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Nebenwertefonds „Das Wachstum wird langsamer werden“

09.05.2006 ·  Felix Meier führt die Rangliste der besten deutschen Nebenwertefonds auf Sicht von drei Jahren an. Im FAZ.NET-Interview spricht er über die Gründe für die Nebenwerte-Rally, seine Anlagestrategie und den Vergleich mit Konkurrenten.

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Der „Credit Suisse Equity Fund Small Cap Germany“ (Isin LU0052265898) liegt auf Sicht von drei Jahren bei den deutschen Nebenwertefonds ganz vorne. Die Charts in der Bilderstrecke informieren über die Wertentwicklung des Fonds und der größten Einzelwerte.

Im FAZ.NET-Interview spricht Fondsmanager Felix Meier über die Gründe für die Nebenwerte-Rally, seine Anlagestrategie und den Vergleich mit Konkurrenten.

S- und MDax lassen seit geraumer Zeit den Dax hinter sich, obwohl der auch nicht schlecht gelaufen ist. Wann ist die Nebenwerte-Rally zu Ende?

Diese Frage kommt schon seit zwei Jahren. Die Rally hat natürlich ihren Grund: Die kleinen und mittleren Unternehmen steigern ihre Gewinne sehr ordentlich.

Woran liegt das?

Zum einen an Kostenreduzierungen, zum anderen an der guten Weltwirtschaft. Die großen Unternehmen sind schon international ausgerichtet, jetzt ziehen die kleinen nach. Sie verlagern die Produktion ins Ausland, erschließen neue Märkte - und sind nicht so träge wie die großen.

Trotzdem: Nebenwerte sind nicht mehr billig.

Was heißt billig? Im Vergleich zu Renten sind Aktien immer noch günstig bewertet. Ich sehe im Moment auch keine große Wahrscheinlichkeit für einen Crash. Der kann höchstens kommen, wenn die Weltwirtschaft plötzlich einbrechen sollte.

Die Nebenwerte-Rally kann aber nicht mehr so weitergehen wie in der Vergangenheit.

Klar, das Wachstum wird langsamer werden. 2005 hatten wir im MDax ein Gewinnwachstum von etwa 70 Prozent, 2006 werden es nur noch 23 Prozent sein, 2007 wahrscheinlich nur noch 13 Prozent. Aber trotzdem: Die Gewinne zeigen nach oben.

Nebenwerte gibt es Hunderte. Wie gehen Sie vor, um die Aktien zu finden, die in Ihren Fonds passen?

Wir sind Stock-Picker, schauen uns also einzelne Firmen an und wetten nicht auf einen Sektor. Etwa 150 Unternehmen im Jahr nehmen wir unter die Lupe und aktualisieren unsere Modelle. Die zeigen uns, welche Firmen unterbewertet sind. Ich mache auch gerne eigenes Research und spreche mit dem Management vor Ort. So kommt man auch an einige Infos, bevor sie die ganze Finanzgemeinde hat.

Welche Sektoren sind Ihnen derzeit am liebsten?

Wie gesagt, wir setzen nicht auf Branchen, sondern wählen einzelne Titel aus. Das ist auch Teil unserer Risikokontrolle. Sonst könnte der Fonds kräftig an Wert einbüßen, wenn ein Sektor abschmiert.

Wie groß sind die Unternehmen, in die sie investieren?

Die durchschnittliche Marktkapitalisierung der Unternehmen im Fonds beträgt eine Milliarde Euro, es können aber auch mal drei Milliarden sein.

Eine Beschränkung nach unten gibt es nicht?

Nur insofern, als wir nicht mehr als zehn Prozent des Streubesitzes eines Wertes kaufen können. Sonst kommen wir aus dem Wert nicht mehr schnell genug raus.

Im März haben Sie die Aktien der Deutsche Wohnen verkauft. Warum das? Die Titel laufen von Rekordhoch zu Rekordhoch, der Trend zeigt nach oben.

Zu einzelnen Unternehmen sage ich nichts. Wir haben unsere Bewertungsmodelle. Wenn sich eine Aktie unserem Preisziel nähert, werden wir die Position verringern.

Auch wenn der Chart nach oben zeigt?

Der Chart ist uns egal. Wir schauen nur auf die fundamentale Bewertung.

Auf Sicht von drei Jahren liegt Ihr Fond unter den deutschen Nebenwertefonds vorne. Auf Sicht von einem Jahr sind Sie nur neunter, auf Sicht von sechs Monaten sogar nur elfter. Wie konnte das passieren?

Kurzfristig läuft mal der eine Fonds besser, mal der andere. Unsere Benchmark ist der MSCI Germany Small Cap. Diesen Index schlagen wir regelmäßig. Wir schaffen für unsere Anleger fast jeden Monat einen Prozentpunkt Mehrwert gegenüber diesem Index.

Die Wettbewerber sind Ihnen egal?

Wir schauen auf unsere Benchmark und wollen diese schlagen. Wenn Sie mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen wollen, geht das meistens in die Hose.

Wer von der Nebenwerte-Rally profitieren will, kann auch auf den S- oder MDax setzen. Warum soll er in einen Fonds investieren?

Das kommt darauf an, wie der Anleger investieren will. Unsere Benchmark etwa besteht aus etwa zwei Dritteln MDax und weiteren Teilen SDax und TecDax. Das ist also ein recht breites Spektrum, das auch ein bißchen Sicherheit bietet. Wer nur kleine Werte im Portfolio haben will, kann durchaus auch den SDax kaufen.

Felix Meier hat in St. Gallen Betriebswirtschaft studiert und seine Karriere 1999 als Assistent im Euopean-Equity-Team bei Zurich begonnen. Seit 2001 kümmert er sich um deutsche Nebenwerte, seit 2003 managt er den Credit-Suisse-Fonds.

Das Gespräch führte Bernd Mikosch.

Quelle: @bemi
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