21.05.2007 · Der Boom der vergangenen Monate im Energie- und Rohstoffbereich führte auch zu einer Renaissance europäischer Plantagewerte. Ihre Kurse sind in den vergangenen Monaten nach oben gelaufen. Vereinzelt können sie noch Reize bieten.
Der Boom der vergangenen Monate im Energie- und Rohstoffbereich führte auch zu einer Renaissance der Plantagewerte, die teilweise noch zu Zeiten der Kolonialisierung ins Leben gerufen wurden. Das zeigt sich unter anderem an der Kursentwicklung von Werten wie United Plantations of Africa, Plantations des Terres Rouges, Anglo-Eastern Plantations, der R.E.A. Holdings oder auch der Internationale de Plantations d'Heveas.
Die Werte solcher Unternehmen, die sich mit dem Anbau, der Verarbeitung und der Vermarktung von Kautschuk, Palmöl, Tee und Kakao bis hin zu Rosen, Orangen, Zitronen, Grapefruit und Bananen in allen Teilen der Welt beschäftigen, sind in den vergangenen Monaten deutlich nach oben gelaufen und konnten Kursgewinne von bis zu 524 Prozent verbuchen.
Nachfrageimpulse bei Agrarrohstoffen von verschiedenen Seiten
Mag sich die Kursentwicklung mit Blick auf die operative Entwicklung der einzelnen Unternehmen selektiv hinterfragen lassen, so profitiert die Unternehmensgattung an sich von den Konsequenzen und Folgewirkungen, zu denen hohe Energiepreise führen. Denn sie resultieren in Energiesparmaßnahmen auf der einen Seite und zum Ausweichen auf alternative Energien auf der anderen.
So führte die Sehnsucht nach einem gewissen Grad an Energieunabhängigkeit in den Industriestaaten zu Subventionen für die Produktion von alternativen Energien. Diese wiederum führten zu Investitionen in Solar- und Windkraftanlagen, aber auch zu Konstruktionen für die Herstellung von Biokraftstoffen. Auf diese Weise wurde nicht nur die Nachfrage nach Düngemitteln, Maschinen und Saatgut angeheizt, sondern auch die Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion nahm und nimmt zu.
Aus diesem Grund und auch aufgrund der mit zunehmendem Wohlstand wachsenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln dürften nun auch vielfach die Preise der Agrargüter ein gewisses Potential nach oben bieten, nachdem sie zumindest teilweise für Dekaden real nach unten gelaufen waren.
Selektive Kursphantasie aus verschiedenen Gründen
Aus diesem Grund dürften auch die Plantagewerte den Anlegern zumindest mittel- und längerfristig in einem anhaltend positiven weltwirtschaftlichen Umfeld eine gewisse Kursphantasie bieten. Wird sie nicht alleine über das operative Geschäft induziert, so spielen langfristig in einem Umfeld mit weltweit stark wachsenden Geldmengen und Vermögenspreisen alleine schon die Immobilienwerte eine Rolle, die solche Unternehmen darstellen.
Denn im Gegensatz zu profanen Geldscheinen sind Edelmetalle und Ländereien nicht nur nicht vergänglich, sondern in den vergangenen Jahren dürften sich kontrazyklisch gute Kaufgelegenheiten geboten haben. Eine der solidesten Unternehmen des Metiers dürfte die belgische Sipef NV darstellen. Dabei handelt es sich um eine Holding, die in Plantagen in Indonesien, Papa Neuguinea, Vietnam, im Kongo, in Liberia und an der Elfenbeinküste investiert, die von Gummi, über Palmöl bis hin zu Kakao, Tee, Kaffee, Bananen und Blumen vieles anbaut und gleichzeitig auch noch Immobilien in Belgien und den Vereinigten Staaten verwaltet.
Die Aktie des Unternehmens hat seit Oktober des Jahres 2001 rund 550 Prozent zugelegt. Dass das Unternehmen gleichzeitig sowohl Umsatz als auch Gewinn zumindest im Trend steigern konnte, ist die Aktie mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,5 noch vernünftig bewertet. Leider läßt sich das Papier nur über eine Auslandsorder erwerben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |