07.09.2010 · Nobeluhren, Wein und Diamanten sind eine schöne Geldanlage. Sie bringen sogar Rendite. Und schützen die Sammler vor Inflation.
Von Dyrk ScherffWas ist heute eine Anleihe oder eine Aktie? Eine irgendwo elektronisch gespeicherte Zahl, ein Bit. Sie heißt noch „Wertpapier“, aber der Anleger wird es nie in Händen halten. Es ist ein abstraktes Ding ohne Freude für die Augen und die Seele. Wer dagegen in Sachwerte investiert, legt sein Geld nicht einfach nur an, er tut sich Gutes. Die eigene Immobilie steigert das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, ein teures Gemälde ziert das Haus, Goldmünzen und Briefmarken bieten faszinierende Motive, und alte Autos begeistern Technikfans.
Doch nicht nur diese Klassiker erfreuen ihre Besitzer. Immer beliebter werden auch vergleichsweise unbedeutende Geldanlagen wie Porzellan, Uhren oder historische Wertpapiere. Und auch Diamanten werden nicht nur getragen, sondern in den vergangenen Jahren auch zunehmend als Geldanlage gesehen. Genauso wie der Wein, der oft lieber als Investment gelagert als getrunken wird.
Ruf des Inflationsschutzes
Derzeit drängen sich solche Anlagen auf. Denn zum einen steigt die Angst vor Inflation wegen der hohen Staatsverschuldung. Sachwerte schützen vor Preisentwertung. Zum anderen sind auch die Renditen der klassischen Anlagen unattraktiv. Zinsen von derzeit unter zwei Prozent machen keinen Spaß. Und am Aktienmarkt steht der Dax jetzt auf dem Stand von 1998 - nichts verdient in 12 Jahren.
Sachwerte können hingegen gute Renditen abwerfen. Es muss nicht immer die Rolex sein, die in 15 Jahren 300 Prozent zulegt. Aber höhere Gewinne als am Rentenmarkt sind allemal drin, mit etwas Glück lässt sich auch der Aktienmarkt schlagen - obwohl die Gebühren hoch sind. Beim Kauf fallen oft mehr als zehn Prozent für den Händler an, dazu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Steuerlich sind Sachwerte dafür bevorzugt. Denn nach einem Jahr - Immobilien nach zehn Jahren - sind Gewinne steuerfrei, während für Anleihen und Aktien immer die Abgeltungsteuer gilt.
Erfahrung, Sachkenntnis, Recherche
Wer sein Geld in Sachwerte stecken möchte, muss sich jedoch mehr darum kümmern als auf den anderen, vergleichsweise effizienten Kapitalmärkten. Anleger müssen mehr Erfahrung mitbringen. Die Preisentwicklung ist nicht so transparent wie an der Börse. Die Gefahr, zu teuer oder das Falsche zu kaufen, ist größer. Volltreffer und Missgriff liegen dichter beieinander.
Alte Auktionskataloge helfen, einen Überblick über frühere Preise, Stückzahlen und die Qualität der Stücke zu bekommen. Das sind wichtige Informationen, denn geringe Produktionszahlen, eine Marke mit hervorragendem Image und ein guter Erhaltungszustand des Objekts sind entscheidend für die Frage, ob sich die sinnliche Investition auch lohnt. Solche Stücke sind aber teuer. Mittelmaß und Massenware sind zwar günstiger, bringen aber kaum eine Wertsteigerung.
Auch Kunstmessen und spezialisierte Händler sind eine wichtige Auskunftsquelle. Vor dem ersten Kauf sollten die Neulinge mehrere Auktionen besuchen, um ein Gefühl für die Stücke und die Dynamik in einer Auktion zu bekommen. Internetkäufe sollten sie ganz meiden. Schnell bekommen Anfänger Fälschungen angedreht, und selten gibt es dort die Stücke, deren Wert hoch steigt.
Dyrk Scherff Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |