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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Rohstoffe Kohlepreis zeigt weiterhin Dynamik nach oben

22.06.2004 ·  Bei vielen Rohstoffen haben die Preise jüngst korrigiert. Bei der Kohle zeigt der Trend weiterhin nach oben. Ursache ist die anhaltend hohe Nachfrage. Das reinste „Kohlespiel“ ist die Aktie von Xstrata.

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Die Entwicklung der Rohstoffpreise bestimmte in den vergangenen Wochen lange Zeit die Schlagzeilen. Zuletzt vor allem die Entwicklung des Ölpreises. Bei vielen dieser zum Teil sicherlich auch spekulativ getriebenen Charts kam es in der Zwischenzeit zu Korrekturen. Auch beim Öl.

Das dürften allerdings kurzfristige Effekte sein. Denn bei andauernden geopolitischen Unsicherheiten und anhaltendem globalen Wachstum wird die Nachfrage sehr wahrscheinlich zunehmen und bei vielen Rohstoffen zu weiter steigenden Preisen führen. Das dürfte sich erst dann ändern, wenn hohe Preise zu einer sparsameren Verwendung oder gar zu Ausweichbewegungen führen.

Anhaltend starke Nachfrage nach Kohle

Wie die Nachfragewirkung aussehen kann, das zeigt sich aktuell schon bei der Kohle. Denn der Preis hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 200 Prozent zugelegt auf zuletzt 63,87 Dollar je Tonne gemessen am RB-Index von globalCOAL. Der Trend zeigt weiterhin nach oben und vieles deutet darauf hin, daß die Preise weiter steigen werden.

Auch hier spielt China eine Rolle. Denn lange hatte das Land große Teile der eigenen Kohle exportiert, benötigt den Rohstoff allerdings immer mehr selbst. Große Teile der Nachfrage kommen von Kohlekraftwerken, die die Energie im Strom umwandeln. Und Strom ist in China ein knappes Gut. Am Dienstag beklagten sich die chinesischen Stahlproduzenten darüber, daß sie in den vergangenen Monaten nur 60 Prozent der eigentlich benötigten Elektrizitätsleistung erhalten hätten. Es gibt Stimmen, die die Stromknappheit auf die zunehmende Verbreitung und den Einsatz von Klimaanlagen in China im Sommer zurückführen. „Das dürfte nicht der wirkliche Grund sein, denn wir leiden schon seit Jahresbeginn,“ entgegnet Liu Jinlang vom Stahlhersteller Jiangsu Shagang Group.

Auf diese Weise wird die steigende Nachfrage nach Kohle deutlich. Der Preis für thermische Kohle aus Südafrika wird nach Analystenschätzungen weitere sechs Prozent steigen. Der für australische Kohle um vier Prozent. „Wir sehen keine Anzeichen für schwächere Preise im kommenden Jahr,“ erläutert Peter Coates als Chef des Kohlebereichs von Xstrata den weiteren Ausblick. „Die Nachfrage ist sehr stark und wir haben keinerlei Probleme, unsere Exportkohle an den Mann zu bringen,“ sagte Bob Cameron als Managing Director bei der australischen Centennial Coal kürzlich gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Xstrata als reinstes „Kohlespiel“

Es kommt zwar auch zusätzliches Angebot auf den Markt. Indonesien will offensichtlich von den hohen Preisen profitieren und mit 100 Millionen Tonnen Kohle rund zehn Prozent mehr anbieten als im vergangenen Jahr. Das dürfte nach Expertenmeinung aber nicht ausreichen, um einen Ausfall der Exporte aus China zu kompensieren. Damit dürfte die weitere Preisentwicklung von der Konjunktur und der Stromproduktion in China abhängen. Der Kohlepreis dürfte zumindest kurzfristig nur dann einen Dämpfer erhalten, falls die „konjunkturellen Bremsmanöver“ in China zu einer harten Landung führen sollten.

Profiteure der Entwicklung dürften die großen Kohleunternehmen sein. Dazu zählen Xstrata, BHP Billiton, Rio Tinto und unter anderem auch Anglo American. Bei Xstrata kommen etwa 40 Prozent des operativen Ertrages von der Kohle, bei Anglo American sind es zehn, bei Rio Tinto kommt der Energiebereich auf einen Anteil von acht Prozent und bei BHP Billiton auf vier Prozent. Wer auf anhaltend steigende Preise bei der Kohle setzt, dürfte damit an der Aktie von Xstrata kaum vorbeikommen. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 9,8 und knapp neun auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr scheint die Aktie nicht einmal sonderlich teuer zu sein.

Allerdings zeigt der Chart eine gewisse Konsolidierungstendenz. Auch die Tatsache, daß die durchschnittliche Gewinnschätzung für das laufende Jahr etwa doppelt so hoch ist wie der Gewinn im vergangenen, zeigt eine hohe Erwartung. Auf dieser Basis scheint bei allem Optimismus die Absicherung von eingegangenen Positionen gegen Enttäuschungen ratsam zu sein.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Xstrata-Aktie in Pence seit dem Börsengang.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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