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Rohstoffe Streik in Chile befördert Kupferpreis auf 15-Jahreshoch

08.10.2004 ·  Die Lage an den Rohstoffmärkten ist angespannt und sicherlich auch spekulativ erhitzt. Mit einem Streik in einer chilenischen Mine kommt zusätzliche Spannung auf und treibt den Preis weiter nach oben.

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Die Rohstoffpreise sind in den vergangenen Monaten deutlich in Bewegung nach oben, das ist längst nicht mehr neu. Hintergrund ist einerseits die steigende Nachfrage aus dem rasch wachsenden Wirtschaftsriesen China. Aber nicht nur. Denn da die Konjunktur beinahe simultan auch in einer Reihe anderer Staat lief und bisher noch läuft, kommt die Nachfrage aus verschiedensten Richtungen und stößt auf ein kurzfristig eher unflexibles Angebot.

Auf Grund der eher tiefen Preise der mittelfristigen Vergangenheit hatten viele Rohstoffunternehmen in dieser Zeit nicht nur nicht sonderlich viel in ihre Anlagen investiert, sondern die Branche hatte gleichzeitig konsolidiert bevor schließlich von der rasch zunehmenden Nachfrage überrollt wurde.

Kupferpreis auf 15-Jahreshoch ...

Das gilt sicherlich auch für den Kupfermarkt. In New York ist der Preis für Kupfer den vierten Tag in Folge gestiegen und notiert mittlerweile auf einem 15-Jahreshoch. Für Auftrieb sorgt unter anderem auch ein Streik bei Codelco, dem weltgrößten Kupferproduzenten. In der nordchilenischen Chuquicamata-Hütte haben am Freitag 760 Vorarbeiter die Arbeit niedergelegt. Damit werde auch die Abtrennung der Erze vom Begleitstein bald anhalten, sagte Gewerkschaftsvertreter Mario Sepulveda. Die Arbeiter pochen auf neue Verträge mit besseren Konditionen.

Durch den Nachfrageanstieg aus China, Amerika und Japan sind die von der London Metal Exchange ermittelten Kupfervorräte dieses Jahr 79 Prozent eingebrochen. "Der Preis tendierte schon vorher nach oben, durch den Streik wird das Angebot noch knapper", sagte Ralph Ruggiero, Kupferhändler in New York der Nachrichtenagentur Bloomberg.

An der New Yorker Terminbörse Comex liegt der Dezember-Kontrakt am späten europäischen Freitagnachmittag mit einer Notierung von 1,473 Dollar 4,55 Cent oder 3,19 Prozent über dem Vortagskurs von 1,4275 Dollar je englischem Pfund. Das ist der höchste Stand seit April des Jahres 1989. Damit steuert der Kupferpreis auf den fünften Wochengewinn in Folge zu.

... auf Basis vieler Gründe

Marktteilnehmer machen dafür neben der sich immer mehr andeutenden neuen Dollarschwäche Käufe von Investmentfonds und Händlern verantwortlich. Hedge- und Rohstoff-Fonds gelten als Haupttriebfeder für die Gewinne, sie bauten ihre im September aufgelaufenen Kupferpositionen aus. Allerdings zeigten sich auch wieder Produzenten mit Verkäufen und Fonds, die ihre Gewinne mitnahmen.

Grundsätzlich dürften die vorherrschenden Trends an den Rohstoffmärkten auf Grund der Dynamik noch anhalten. Allerdings wird sich immer mehr die Frage stellen, ob die Preise nicht bald einerseits das Wirtschaftswachstum bremsen werden. Auf der anderen Seite müssen sie früher oder später auch auf die Endprodukte durchschlagen. Spätestens dann müssen die Zentralbanken sehr wahrscheinlich deutlicher an der Zinsschraube drehen, ob sie angesichts der schwachen Arbeitsmärkte wollen oder nicht. Denn die starke Nachfrage nach Rohstoffen läßt sich auch durch die überaus großzügige Liquiditätsversorgung weltweit und in Verbindung mit der fahrlässigen Verschuldungspolitik vieler Staaten auch das zunehmende Mißtrauen in die Geldwertstabilität erklären. Auf dieser Weise sind dramatische wirtschaftspolitische Fehler mit für die Entwicklung verantwortlich.

Anleger sollten auch hier die Trends „reiten“ bis sie brechen. Auch wenn sie manchmal erstaunlich lange halten, können sie gerade an den Rohstoffmärkten raschen brechen. Aus diesem Grund dürfte es ratsam sein, das Geschehen sorgfältig zu beobachten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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