Die deutschen Privatanleger investieren bislang noch wenig in nachhaltige Geldanlagen. Dies geht aus einer Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, durchgeführt hat. Forsa hat das Anlageverhalten von 500 Finanzentscheidern in Privathaushalten im ersten Quartal 2012 untersucht. Nur etwa 7 Prozent der Befragten gaben an, ihr Geld in Finanzprodukte zu stecken, die sozialen, ökologischen oder ethischen Kriterien folgen.
Das Bewusstsein für nachhaltige Anlagestrategien nimmt der Studie zufolge aber zu: 38 Prozent interessieren sich für diese Anlageform, bei der vorangegangenen Befragung im zweiten Quartal 2011 waren es noch 31 Prozent.
Union Investment führt das Interesse der Privatanleger an nachhaltigen Investitionen auf das veränderte Konsumverhalten zurück. Die Menschen achteten beim Einkauf von Lebensmitteln und Kleidung mehr auf soziale und ökologische Verträglichkeit. Dieser Trend übertrage sich langsam auf ihre Anlageentscheidungen. Angesichts der Finanz- und Euro-Schuldenkrise suchten die Anleger nach sicheren und langfristigen Investitionsmöglichkeiten.
Soziale Kriterien wichtiger als ökologische
Für 58 Prozent der Haushalte, die ihr Geld in alternative Finanzprodukte investieren würden, spielen soziale Kriterien eine größere Rolle als ökologische. Im zweiten Quartal 2011 waren es noch 49 Prozent. Vor allem junge Menschen und Frauen messen dem Sozialen eine besondere Bedeutung bei.
38 Prozent halten den Schutz der Umwelt für das wichtigste Anlageziel. War die Bedeutung ökologischer Kriterien nach dem Atomunfall von Fukushima gestiegen, fiel sie in diesem Quartal im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung um 7 Prozentpunkte.
Anleger fühlen sich schlecht informiert
Fast die Hälfte derjenigen, die ihr Geld bislang nicht nachhaltig anlegen, nannte fehlende finanzielle Mittel als Grund.
Etwa ein Drittel der Haushalte ohne alternative Geldanlage schreckt vor einer Investition zurück, weil sie sich schlecht informiert fühlt und mangelnde Transparenz beklagt.