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Rohstoffe : Holz-Fonds gut geeignet zur Risikostreuung

  • Aktualisiert am

Bild: DWS

Holz als Anlageobjekt war für Privatanleger bisher nur bedingt zugänglich. Doch mit neu aufgelegten Holz-Fonds ändert sich das. Für ein Investment sprechen die Preissteigerungen der Vergangenheit und die geringe Korrelation mit anderen Anlageformen.

          Investments im Rohstoffbereich sind durch den Preisaufschwung der vergangenen Jahre in dem Sektor mehr und mehr in Mode gekommen. Noch immer ein gewisses Schattendasein fristen aber Geldanlagen in Holz. Während der Bereich bei institutionellen Anlegern schon lange in Mode ist, ist das Investmentvehikel in den Depots der Privatanleger eher noch selten vertreten.

          Erklären lässt sich das unter anderem mit fehlendem Fachwissen über die Chancen, die Holz als Anlageobjekt bietet, aber auch schlicht und einfach mit der Existenz von nur wenigen echten Einstiegsmöglichkeiten. Und die Optionen, die es gab, die haben oft auch noch unbefriedigend abgeschnitten. So lässt die Kursentwicklung von Aktien aus der Forstwirtschaft wie Potlatch, Plum Creek, Precious Woods, Rayonier oder Teak Holz Int. doch zu wünschen übrig.

          Ähnliches gilt auch für die Ergebnisse von Holzzertifikaten wie das DWS Global Forest & Timber Zertifikat oder das SG World Timber Index Zertifikat. Und auch bei direkten Beteiligungen in Forstbetrieben konnte man als Investor bisher nicht immer sicher sein, was letztlich unter dem Strich dabei herauskommen wird.

          Geringe Korrelation spricht für Holzinvestments

          Die ernüchternden Ergebnisse der zum Teil allerdings auch noch jungen Produkte stehen aber in einem gewissen Widerspruch zu der allgemein gemachten Erfahrung, wonach Waldbesitzer in der Vergangenheit eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet haben. So wurde gemessen am NCREIF Timberland Index in den vergangenen zwanzig Jahren eine Wertentwicklung von 15 Prozent p.a. erzielt.

          Zu dieser ansehnlichen Wertentwicklung kommt als ebenso wichtiger Pluspunkt die nur geringe Korrelation der Holzpreise mit anderen Segmenten der Finanzmärkte hinzu. Geldanlagen in Holz eigenen sich deswegen vorzüglich zur besseren Risikostreuung im Portfolio. Und was als Pluspunkt ebenfalls noch hinzukommt ist ein sehr guter Schutz gegen die Inflation (siehe Grafiken).

          Holz als Investmentobjekt bringt somit einiges mit, was es aus Anlegersicht spannend macht. Zumal die Rahmendaten für eine ähnliche Entwicklung auch in der Zukunft sprechen. Der Bedarf an Holz steigt jedenfalls durch den starken Anstieg der Weltbevölkerung und dem hohen Wachstum der Weltwirtschaft kontinuierlich (der Holzverbrauch hat sich seit 1960 mehr als verdreifacht), während sich die Anbauflächen gleichzeitig verknappen (im Zeitraum von 1990 bis 2005 nahm der Bestand der weltweiten Anbauflächen jährlich um 0,2 Prozent ab).

          Neben der wachsenden Nachfrage aus der Bau- und Möbelindustrie ist Holz zum Beispiel in der Form von Holzpellets aus umwelt- sowie kostentechnischen Gründen zunehmend als Alternative zu fossilen Brennstoffen wie Öl gefragt.

          Langer Atem bei der Anlage gefragt

          Faktoren wie diese dürften dazu beigetragen haben, dass Emittenten wie Aquila Capital oder die DWS inzwischen entsprechende geschlossene Fonds aufgelegt haben. Beim DWS ACCESS Global Timber Fonds (Mindestbeteiligungssumme 10.000 Dollar zuzüglich fünf Prozent Agio) werden die Mittel von maximal 650 Millionen Dollar beispielsweise mit Hilfe des Spezialistenteams von FourWinds Capital Management in Waldgebiete, Plantagen oder holzverarbeitende Betriebe investiert.

          Erste Engagements wurden bereits in Amerika, Uruguay, Serbien, Indonesien, Brasilien und China vereinbart. Insgesamt sind damit bereits 90 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel investiert oder fest für bestimmte Investitionen eingeplant.

          Wie es in einer Produktbroschüre heißt, spielen neben regionalen Kriterien bei der Auswahl der Waldinvestitionen die Holzart, der Beforstungsstil und der aktuelle Wachstumszyklus eine entscheidende Rolle. Denn je nach Holzart und Reifestadium werden verschiedene Märkte und Produkte bedient. Für die energetische Verwertung des Holzmaterials sind Baumsorten gefragt, die rasch eine große Menge an Biomasse erzeugen, für Möbel und Baumaterial werden hingegen groß gewachsene, möglichst astarme Bäume benötigt.

          Für Anleger mit langem Atem

          Geeignet ist das Produkt für Anleger mit einem langen Atem (der Fonds hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2038) und jene Investoren, die eine solide Werteentwicklung, aber keine Wunderdinge erwarten. Die vom Emittenten nach der Methode des internen Zinsflusses (Internal Rate of Return) angestrebte Rendite des Beteiligungsangebotes beträgt rund acht bis zehn Prozent p.a. bei einer angenommenen Laufzeit der Beteiligung von 15 Jahren (das zu zahlende Agio wurde bei dieser Berechnung berücksichtigt).

          Trotz aller genannten Vorzüge sollten aber auch die potentiellen Risiken wie Waldbrände, Naturkatastrophen sowie biologische und politische Risiken beachtet werden. Außerdem gibt es nur nach einer langen Zeit und zu bestimmten Zeitpunkten eine Ausstiegsmöglichkeiten.

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