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Rentenfonds Höhere Risikoprämie für Schwellenmarktanleihen

04.01.2008 ·  Spezialisten für Schwellenmarktanleihen haben es in den vergangenen Monaten schwer gehabt. Kursverluste haben die Lorbeeren der Vergangenheit rasch welken lassen.

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Spezialisten für Schwellenmarktanleihen sind in den vergangenen Monaten in schwieriges Fahrwasser geraten. Nach mehreren Jahren, in denen die Risikoprämien gegenüber vergleichbaren Staatsanleihen aus Industrieländern kontinuierlich abschmolzen, hat die Gegenbewegung parallel mit der Unruhe am globalen Geldmarkt inzwischen an Dynamik gewonnen. Weil viele der Schuldtitel auf Dollar lauten, kommt die Schwäche der amerikanischen Währung als weitere Bürde hinzu.

Die Lorbeeren aus der Vergangenheit welken rasch. Das wird nicht zuletzt in unserer aktuellen Rangliste mit Rentenfonds deutlich, die über die vergangenen drei Jahre die beste Wertentwicklung aufweisen. Zwar halten sich über diesen Zeitraum immer noch die Schwellenmarktspezialisten in der Spitzengruppe. Ein Blick auf die kurzfristige Wertentwicklung macht jedoch deutlich, dass die erwirtschafteten Gewinne aus dem sehr guten Jahr 2005 immer mehr zusammenschmelzen. Über die vergangenen sechs Monate dominiert das Minus als Vorzeichen beim Anlageergebnis.

Schwellenmarktanleihen sind Risikotitel

Mit einer baldigen Trendwende rechnet derzeit kaum jemand. „Wir gehen von einer weiteren Spreadausweitung aus, da die Anleger höhere Risikoprämien verlangen“, lautet der Ausblick von William De Vijlder, Chefstratege der niederländisch-belgischen Fondsgesellschaft Fortis Investments. Der Renditeabstand zu den Staatsanleihen aus Industrieländern dürfte seiner Ansicht nach sogar höher ausfallen, als dies bei normalen Ausfallquoten angemessen sei.

Im Rahmen der sogenannten Flucht in die Qualität erinnern sich tatsächlich wieder viele Marktakteure daran, dass es sich bei Schwellenmarktanleihen um Risikotitel handelt. In solchen Situationen steht vor allem die Liquiditätsausstattung des Marktes auf dem Prüfstand. Damit erscheinen derzeit Schwellenmarktanleihen in einem gänzlich anderen Licht als Aktien aus Schwellenländern. Letztere gelten auch im neuen Jahr als Favoriten von Aktienfondsmanagern, weil bei ihnen das Potential für weitere Kurssprünge angesichts der Gewinnentwicklung der Unternehmen noch nicht als ausgeschöpft gilt.

Spekulieren auf den Devisenmarkt

Allerdings versuchen derzeit einige Fondsgesellschaften, mit Schwellenmarktanleihen in lokalen Währungen zu punkten. Dahinter steht der Gedanke, dass sich über die Gewinne auf der Devisenseite die rückläufigen Anleihekurse mehr als ausgleichen ließen. „Die strukturelle Schwäche des amerikanischen Dollar dürfte lokale Schwellenländerwährungen stützen“, erwartet Imran Hussain von der amerikanischen Fondsgesellschaft Blackrock. Er hält Letztere im Vergleich zu den entwickelten Ländern als „signifikant unterbewertet“. Deshalb würden Investitionen in dieses Marktsegment attraktive Renditen versprechen.

Wie unsere Rangliste zeigt, hat der ABN Amro Global Emerging Markets Bond Fund trotz des schwierigeren Marktumfeldes wieder etwas Tritt gefasst. Einst war dieser Rentenfonds ein Aushängeschild der niederländischen Bank. Nachdem sich aber der langjährige Fondsmanager Raphael Kassin vor einem halben Jahr zum Konkurrenten Credit Suisse verabschiedete, kam es zu teilweise heftigen Rückschlägen in der Wertentwicklung. Das Fondsmanagement begründete dies damals mit den hohen Mittelabflüssen aus dem Fonds wegen des Abschieds von Kassin.

Deshalb sei man dazu gezwungen gewesen, Titel aus übergewichteten Positionen in Venezuela und Argentinien zu verkaufen. Nach diesem Einschnitt war in den vergangenen sechs Monaten mit einem Wertzuwachs von 2,4 Prozent wieder eine leichte Erholung zu beobachten. Allerdings gilt dies nur für die in Euro aufgelegten Fondsanteile. Die Dollar-Fondsanteile sind wegen des Währungseffekts mit 5 Prozent weiterhin tief im Minus.

Quelle: F.A.Z., 03.01.2008, Nr. 2 / Seite 19
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