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Prognose für das Börsenjahr 2008 Den Strategen fällt Optimismus spürbar schwer

29.11.2007 ·  Die ersten Ausblicke auf das kommende Börsenjahr sind von Zurückhaltung geprägt. Die Prognosen zum Wirtschaftswachstum und zur Gewinnentwicklung der Unternehmen fallen zurückhaltend aus. Sorgen macht den Anlegern auch eine mögliche Rezession in Amerika.

Von Steffen Uttich
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Die Verunsicherung an den Finanzmärkten schlägt sich auch in den ersten Ausblicken der Anlagestrategen auf das kommende Börsenjahr nieder. Die Prognosen zum Wirtschaftswachstum und zur Gewinnentwicklung der Unternehmen fallen überwiegend zurückhaltend aus. Dabei kreisen die Gedanken der Anlagestrategen vor allem um eine mögliche Rezession in den Vereinigten Staaten, einen zunehmenden Inflationsdruck, die Auswirkungen der Liquiditätskrise an den Finanzmärkten und die Dollarschwäche.

„Es fällt schwer, Chancen zu identifizieren“, fasste Holger Fahrinkrug, Chefvolkswirt der West LB, am Donnerstag bei der Vorstellung seiner Markterwartungen die Gemengelage zusammen. Er zeichnete das Bild einer merklichen Wachstumsabkühlung in den Industrieländern. Konjunktur- und Finanzmarktrisiken blieben zumindest in der ersten Jahreshälfte die dominierenden Themen.

An den Aktienmärkten müssten sich die Investoren darauf einstellen, dass das „goldene Zeitalter“ mit stark steigenden Unternehmensgewinnen dem Ende entgegengehe. An den Anleihe- und Währungsmärkten sollte der kurzfristige Datenfluss einen beherrschenden Einfluss ausüben, während mittelfristige Trends dort nur schwer erkennbar seien. Als einen der wenigen positiven Aspekte nahm Fahrinkrug immerhin auf, dass der Zinserhöhungszyklus vorüber sein sollte.

Neues Allzeithoch für Dax durchaus möglich

Gertrud Traud, die als Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) parallel ihren Ausblick auf das kommende Jahr vorstellte, wollte in den eher skeptischen Grundtenor dieser Tage zunächst zwar nicht einstimmen. Aber die Drohkulisse einer „signifikanten Wachstumsschwäche“ in den Vereinigten Staaten durch eine andauernde Krise am Immobilienmarkt und sich verschärfende Refinanzierungsbedingungen fand sich auch in ihren Prognosen wieder.

Das Risiko eines Übergreifens der Liquiditätskrise auf die Realwirtschaft bezeichnete sie sogar als „relativ hoch“. Ihr Optimismus schlägt sich in der Aktienmarktprognose nieder. Weil ihrer Ansicht nach Aktien 2008 ein attraktiveres Ertrag-Risiko-Profil als heute aufweisen sollten, sei etwa für den Dax ein neues Allzeithoch von bis zu 8600 Punkten durchaus möglich.

Rezession in Amerika höchst wahrscheinlich

Selbst von Seiten der Marktteilnehmer, die eigentlich zum Optimismus verpflichtet sind, kommen eher gedämpfte Töne. So sprach Andreas Utermann, verantwortlich für die Anlagestrategie der Aktienfonds von Allianz Global Investors, bei seinem Ausblick am Donnerstag von der höchsten Wahrscheinlichkeit seit 2003, dass es in Amerika zu einer Rezession kommt. Zudem sei mit herben Enttäuschungen zu rechnen, weil die vom Markt erwarteten Leitzinssenkungen durch die Zentralbanken nicht in vollem Umfang eintreten dürften. Gleichwohl sieht er keinen grundsätzlichen Umschichtungsbedarf. An der Untergewichtung von Finanzwerten und der Übergewichtung von Rohstoffaktien will er vorerst festhalten.

Die West LB regt angesichts des von ihr erwarteten Gegenwinds für Unternehmensgewinne die Rückkehr zur defensiven Dividendenstrategie an. Während im Zuge der jüngsten Finanzkrise die Gewinnerwartungen zurückgenommen wurden, sei dies bei den erwarteten Dividendenausschüttungen bislang kaum geschehen. Auch ihre zehn Einzelempfehlungen für das kommende Jahr orientieren sich daran, ob eine Dividendenüberraschung oder ein Aktienrückkauf wahrscheinlich ist. Auf der Liste sind Eon, Henkel, Porsche, Kali + Salz, MAN, Roche, Swisscom, United Internet sowie mit Axa und BBVA sogar zwei Finanzwerte zu finden.

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Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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