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Montag, 13. Februar 2012
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Reverse Bonus-Zertifikate Produkt zur Absicherung gegen etwaige Kursrücksetzer

20.08.2010 ·  Die Börsen präsentieren sich richtungslos und Anleger haben Angst vor neuen Kursrückschlägen. Für Reverse Bonus-Zertifikate ist das ein günstiges Umfeld. Denn sie haben einen Kurspuffer nach oben und versichern gegen Kursrückschläge.

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Geldverdienen ist für Anleger an den größeren Weltbörsen in diesem Jahr alles andere als einfach. Denn ist geht bisher in den meisten Fällen nur volatil seitwärts hin und her. So schwankte der Dax bislang zwischen 5.434 und 6.4352 Punkten. In diesem Umfeld kommen höchstens Zocker mit dem Gespür für das richtige Timing auf ihre Kosten.

Und die Gefahr ist groß, dass dies bis auf weiteres entweder so bleibt oder die Kurse wegen der gestiegenen Rezessionsgefahr sogar fallen werden. Die Chancen auf nachhaltig steigende Notierungen sind zuletzt jedenfalls eher geschwunden, nachdem die Berichtssaison vorbei ist und auch überdurchschnittlich gute Unternehmensergebnisse die Anleger nicht aus der Reserve locken konnten.

Ausgangslage könnte Reverse Bonus-Zertifikate begünstigen

Sollte es bei dieser Ausgangslage bleiben und sich die daraus abgeleiteten Kurskonsequenzen tatsächlich ergeben, dann wäre das ein ideales Umfeld für die so genannten Reverse Bonus-Zertifikate. Mit diesen Produkten können auch in leicht steigenden, bei seitwärts tendierenden und insbesondere in fallenden Marktphasen überdurchschnittliche Renditen erwirtschaftet werden.

Wie die Zertifikate-Experten der Société Générale erklären, funktionieren die Produkte grundsätzlich genau umgekehrt wie klassische Bonus-Zertifikate: Immer dann, wenn der Basiswert während der gesamten Laufzeit eines Reverse Bonus-Zertifikates eine bei Emission festgelegte obere Barriere nicht erreicht oder überschreitet, erhalten Anleger an Laufzeitende mindestens den Bonusbetrag ausbezahlt. Für alle Produkte gilt somit: Reißt die Barriere während der Laufzeit, vollziehen die Zertifikate die Indexentwicklung spiegelverkehrt nach. Gewinne des Index werden dann in Verluste für den Anleger gewandelt.

Das erste Halbjahr 2010 war eine Phase wie geschaffen für die Reverse Bonus-Zertifikate. Wie Berechnungen von Scope Analysis zeigen, konnte keine andere Kategorie eine so große Outperformance gegenüber den Basiswerten erreichen. Denn diese Produkte profitierten da von schwachen Aktienkursen. Im zweiten Halbjahr sah das Bild zwar zunächst etwas anders aus. Aber zuletzt haben sich bekanntlich eher wieder fallende Kurse breit gemacht.

Damit Anleger auch in den kommenden Monaten mit dieser Produktkategorie gut abschneiden, muss man nicht zwangsläufig ein völliger Pessimist sein. Denn wie bereits angedeutet ist wie bei klassischen Bonus-Papieren auch bei der Reverse-Variante ein Puffer eingebaut. Da die „Bären-Zertifikate“ genau spiegelbildlich konstruiert sind, wirkt dieser jedoch nach oben. Das bedeutet: Der
Basiswert darf in bestimmtem Maße durchaus steigen, ohne den Bonus zu gefährden.

Im Scope Rating finden sich zu den Indizes Dax und Euro Stoxx 50 einige gut bewertete Produkte für Investoren, die auf kurze Sicht keine Signale für ein erneutes Kursfeuerwerk ausmachen können.Die Papiere eignen sich darüber hinaus für Anleger, die auf der Long-Seite investiert sind, ihr Depot aber gegen Rücksetzer absichern möchten, schreiben die Scope-Experten in einer Studie.

