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Rohstoffe Hoher Uranpreis heizt Produktion an

07.07.2005 ·  Der Preis für Uran hat sich in den vergangenen Monaten verdoppelt. Das bringt Analysten dazu, ihre Prognosen anzuheben. Eine gewisse Vorsicht ist jedoch ratsam, da hohe Preise mittelfristig zu einer verstärkten Produktion führen.

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Der Preis für Uran wird sich bis 2008 voraussichtlich in einer Spanne von 20 Dollar bis 30 Dollar je Pfund bewegen, erwarten Analysten von Citigroup. So hohe Preise dürfte die Produzenten dazu anregen, neue Minen zu entwickeln.

Seit dem 11. Mai liegt der Preis für das radioaktive Element, das für die Kernenergie eingesetzt wird, bei 29 Dollar je Pfund. Damit ist Uran so teuer wie seit 23 Jahren nicht mehr. Die neue Citigroup-Prognose ist fast dreimal so hoch wie eine frühere Langzeitvorhersage und spiegelt die Preisentwicklung seit Anfang 2004 wider.

Uranpreis hat sich in den vergangenen Monaten verdoppelt

Der Uranpreis hat sich seit Januar 2004 mehr als verdoppelt. Erwartungen, daß die Vorräte schwinden, wenn China, Indien und Rußland neue Atom-Reaktoren bauen, haben zu der Rally beigetragen. Hinzu komme, daß Hedge Fonds verstärkt beim radioaktiven Metall zugreifen, erklärte Cameco.

In den vergangenen 24 Monaten haben Hedge Fonds und andere spekulative Anleger fünf bis sechs Millionen Pfund Uran aufgekauft, gab Gerald Grandey, der Vorstandschef des weltgrößten Uranförderers, am 20. Juni bekannt. Im Jahr 2003 wurden lediglich 55 Prozent des verbrauchten Urans in Minen gefördert, der Rest stammte aus Lagerbeständen oder ausrangierten Atomwaffen.

"Nachdem die Bestände aus Atomwaffen schrumpfen, hängt es von den Minen ab", wie sich der Uranpreis entwickelt, heißt es in dem Bericht von Citigroup-Analyst Alan Heap. Zuvor "war der Preis vor allem von den Regierungen abhängig, die die Aufsicht über die Bestände aus Waffen haben." Heap geht davon aus, daß der Uranpreis ab 2009 bei 20 Dollar je Pfund liegen wird, was auch noch ausreiche, um neue Minen zu entwickeln. Der Abbau kostet durchschnittlich etwa zehn Dollar je Pfund Uran.

Der Preis könne jedoch jederzeit unter die Prognose fallen, sollte aus Programmen zum Abbau von Atomwaffen viel hochangereichertes Uran auf den Markt strömen oder falls sich herausstelle, daß die Lagerbestände doch höher sind als angenommen: "Die Branche ist schon oft in die Irre geführt worden und hat das Angebot aufgrund eines erwarteten Engpasses erhöht ", so Heap.

Auch bei Uran: „Chinaphantasie“

Waffenfähiges Uran besteht zu mehr als 90 Prozent aus U-235, dem Isotop, das zur Kernspaltung für die Energieerzeugung verwendet wird. Bei Uran wie es in Minen gefördert wird, beträgt der Prozentsatz gerade mal 0,7 Prozent, führt Citigroup aus.

Heap ist mit seiner Preisprognose vorsichtiger als einige seiner Kollegen: Anindya Mohinta, Analyst bei JPMorgan Chase & Co., hob die Voraussage für 2006 am 2. Juni von 29,60 Dollar je Pfund auf 32,50 Dollar an. Greg Barnes, Analyst bei Canaccord Capital, dem größten unabhängigen Brokerhaus Kanadas, rechnet für das nächste Jahr mit durchschnittlich 30 Dollar je Pfund, nachdem er zuvor von 27 Dollar ausgegangen war.

China will bis 2020 seine Kernenergieerzeugung vervierfachen und 27 neue Kraftwerke bauen, gab der Dachverband der Kernenergieindustrie (World Nuclear Association - WNA) bekannt. Indien plant 24 Reaktoren. Die Urannachfrage wird Heap zufolge zwischen 2005 und 2010 jährlich 1,7 Prozent wachsen.
"Es ist damit zu rechnen, daß die Lagerbestände der Produzenten und der weiterverarbeitenden Industrie 2007 ihr Minimum erreichen", so Heap. Zwischen 1985 und 2003 sind die kommerziellen Bestände um 50 Prozent zurückgegangen, da die Förderung nicht mit der Nachfrage Schritt halten konnte, gab das Massachusetts Institute of Technology im September bekannt.

Der Citigroup-Analyst geht davon aus, daß die Uranproduktion, nachdem sie 15 Jahre lang gleich geblieben ist, von derzeit 40.730 Tonnen pro Jahr bis 2010 auf 50.550 Tonnen anziehen wird. Gleichzeitig wird sich die Nachfrage jedoch von 69.665 Tonnen auf 75.114 Tonnen erhöhen, fügt er hinzu.

Auch geplante Projekte wie das von Cameco und Cogema am Cigar Lake in Kanada, in dem die Produktion 2007 aufgenommen werden soll, werden den Engpaß Heap zufolge nicht ausgleichen. Höchstens eine Ausweitung der 4 Milliarden australischen Dollar oder 2,5 Milliarden Euro schweren Expansion der Olympic-Dam-Mine in Australien durch BHP Billiton könne die Lücke füllen. In der Mine lagern die weltgrößten Uranvorkommen.

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