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Nach Nutzung in Spanien Tausende Kreditkarten gesperrt

16.11.2009 ·  Wieder einmal mussten tausende von Kreditkarten nach Hinweis auf Unregelmäßigkeiten gesperrt werden. Die Missbrauchsquote sei gering, heißt es bei Mastercard. Indes habe die öffentliche Wahrnehmung von Kartenmissbrauch zugenommen.

Von Thiemo Heeg
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Die Debatte über die Sicherheit von Kreditkarten reißt nicht ab. Gleich mehrere Fälle von mutmaßlichem Missbrauch haben die Kunden in den vergangenen Wochen verunsichert. Zuletzt waren die Lufthansa und die DKB-Bank, die Barclays-Bank sowie die Karstadt-Quelle-Bank betroffen.

In erster Linie ging es dabei um Transaktionen im Urlaubsland Spanien. Unregelmäßigkeiten bei einem dortigen Zahlungsdienstleister sollen der Grund dafür sein, dass Kreditkarten in großem Stil ausgetauscht werden mussten. Die Kartenindustrie verweist unterdessen auf immer strengere Sicherheitsstandards. Außerdem sei der Anteil der Betrugsfälle hinsichtlich der Zahl der insgesamt kursierenden Karten gering.

Unregelmäßigkeiten in Spanien

Eine Sprecherin der DKB-Bank, die Kooperationspartner der Lufthansa für das Vielfliegerprogramm Miles & More ist, bestätigte, dass bei dem Zahlungsdienstleister in Spanien Kartendaten „abgegriffen“ worden sind. Die DKB habe daher die Lufthansa-Kreditkarten von Mastercard ausgetauscht, ebenso Visa-Karten von eigenen Kunden.

Die Bank habe in den vergangenen Wochen von beiden Kartenfirmen Hinweise über Unregelmäßigkeiten in Spanien bekommen. Betrugsfälle lägen bislang aber nicht vor. Eine Lufthansa-Sprecherin ergänzte, es handele sich um einige tausend Miles & More-Karten mit Bezahlfunktion. Die betroffenen Kunden hätten neue Mastercard-Kreditkarten mit neuen Nummern erhalten. Es habe sich um einen rein vorbeugenden Austausch gehandelt. Den Kunden sei kein Schaden entstanden.

Mastercard-Deutschland-Chef Peter Ehmke sagte der F.A.Z., die Untersuchungen in Spanien liefen noch. Daher wolle man noch nicht über Details reden. „Grundsätzlich ist es so, dass wir im Fall des Falles Spezialisten vor Ort schicken. Die stellen dann das Unternehmen, von denen ein Betrug ausgegangen sein könnte, auf den Kopf“, erläuterte Ehmke.

Wettlauf mit den Betrügern

Der Mastercard-Manager sieht durch die aktuellen Fälle den Nimbus der Karte als sicheres Zahlungsmittel nicht in Frage gestellt. „Hinsichtlich der Zahl der Karten insgesamt ist die Missbrauchsquote gering, sie liegt im Promillebereich“, sagte er. Andererseits habe die öffentliche Wahrnehmung mit Blick auf Kreditkartenbetrug zugenommen.

Die Sicherheitsstandards in der Branche, zum Beispiel der sogenannte PCI DSS, würden ständig ausgebaut. „Natürlich lässt sich damit nicht jeder Betrug verhindern“, schränkte Ehmke ein. Der weltweit gültige Sicherheitsstandard PCI DSS ist ein Regelwerk für die gesamte Kartenzahlungsbranche. Es umfasst zwölf Punkte, unter anderem die Einrichtung verschlüsselter Übertragungen sowie eingeschränkte Zugriffsberechtigungen auf Daten.

Das sei auch notwendig, zumal sich aus Ehmkes Worten herauslesen lässt, dass es die Branche heute mehr und mehr mit organisierten Kriminellen zu tun hat, die in Kreditkarten ein lukratives Geschäft wittern. „Früher war der Ratschlag: Gib die Karte nicht aus der Hand, sonst macht der Händler gleich zwei Kopien davon. Das ist heute etwas anders, heute sind die Methoden der Betrüger professioneller geworden.“

Zu den Kartensperrungen in den jüngsten Fällen sagte Ehmke: „Das haben nicht wir zu entscheiden, das ist Sache der Banken. Im Falle eines Verdachts gehen wir auf die Kreditinstitute zu und erläutern, welche Kreditkartennummern eventuell kompromittiert sind. Die Banken entscheiden dann, ob sie Karten sperren. Das ist immer nur eine ,Ultima Ratio‘, zumal die Kunden im Ausland dann nicht mehr über ihre Karte verfügen können – und das kann schließlich unangenehm sein.“

Mithaftung der Kunden nur für eigenes Verschulden

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Unternehmen Kreditkarten ihrer Kunden aus dem Verkehr gezogen. Ende Oktober hatte die Karstadt-Quelle-Bank die Karten von 15.000 Kunden ausgetauscht. Am Freitag wurde bekannt, dass die deutsche Niederlassung der britischen Bank Barclays mehrere tausend Karten auswechselt, die kürzlich in Spanien verwendet wurden.

Trotz aller Aufregung sind Plastikgeldbesitzer im Fall von Gaunereien meist aus dem Schneider. Wird die Karte im Fall eines Verlustes oder betrügerischer Abbuchungen so schnell wie möglich gesperrt, haftet das ausgebende Institut, inklusive eventuell angefallener Überziehungszinsen.

Auch wenn ein Kartendieb mit der Karte auf Großeinkauf geht, muss die Bank den Verlust ausgleichen. Wer allerdings die Karte nicht sofort sperren lässt, obwohl ihm ein Verlust aufgefallen ist, könnte am Schaden beteiligt werden. Für den Schaden auf seinem Konto muss auch aufkommen, wer sich grob fahrlässig verhalten hat, zum Beispiel, indem er seine Geheimzahl auf der EC- oder Kreditkarte notiert oder sie am gleichen Ort wie die Karte deponiert hatte.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft.

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