Drei konkrete Beispiele

Als eine mögliche Anlagealternative wird das Reverse Bonus-Zertifikat der BNP Paribas (Isin DE000BN4DWK0) genannt, das noch bis 17. Dezember 2010 läuft und vier Sterne im Scope Rating erhalten hat. Der Knock-In-Kurs befindet sich bei 6.615 Punkten - ein Puffer von rund 10 Prozent. Steigt der deutsche Leitindex bis zum Laufzeitende nicht auf dieses Niveau, können sich Anleger auch nach den bereits deutlichen Dax-Einbußen vom Freitag noch über eine Rendite von 16,42 Prozent oder 59,47 Prozent p.a. freuen. Die Partizipation an fallenden Kursen ist dabei nicht durch einen Cap begrenzt.

Generell ist bei jedem Reverse-Produkt zwar ein „natürliches“ Ende der Partizipation zu beachten: Kein Basiswert kann unter null fallen. In Anbetracht der kurzen Laufzeit tritt dieser Nachteil Laut Scope allerdings hier in den Hintergrund. Bei Reverse Bonus Capped-Zertifikaten ist die Maximalrendite dagegen von vornherein vorgegeben. Dafür fallen die Puffer in der Regel größer aus.

Ein Beispiel dafür ist ein Produkt der Société Générale mit vier Sternen im Scope Rating. Es läuft ebenfalls bis 17. Dezember (Isin DE000SG0XZL7). Bei einer Bonusrendite (hier auch Maximalrendite) von 12,4 Prozent oder 75,76 Prozent p.a. beträgt der Puffer zum Knock-In 12,4 Prozent. Denn dieser befindet sich bei 6.750 Dax-Zählern. Dennoch mahnen die Scope-Experten zu einer gewissen Vorsicht: Das Zertifikat zählt zur hohen Risikoklasse vier.

Damit Dax und Euro Stoxx 50 wieder nachhaltig anziehen, müsste sich die Stimmung unter den Anlegern allerdings deutlich wandeln. Nach dem Ende der Berichtssaison dürfte jetzt aber die Angst vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft wieder mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. Das könnte bei negativen Meldungen vor allem den Euro Stoxx 50 Index belasten. Dieser hat bereits zuletzt stärker verloren als der Dax und bei einer anhaltenden Schwäche in den kommenden Monaten bieten sich darauf Reverse-Produkte an.

Bei einem mit drei Sternen ausgezeichneten Produkt der Commerzbank liegt der Knock-In-Kurs bei 3.097,83 Punkten (Isin DE000CM4A3E7). Dieses Niveau hat der Index zuletzt im September 2008 gesehen. Zudem ist im Bereich von 3.030 Punkten ein Widerstand auszumachen, an dem die Benchmark in diesem Jahr bereits zweimal abgeprallt ist.

Nicht für Jedermann geeignet

Klettert der Euro Stoxx 50 bis zum Laufzeitende am 27. Dezember nicht auf oder über den Knock-In-Kurs, kommt der Anleger auf Basis der Euro-Stoxx-Index-Notierungen vom Donnerstag in den Genuss der Bonus-Rendite von 6,8 Prozent oder 20,4 Prozent p.a. Da der Cap noch etwas tiefer liegt, hätte die Maximalrendite hier 15,2 Prozent oder 48,8 Prozent p.a. betragen

Unter dem Strich lässt sich somit festhalten, dass Reverse-Bonus-Zertifikate dann eine lohnende Sache sein können, wenn die Kurse nicht durch die Decke gehen. Doch erstens weiß das niemand wirklich genau und zweitens sind die Regeln dieser Produkte nicht für Jedermann leicht zu verstehen. Deshalb besteht vor dem Kauf eine ganz detaillierte Informationspflicht und wenn überhaupt, dann sollt nur mit dosierten Mitteln gemessen am gesamten Vermögen auf diese Zertifikat-Kategorie gesetzt werden.

Reverse Bonus Zertifikate auf Aktien bieten, im Gegensatz zu klassischen Bonus Zertifikaten, eine positive Rendite bei fallenden Aktienkursen. Wird die Barriere während der Laufzeit nie verletzt, so erhalten Sie am Fälligkeitstag mindestens die Differenz zwischen dem Reverse- und dem Bonus-Kurs ausgezahlt. Im gegenteiligen Fall (Barriere wird mindestens einmal verletzt) erhalten Sie bei Fälligkeit die Differenz aus Reverse-Kurs und Schlusskurs der Aktie (Bezugsverhältnis beachten). Notiert die Aktie am Laufzeitende über dem Reverse-Kurs erfolgt keine Auszahlung.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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