18.03.2004 · Steigende Rohstoffpreise sind nichts überraschendes mehr. Neu ist aber, daß die Preise selbst ein nachlassendes spekulatives Interesse verkraften. Denn das spricht für eine gute Verfassung des Marktes.
Es bleibt anscheinend dabei: Die Konjunkturdaten können ausfallen wie sie wollen und die Renditen an den Rentenmärkten noch so sehr fallen. Der Trend hin zu steigenden Rohstoffpreisen bleibt abgesehen von zwischenzeitlichen Korrekturen trotzdem intakt.
Wirklich erstaunlich dabei ist die Tatsache, daß die Rohstoffpreise auch vom zuletzt deutlich gesunkenen spekulativen Interesse nicht entscheidend in die Knie gezwungen werden. Dabei war es bisher gängige These, daß bei Nachlassen der spekulativen Käufe von Investoren wie Hedge Fonds die Preise schnell in sich zusammenbrechen würden.
Doch obwohl es zuletzt zum Abbau von spekulativen Positionen gekommen ist, halten sich die Rohstoffpreise erstaunlich gut. Das spricht dafür, daß mehr und mehr „echte“ Käufer, wie die verarbeitende Industrie, für die Spekulanten in die Bresche springen. Für die Analysten beim australischen Broker Macquarie Research ist dies ein ausgesprochen bullisches Zeichen. Hält die Wachablösung an, könnte dies aus ihrer Sicht bedeuten, daß das jetzige Preisniveau nur der Ausgangspunkt für weitere Avancen ist.
Viele Faktoren treiben die Preise
Wie optimistisch diese Vorhersage im Grunde genommen ist, zeigt sich daran, daß viele Rohstoffe bereits massive Preissteigerungen hinter sich haben und schon jetzt auf Mehrjahreshochs notieren. So wird Öl auf einem Dreizehnjahreshoch, Zinn auf einem Vierzehnjahreshoch, Kupfer auf einem Neunjahreshoch und Gold auf einem Achtjahreshoch gehandelt.
Doch diese Preisentwicklungen haben in der Regel einen realen Hintergrund. Denn vielfach ist die Nachfrage, getrieben von dem konjunkturellen Boom in China, nachhaltig gestiegen und gleichzeitig sind die Lägerbestände oft auf bedenkliche Niveaus zusammengeschrumpft. Zusammen mit logistischen Knappheiten wie fehlenden Frachträumen bei Schiffen schürt das inzwischen sogar die Angst vor ernsthaften Lieferengpässen. Denn das Angebot kann nicht von heute auf morgen ausgeweitet werden, nachdem sich die Branche in den vergangenen mit dem Ausbau ihrer Kapazitäten außergewöhnlich stark zurückgehalten hatte.
Rohstoff-Zertifikate eine geeignete Alternative
Wer angesichts dieser Ausgangslage auf weiter feste Rohstoffpreise setzt, der stellt sich als Anleger die Frage, wie sich davon am besten profitieren läßt. Als einfachste Alternative fallen einem dabei natürlich Rohstoff-Aktien ein. Doch wer sich daran erinnert, daß in den 70er Jahren bei der bisher letzten Rohstoff-Hausse nur die physischen Rohstoffe stiegen, der wird vielleicht lieber auf Rohstoff-Zertikate ausweichen. Aber auch in dieser Hinsicht gibt es inzwischen bekanntlich genügend Alternativen, so daß zugeschnitten auf die Präferenzen eines jeden Anlegers etwas dabei sein müßte. Wobei es selbstverständlich sein dürfte, daß man Positionen in einem schwer zu durchschauenden Segment wie den Rohstoffen ständig unter Beobachtung halten muß.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |