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Rohstoffe Von der Kupfer-Hausse profitieren auch Kupfer-Aktien

 ·  Der Kupfer-Preis bewegt sich nahe an seinem Achtjahreshoch. Doch anders, als es bei Gold der Fall gewesen ist, können auch Aktien von Kupfer-Produzenten von der Hausse des Metalls profitieren. Und dies dürfte so bleiben.

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Zum Wochenschluß steht der Preis für Kupfer etwas unter Druck: Gegenüber Donnerstag verliert das Basismetall etwa 2,5 Prozent. Doch dieser Verlust muß im Zusammenhang mit dem Werdegang des Preises gesehen werden, der in den vergangenen Monaten einen steilen Anstieg erlebt und am Donnerstag sein Achtjahreshoch erreicht hat. Zumindest im asiatischen Handel. Insofern ist der kleine Rückgang am Freitag keine nennenswerte Nachricht - zumal sie auf der Spekulation beruht, Investoren könnten Terminkontrakte für Kupfer in der Annahme verkaufen, der Preisauftrieb könnte selbst angesichts des kleiner gewordenen Angebots an Kupfer übertrieben sein.

In der nächsten Woche könnten Warentermin-Börsianer schon wieder zu einer Meinung gelangen, die der aktuellen Spekulation widerläuft. Falls es entsprechend käme, wäre es nicht verwunderlich: Wachstumsmotor China und Amerika, wo sich die Wirtschaft inklusive der Produktion zusehens erholt, sind die größten Nachfrager, die sich für Kupfer interessieren. Im Januar ist die amerikanische Industrieproduktion um 0,8 Prozent gestiegen, da Fabriken mehr Autos, Computer und Geräte aller Art hergestellt haben. Und für solche Güter wird Kupfer benötigt. „Die Nachfrage nach Kuper folgt der industriellen Produktion“, so Daniel Hynes, Rohstoff-Analyst bei der Austrialian & New Zealand Banking Group. Doch nicht allein dies spricht für einen weiter festen Preis des Metalls.

Erheblicher Nachfrageüberhang erwartet

Im Zuge der verstärksten Kaufe und infolge von Streiks und natürlichen Zwischenfällen in Minen ist der Weltvorrat an Kupfer auf ein Fünfjahrestief gerutscht, wie Bloomberg News berichtet. Und sie fallen nach Angaben von Analyst Hynes täglich weiter. Zuletzt betrug der Vorrat rund 308.000 Tonnen. In den vergangenen elf Monaten wurden laut Bloomberg 421.000 Tonnen weniger hervorgebracht als bestellt. Marktbeobachter rechnen in diesem Jahr bei Kupfer mit einem Nachfrageüberhang von knapp 500.000 Tonnen und daher mit einem
chronisch angespannten Markt.

Die Produktion von Kupfer ist zuletzt unter anderem durch zwei Erdrutsche in der indonesischen Mine Garsberg von Freeport-McMoRan Copper & Gold eingeschränkt worden. Daraus ergaben sich 2003 gegenüber dem Vorjahr um 23 Prozent verminderte Verkäufe, wie die Gesellschaft mitteilte. Das kanadische Unternehmen Falconbridge hat dagegen mit seit drei Wochen andauernden Streiks seiner Minenarbeiter in Ontario, wo gemeinhin Nickel und Kuper gefördert werden, zu kämpfen. Und Ok Tedi in Papua Neu-Guinea muß mit Fördereinbußen anderer Art verkraften, die auf 20.000 Tonnen weniger Kupfer als erwartet hinauslaufen.

Zwei Kursverdoppler dank Kupfer-Hausse

Dagegen hat der zweitgrößte Kupfer-Produzent der Welt, Phelps Dodge, gerade verkündet, die Förderung hochzufahren. Auf dem Weg nach oben ist auch der Kurs der Aktie des Unternehmen, die sich binnen Jahresfrist um rund 102 Prozent verteuert hat und am Freitag an der Wall Street zu 80,62 Dollar sowie in Frankfurt zu 65,50 Euro gehandelt wird. Der Titel bewegt sich seit dem Anschied aus dem langfristigen Abwärtstrend im Mai vergangenen Jahres in einem steilen Aufwärtstrend. Die sind günstige Voraussetzungen für weitere Kursgewinne. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 scheint verkraftbar, da das Unternehmen im vergangenen Jahr den Sprung in die Gewinnzone geschafft und im vierten Quartal mit 134,6 Millionen Dollar mehr verdient hat als im Gesamtjahr mit 104 Millionen Dollar. Mithin beschleunigt sich sein Gewinnwachstum.

Ebenfalls im Aufwärtstrend befindet sich der Kurs von Falconbridge, der aktuell in Toronto mit 34,55 kanadischen Dollar sowie in Frankfurt mit 20,60 Euro angegeben wird. Das Fünfjahreshoch von 35,70 kanadischen Dollar hatte die Aktie, die sich binnen Jahresfrist um 107 Prozent verteuert hat, vor Beginn der Streiks erreicht. Falls sich die Streiks nicht noch wochenlang hinziehen und der Profitabilität ernsthaft schaden, dürfte auch dieser Titel mittelfristig weiter aufwärts streben. Bei einem KGV von 14,3 ist der Titel zudem vergleichsweise günstig bewertet.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Phelps Dodge.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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