20.10.2009 · Nachhaltigkeit zieht auch beim Geldanlegen. Ethisch und ökologisch korrekt sein Geld zu investieren fühlt sich hervorragend an. Und es gibt auch Rentenfonds, die dem genüge tun.
Von Dyrk ScherffNachhaltigkeit klingt einfach gut. Das zieht auch beim Geldanlegen. Ethisch und ökologisch korrekt sein Geld zu investieren fühlt sich hervorragend an. Deswegen gibt es schon seit langem Nachhaltigkeitsfonds. Nicht nur für Aktien, sondern auch für Anleihen.
Diese Fonds kaufen Anleihen von Ländern, die auf soziale Belange, eine gute Staatsführung und auch auf die Umwelt achten. Die sind recht sicher, haben aber nur eine geringe Rendite. Andere Fondsmanager erwerben Unternehmensanleihen von Firmen, die sich zum Beispiel vom Rüstungssektor fernhalten und keinen Tabak oder Alkohol produzieren. Die Rendite dieser Fonds schwankt stärker, sollte dafür aber im Durchschnitt mehrerer Jahre höher sein - zumindest außerhalb von Krisenzeiten.
Rendite auf mäßigem Rentenniveau
Trotz allem bleiben Rentenfonds eben Fonds, in denen Anleihen gebündelt sind - und das heißt: Sie sind verhältnismäßig sicher, dafür sind die Renditechancen geringer als bei Aktien. Dennoch können die Fonds manchmal Kursverluste erleiden, zum Beispiel, wenn der Fondsmanager auch in Dollar-Anleihen investiert.
Am Ende liefert kaum ein Fonds mehr als vier Prozent pro Jahr. Das ist weniger als die Rendite anderer Fonds, die nicht auf Nachhaltigkeit achten. Schließlich fällt so manche attraktive Anleihe aus, weil sie nicht die ethischen Kriterien erfüllt.
Gut geschlagen hat sich der KCD Union Renten Plus Nachhaltig, der in den vergangenen drei Jahren durchschnittlich 4,5 Prozent im Jahr zulegte. Im laufenden Jahr sind es sogar fast 9 Prozent. Er mischt Unternehmensanleihen, Pfandbriefe und Staatsanleihen zu je einem Drittel. Größte Positionen sind derzeit Anleihen der Hypo-Vereinsbank, des französischen Staates und der Postbank. Das Verlustrisiko ist recht gering.
Unterschiedliche Strukturen
Besonders erfolgreich in diesem Jahr mit fast acht Prozent und mit vier Prozent im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre ist auch der Espa Vinis Bond T. Er mischt ebenfalls staatliche Anleihen mit Unternehmensanleihen, hat aber längere Laufzeiten im Portfolio als der KCD.
Im vergangenen Jahr mit am erfolgreichsten und im 3-Jahres-Durchschnitt vorne dabei ist der Dexia Sustainable Euro Government Bonds C, der auf Anleihen von Staaten und supranationalen Einrichtungen setzt. Die größten Positionen sind derzeit Anleihen aus Frankreich, Österreich und Griechenland. Etwa zwei Drittel der Papiere im Depot laufen noch mehr als fünf Jahre.
Dyrk Scherff Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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