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Merrill Lynch-Umfrage Fondsmanager-Pessimismus hat deutlich zugenommen

Die Fondsmanager weltweit haben ihre Wachstumserwartungen deutlich reduziert. Denn die Zentralbanken blieben unerwartet lange restriktiv, um Inflationsgefahren zu bannen, ergab eine Umfrage von Merrill Lynch im Juni.

© Merrill Lynch Vergrößern

Anleger haben weltweit ihre Wachstumserwartungen deutlich reduziert. Denn sie rechnen nun damit, daß die Zentralbanken länger als erwartet restriktiv bleiben, um auf diese Inflationsgefahren zu bannen, ergab eine Umfrage von Merrill Lynch im Juni.

Die Fondsmanager haben auf diese Erkenntnis nach Analyse der Zahlen mit einer „schulbuchmäßigen“ Länderrotation reagiert, in der sich bisher amerikanische Aktien widerstandsfähiger gegen Turbulenzen gezeigt haben als die Schwellenländermärkte und die Papiere in Japan.

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„Schwellenländer-Anleger dürften mittlerweile sie Hitze spüren“

Zwischen der vergangenen Erhebung im Mai und der Umfrage im Juni haben die Weltbörsen insgesamt etwa neun Prozent ihres Wertes und die Schwellenländermärkte etwa 20 Prozent verloren. Rasche Kursverluste könnten jedoch ebenso rasch von Kursgewinnen abgelöst werden, da die Liquiditätsbestände der Fonds sich auf historischen Hochs befänden, zeigt die Analyse weiter. Allerdings sei unwahrscheinlich, daß von einer solchen Kursbewegung jene Papiere am deutlichsten profitieren würden, die in den vergangenen Tagen am stärksten leiden mußten.

Gewinnerwartungen und -prognosen © Merrill Lynch Vergrößern

„Schwellenländer-Anleger dürften mittlerweile sie Hitze spüren,“ kommentierte David Bowers als Chief Global Investment Strategist von Merrill Lynch die Entwicklung. Es müsse sich noch zeigen, ob die Attraktivität dieser Regionen für internationale Anleger hoch genug sei, um eine längere Phase mit restriktiverer Geldpolitik zu überstehen.

Immer mehr Fondsmanager teilen die Meinung, die internationale Wirtschaft wachse über ihrem Potential. Das bringe die Zentralbanken dazu, sie zu bremsen, um die Preisentwicklung unter Kontrolle zu halten. In dieser Überlegung sei der Kern des negativen Wachstumsschocks zu finden, der die Juniumfrage dominiere, heißt es weiter. Inflationssorgen seien typisch für 60 Prozent der befragten Fondsmanager, die den globalen Konjunkturzyklus in seiner späten Phase sehen.

Rund die Hälfte der Befragten rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einem schwächeren Wachstum. Das ist die pessimistischste Erwartungshaltung seit knapp sechs Jahren. 34 Prozent der Panel-Teilnehmer rechnen mit fallenden Unternehmensgewinnen in den kommenden Monaten. Die Fondsmanager scheinen nicht mehr an zunehmende Umsätze zu glauben. Gewinnsteigerungen seien vor allem über Kostensenkungsmaßnahmen erreichbar, denken sie.

Hohe Liquidiätsbestände - geringere Risikoneigung

Aufgrund der aufgekommenen Volatilität dürfte es kaum überraschen, daß die Liquiditätsbestände der Fonds zugenommen auf 4,5 Prozent zugenommen haben. 29 Prozent der befragten Fondsmanager haben „Cash“ übergewichtet. Das ist eine der höchsten Quoten dieser Art seit Beginn dieser Umfrage. Zusammen mit einer deutlich erhöhten Risikoaversion läßt sich aus dieser Beobachtung die Vermutung ableiten, die Märkte könnten rasch wieder nach oben laufen, sobald sich die Inflationssorgen verflüchtigen sollten.

Immerhin sind die Aktien in den Augen der Fondsmanager generell günstig oder gar unterbewertet zu sein. 59 Prozent der Befragten fürchten nicht, die Märkte könnten sich in sechs Monaten auf einem tieferen Niveau befinden.

Im Falle einer Erholung scheint es nicht sicher zu sein, ob die bestehende Liquidität in jene Märkte zurückfließen wird, die in den vergangenen Wochen die größten Kursverluste hinnehmen mußten. Künftig scheinen die Anleger in erster Linie auf Größe und Qualität der Unternehmen zu setzen. 28 Prozent der Befragten wollen den Anteil amerikanischer Aktien in ihren Depots erhöhen, zwölf Prozent wollen den Schwellenländeranteil reduzieren und satte 71 Prozent bauen auf „large caps“, statt auf die „small caps“.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri

 
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Veröffentlicht: 13.06.2006, 15:44 Uhr

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