorengelder einsammeln und sie in Form von Krediten wieder ausgeben.

          Zum sechsten Mal hat der FSB nun den Markt der Schattenbanken analysiert, um die globalen Trends und vor allem die Risiken ausfindig zu machen. 28 Staaten wurden berücksichtigt, die gemeinsam für rund 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung stehen; erstmals haben auch Belgien und sogar die Cayman Islands Daten an den Stabilitätsrat geliefert. Die 34 Billionen Dollar, auf die der Rat die Schattenbankaktivitäten nun beziffert, entsprechen 13 Prozent der gesamten Finanzmärkte der betrachteten Staaten.

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