Home
http://www.faz.net/-gvf-rewu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Preisvergleich Die Depotgebühr macht häufig den Unterschied

06.04.2006 ·  Ärgern Sie sich auch über die hohen Gebühren der Banken für Wertpapiergeschäfte? Dem harten Wettbewerb sei Dank: Jetzt sinken die Preise. Anlegern bieten sich immer mehr Möglichkeiten, die Wertpapiere kostenlos verwahren zu lassen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Deutsche Privatanleger müssen die hohen Gebühren der Banken für Wertpapiergeschäfte nicht stillschweigend hinnehmen. Besonders bei den Depotgebühren hat der harte Wettbewerb dafür gesorgt, daß Wertpapiere bei vielen Banken heute kostenlos hinterlegt werden können. Damit werben insbesondere Citibank, ING Diba, DAB-Bank und Flatex, geht aus einer Aufstellung der FMH-Finanzberatung in Frankfurt hervor.

Auch die Online-Angebote der Großbanken sind häufig günstiger als der Gang in die Filiale oder der Griff zum Telefon. So verzichtet die filiallose DAB-Bank auf eine Depotgebühr, während ihre Muttergesellschaft Hypo-Vereinsbank einen Grundpreis von mindestens 18,40 Euro im Jahr verlangt. Bei der Deutschen Bank zahlen Nutzer des Online-Portals Maxblue 2,49 Euro monatlich, wobei diese Gebühr sogar entfällt, wenn der Kunde einmal im Quartal eine Order aufgibt. Ein Kunde der Deutschen Bank dagegen kommt kaum unter 20 Euro im Jahr weg.

Auch auf die Transaktionsgebühren achten

Besonders aggressiv wirbt derzeit der Online-Broker Flatex AG in Kulmbach (siehe auch: Der billigste Online-Broker). Außer auf Depotgebühren verzichtet der Wertpapierhändler aus Franken auch auf Limitgebühren und etwaige versteckte Kosten. Für 5 Euro könne der Anleger dort handeln, unabhängig von der Größe seiner Wertpapierorder. Voraussetzung ist, daß der Auftrag online aufgegeben wird. Bei Anruf oder Brief kostet es doppelt soviel.

Hinzu kommen, wie bei den meisten Banken üblich, Börsengebühren und möglicherweise Gebühren bei einer Teilausführung der Order. Abgewickelt werden die Aufträge über die BIW-Bank, die Flatex zufolge Mitglied im Einlagensicherungsfonds deutscher Banken ist. Allerdings ist das Angebot des kleinen Wertpapierhändlers noch nicht komplett. So werden Auslandsorders voraussichtlich erst im Sommer möglich sein.

Neben der Depotgebühr sollte der Anleger ohnehin auch auf die Transaktionsgebühren achten. Nicht ganz so günstig wie Flatex, aber immer noch am unteren Ende der Gebührenskala rangiert das Postbank-Angebot Easytrade mit 6,66 Euro für eine Order bis 1200 Euro. Bei höherem Volumen steigt diese Gebühr. Die meisten Online-Banken rangieren bei Gebühren bis knapp unter der Schwelle von 10 Euro für eine kleinere Order.

Kostenfreier Verwahrung in Bad Homburg

Wie stark sich ein kostenloses Depot auf die Rendite einer Anlage auswirkt, hat der Informationsdienst für Bundeswertpapiere in Düsseldorf ausgerechnet. Er ließ ein Vergleichsdepot von Bundeswertpapieren im Nennwert von 30.000 Euro für einen Zeitraum von sechs Jahren anlegen und auf dieser Basis eine standardisierte Anlage simulieren. Eine Umfrage unter Banken auf Grundlage dieses Depots hat ergeben, daß es den Anleger durchschnittlich 441,27 Euro gekostet hätte, wenn er über eine Sparkasse oder Bank gehandelt hätte. 29,79 Euro hätte er für Wertpapierkäufe aufwenden müssen, 216,60 Euro für die Verwahrung und nochmals 194,88 Euro für die Rückgabe. Bei der Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg dagegen hätte er Bundesobligationen, Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze kostenlos verwahren können.

Die kostenlose Verwahrung von Wertpapieren mache häufig den Unterschied zwischen einer guten und einer durchschnittlichen Geldanlage aus, sagt Hans Ulrich Lellek, Präsident der Bundeswertpapierverwaltung. Allein für Bundeswertpapiere, die gegen Gebühren bei Banken und Sparkassen verwahrt werden, wenden die deutschen Anleger mehr als 5 Millionen Euro auf, schätzt die Bundeswertpapierverwaltung.

Kostenloser Wechsel zu günstigerem Anbieter

Anleger, die Depotgebühren sparen wollen, können im übrigen kostenlos zu einem günstigeren Anbieter wechseln. In zwei Urteilen hat der Bundesgerichtshof (Az.: XI ZR 200/03 und XI ZR 49/03) festgestellt, daß Banken und Sparkassen für die Übertragung von Wertpapieren keine eigenen Gebühren mehr erheben dürfen.

„Die Berechnung eines Entgeltes... benachteiligt die Kunden... unangemessen, weil die Übertragung von Wertpapieren keine Leistung ist,... sondern die Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht“, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Somit dürfen die Banken dem Anleger nur noch fremde Kosten in Rechnung stellen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
25.05.2012
Tops & Flops Fonds Kurs Prozent

DWS Biotech Typ O

75,52 € +31,82 %

ESPA STOCK BIOTEC (T)

167,62 € +30,20 %

Allianz Biotechnologie A (EUR)

70,37 € +23,40 %

SEB Concept Biotechnology B

41,83 € +23,39 %

M&G Japan Smaller Companies Fund A

12,29 € +22,86 %

Delta Lloyd L New Energy Fund B

3,10 € −42,94 %

Earth Exploration Fund UI (EUR R)

34,20 € −45,89 %

Craton Capital Precious Metal Fund A

180,26 $ −48,05 %

KEPLER Öko Energien (T)

35,95 € −48,35 %

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

32,40 € −61,16 %
25.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.339,94 +0,38%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%