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Neue Kapitalmärkte RBS macht mit Zertifikat jetzt auch Kenia handelbar

05.03.2010 ·  Für Afrika-Anhänger wird das Investieren auf dem Schwarzen Kontinent wieder etwas einfacher. Denn die RBS hat ein Kenia-Indexzertifikat aufgelegt. Und seit 2002 hat der Index immerhin besser abgeschnitten als der MSCI Emerging Markets Index.

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Die Börsen in Afrika haben sich in der jüngeren Vergangenheit zu einer Art Geheimtipp unter Anlage-Pionieren gemausert. Und inzwischen sind diese Märkte sogar nicht mehr nur Großinvestoren vorbehalten. Die Royal Bank of Scotland hat beispielsweise schon seit längerem neben den Standardprodukten auf südafrikanische Aktienindizes auch entsprechende Angebote für Ägypten, Marokko und Nigeria im Bestand. Und seit neuesten wird diese Palette nun auch noch durch ein Kenia-Zertifikat erweitert.

Konkret handelt es sich um das MSCI Kenia ER Index Open End Zertifikat (Isin DE000AA198P9), das wie der Name schon sagt den MSCI Kenya ER Index abbildet. Dieser umfasst gegenwärtig die sechs größten börsennotierten Unternehmen (siehe Grafiken) aus Kenia gewichtet nach der Marktkapitalisierung. Berücksichtigung finden so die Branchen (Finanzen 37,45 Prozent), Nahrungsmittel (Gewichtung 30,76 Prozent), Telekommunikation 27,12 Prozent) und Energie 4,67 Prozent)

Wirtschaftswachstum soll wieder dynamischer werden

Wie bei allen diesen Konstrukten besteht die Grundidee in der Hoffnung, dass der afrikanische Kontinent in den nächsten Jahren erwacht und höhere Wirtschaftswachstumsraten vorweisen kann als die Industriestaaten. Viel von dieser Annahme beruht auf dem Rohstoffreichtum auf diesem Kontinent und in den vergangenen Jahren hat dieser Pluspunkt auch schon wesentlich dazu beigetragen, dass endlich mehr konjunkturelle Dynamik aufgekommen ist.

Das gilt im Großen und Ganzen auch für Kenia. Das mit etwa 40 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste und wirtschaftlich stärkste Land in Ostafrika hat die Finanz- und Wirtschaftskrise bislang jedenfalls relativ gut überstanden. 2009 dürfte das Wirtschaftswachstum 2,5 Prozent betragen haben und für 2010 gehen die Experten von einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von 4,0 Prozent aus. Präsident Mwai Kibaki sprach jüngst sogar von einem möglichen Anstieg von 4,5 Prozent, wobei diese Vorhersage auch auf dauerhaft tiefen Leitzinsen fußt. Derzeit bewegen sich diese bei 7 Prozent, was für Kenia einem Rekordtief entspricht.

Utopisch sind langfristig selbst Wachstumsraten von 6 Prozent und mehr übrigens bei den richtigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen nicht. IN den Jahren 2004 bis 2007 wurde dieses Niveau schon erreicht und der Internationale Währungsfonds beziffert das Potenzialwachstum ebenfalls auf sechs Prozent. Allerdings wird das nach Ansicht der dortigen Experten nicht wieder vor 2012/2013 erreichen werden.

Seit 2002 bessere Performance als der MSCI Emerging Markets Index

Konjunktureller Rückenwind dürfte auch schon zuvor von dem Engagement der rohstoffhungrigen Chinesen ausgehen. Diese helfen unter anderem bei der Finanzierung eines zweiten großen Überseehafens in Lamu. Das Projekt hat einen Umfang von 22 Milliarden Dollar und soll vor allem dabei helfen, den Norden des Landes zu entwickeln. Daneben werden laut Royal Bank of Scotland Straßen, Schienen und Flughäfen gebaut, um nicht nur das Landesinnere besser zu erschließen, sondern auch den regionalen Handel mit den Nachbarstaaten voranzutreiben.

Wer an Afrika im Allgemeinen und Kenia im Speziellen glaubt, dem steht mit dem MSCI Kenia ER Index Open End Zertifikat eine neue Alternative zur Verfügung. Die Performance in den vergangenen acht Jahren fällt übrigens ermutigend aus. Denn da ist es dem MSCI Kenya Open End Zertifikat gelungen, besser abzuschneiden als der MSCI Emerging Markets Index. Das ist zwar keine Garantie, dass dies auch in der Zukunft wieder so sein wird. Zuletzt ist der Index nach einer vorangegangenen Korrektur aber wieder in einen Aufwärtstrend eingeschwenkt. Wer investiert, der muss sich auf eine Geld-/Briefspanne von 3 Prozent und eine Managementgebühr von 1 Prozent einstellen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @JüB
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