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Rohstoffe Die Hausse der Rohstoffpreise hat reale Hintergründe

 ·  Viele Rohstoffpreise sind zuletzt auf die höchsten Niveaus seit vielen Jahren geklettert. Warum das so ist und wieso der Trend anhalten könnte, erklärt Jim Lennon, Rohstoff-Stratege beim australischen Broker Macquarie.

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„Die steigenden Rohstoffpreise basieren auf einer fundamentalen Stärke und nicht auf spekulativem Schaum.“ Das ist die eindeutige Botschaft von Jim Lennon, Rohstoff-Stratege beim australischen Broker Macquarie Research. Er wendet sich damit klar gegen die vielfach vertretene These, wonach die Rohstoff-Hausse vornehmlich auf spekulativen Käufen basiert.

Vielmehr vertritt er folgende These: „Das Wachstum in China führt zu so hohen Wachstumsraten bei den Rohstoffen wie seit den 60er Jahren nicht mehr. Sollte nun auch noch die Konjunktur weltweit anspringen, könnte die daraus resultierende Nachfrage bei vielen Rohstoffen zu einem Bullenmarkt führen.“

Behält Lennon Recht, wären die steigenden Rohstoffpreise kein kurzfristiges Phänomen, sondern ein länger anhaltender Trend. In diesem Fall wäre es aus Sicht der Anleger sicherlich angezeigt, sich etwas näher mit den Rohstoffmärkten zu beschäftigen. Das von Lennon erarbeitete Research-Material stellt dabei eine Möglichkeit zum Einstieg dar, beinhaltet es doch viele wissenswerte Hintergründe.

Viele Begründungen für die steigenden Preise

In seinen Studien basieren die Überlegungen von Lennon auf folgenden Grundannahmen: Es besteht bei vielen Rohstoffen eine Angebotsknappheit und das Mißverhältnis zwischen dem Angebot und der Nachfrage werde sich wegen der nur geringen Investitionen in den Vorjahren kurzfristig auch nicht beheben lassen. Verstärkt werde diese Situation noch durch die steigende Nachfrage aus China, den durch das Just-in-time-Denken geringen Lagerbeständen und Engpäßen bei den Transportkapazitäten. Diese wiederum gründen ganz einfach darauf, daß nicht genügend Schiffsraum zur Verfügung steht, wie die deshalb schon sprunghaft gestiegenen Transportkosten belegen. „Zum ersten Mal seit langer Zeit hat zuletzt unter den Akteuren im Rohstoff-Sektor vereinzelt sogar Panik um sich gegriffen “, berichtet Lennon.

Glaubt man zudem noch den vorlaufenden Konjunkturindikatoren, dann ist mittelfristig mit einer allgemein anspringenden Weltkonjunktur zu rechnen. So geht man bei Macquarie von einer um 5,5 Prozent steigenden Industrieproduktion im Jahr 2004 aus. Um den Schub besser einordnen zu können, der alleine aus China resultiert, hilft ein Blick auf die erste unten angehängte Grafik. Diese zeigt eindrucksvoll wie stark die Bedeutung Chinas auf den Rohstoffmärkten bereits gewachsen ist. und vermutlich weiter wächst.

Kritisch steht Lennon im übrigen der vielfach vertretenen These gegenüber, wonach sich die von China stammenden Nachfragesteigerungen nicht ewig werden fortschreiben lassen. Daß diese Annahme fragwürdig ist, zeigt ein Blick zurück. So seien in den Boomphasen dieser Ländern auch Südkorea, Japan oder Taiwan über Jahre mit ähnlich hohe Wirtschaftswachstumsraten wie derzeit China gewachsen. Und auch China selbst habe es in den Jahren 1990 bis 1999 geschafft, mit einer jährlichen Rate von im Schnitt 10,4 Prozent zu wachsen. Daran gemessen erscheint die für die Periode 1999 bis 2010 vorhergesagte durchschnittliche Wachstumsrate von 7,0 Prozent nicht utopisch hoch zu sein.

Versorgungsengpässe drohen

Lennon kommt deshalb zu dem Schluß, daß zu den jüngsten Preissprüngen bei den Basismetallen zwar auch spekulative Käufen beigetragen hätten. Aber es sei gleichzeitig unverkennbar, daß sich auch die fundamentalen Rahmendaten verbesserten. Und zwar geschehe das schneller, als die meisten Leute glauben würden.

Wegen der sich bereits abzeichnenden starke Nachfrage nach Rohstoffen im Jahr 2004 werde es vermutlich teilweise zu Versorgungsengpässen kommen. Unter den einzelnen Rohstoffen hinterlassen dabei aus Sicht von Lennon Kupfer (siehe zweiten Chart unten), Nickel (siehe dritten Chart unten), Aluminium, Zink, Kohle, Stahl und Eisenerz alle einen starken Eindruck. Und auch bei Aluminium und Stahl gebe es eindeutige Besserungstendenzen.

Im Markt herrsche derzeit noch die Konsensmeinung vor, daß die Preise der Basismetalle im ersten Halbjahr 2004 ihre Spitze erreichen werden. Aber wenn die Weltkonjunktur zusammen mit der chinesischen Wirtschaft auch in der zweiten Jahreshälfte und im nächsten Jahr stark wachsen werde, dann besteht laut Lennon die Chance auf einen noch längeren Aufwärtszyklus bei den Preisen.

Damit müssen sich die Anleger auf der Aktienseite nur noch entscheiden, ob sie ebenfalls an eine wachsende Weltkonjunktur glauben oder nicht. Denn Lennon ist sich sicher, daß die Rohstoff-Aktien noch deutliches Potenzial haben, „sobald sich am Markt die Erkenntnis durchsetzt, daß die Preise längerfristig hoch bleiben werden.“

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