01.12.2006 · Steigende Preise bei Edelmetallen sind längst übergeschwappt an die Finanzmärkte und führen bei manchen Minenwerten zu Kursexplosionen. Doch dürfte es schwierig bis unmöglich sein, rechtzeitig aufs richtige „Pferd“ zu setzen.
Die teilweise extrem hohe Geldschöpfung der Zentralbanken einerseits und die zunehmende Nachfrage nach alternativen, wenig mit traditionellen Vermögenswerten korrelierenden Anlageformen auf der anderen Seite hat in den vergangenen Jahren nach einer jahrzehntelangen Vernachlässigung die Rohstoff- und insbesondere auch die Edelmetallpreise in Bewegung gebracht.
Aus der Tendenz der Leistungsbilanzüberschußstaaten einerseits, ihre Einnahmen breiter als bisher zu diversifizieren und der im Vergleich mit den Wirtschaftswachstumsdaten zu rasch zunehmenden Geldmengen andererseits leiten viele Strategen weiteres Kurs- beziehungsweise Preissteigerungspotential für Vermögenswerte ab. Sie sollte sich ihrer Meinung nach insbesondere auch bei tatsächlich knappen Gütern zeigen. Dazu zählen die Edelmetalle.
Kursexplosionen bei einzelnen Minenwerten ....
Diese Phantasie ist längst auch übergeschwappt auf die Börsen. Dort verbuchten Minenwerte in den vergangenen Jahren trotz zum Teil rasant steigender Kosten häufig deutliche Kursgewinne. Bei kleineren Explorationswerten kommt es immer dann zu wahren Kursexplosionen, wenn sie vermeintlich oder tatsächlich auf größere Vorkommen gestoßen sind.
Alleine nachgewiesene und rechtlich gesicherte Vorkommen können schon den Wert eines solchen Unternehmens beträchtlich steigern. Denn entweder werden sie danach zu Übernahmezielen für größere, etablierte Unternehmen der Branche. Oder sie können sich zumindest mittel- und längerfristig tatsächlich von reinen „Entdeckern“ zu Förderunternehmen mit entsprechend steigenden Umsätzen und Erträgen wandeln.
Die Spekulation auf eine solche Entwicklung kann dazu führen, daß einzelne Aktien wie beispielsweise die von Aurelian Resources oder die der Aurcana Corporation innerhalb kurzer Zeit Tausende Prozent zulegen können, ohne daß die Unternehmen auch nur einen Cent Geld verdient hätten. Andere dagegen, zum Beispiel jene von Cambridge Mineral Resources, dümpeln vor sich hin, obwohl das Unternehmen in Kolumbien interessante Projekte verfolgt. Gleichzeitig kommen immer neue Unternehmen an den Markt, die auf den anhaltenden Boom aufspringen und den Anlegern - gelegentlich sogar in betrügerischer Absicht - das Blaue vom Himmel versprechen. Zusammen genommen ist es in diesem Umfeld nicht einfach, auf die richtigen Werte zu setzen.
Selbst professionelle Fondsmanager dürften Schwierigkeiten haben, rechtzeitig selektiv auf die richtigen „Pferde“ zu setzen. Wie sollten es Privatanleger oder „Börsenbriefschreiber“ dann schaffen können, außer sie hätten enormes Glück? In diesem Sinne sind solche „Wetten“ nicht sonderlich vernünftig, auch wenn reißerische Schlagzeilen immer wieder dazu animieren.
... aber wer findet die Nadel im Heuhaufen?
Im Unterschied zu Privatanlegern haben Fondsmanager einen Vorteil: Sie können die Mittel breit streuen und mit einer gewissen Selektion dafür sorgen, daß wenigstens der Durchschnittsertrag vernünftig ausfällt. Aus diesem Grund sollten Privatanleger eher zu Goldfonds als zu Einzelwerten tendieren, wenn sie sich denn überhaupt die operativen Risiken von Goldunternehmen ins Depot legen wollen. Tatsächlich kann sich die Performance verschiedener Goldfonds in den vergangenen Jahren durchaus sehen lassen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren kommt der AIG Equity Fund Gold auf ein Plus von 254 Prozent, gefolgt vom MLIIF World Gold Fund mit einem Plus von 233,5 Prozent und vom UBS Equity Fund Gold, jeweils in Dollar gerechnet.
Diese Fonds zeichnen sich jeweils dadurch aus, daß sie größere Positionen in etablierten Branchenriesen wie Barrick Gold oder Newmont Mining aufgebaut haben. Das heißt, sie gehen nur bedingt riskante Wetten ein.
Im Fazit mögen gewaltige Kursgewinne einzelner Minenwerte immer wieder beeindrucken und den einen oder anderen zu einer entsprechenden Investition reizen. Die Wahrscheinlichkeit, ausgerechnet den künftigen Kursgewinner als Nadel im Heuhaufen zu finden, dürfte jedoch äußerst gering sein. Aus diesem Grund ist es sehr wahrscheinlich sinnvoller, sich einen etablierten Goldminenfonds ins Depot zu legen, als waghalsige Wetten einzugehen.
Der STABILITAS - Gold+Resource -Fonds fehlt
Martin Enzinger (FlorianGeyer)
- 02.12.2006, 02:13 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |