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Marktstimmung Erfolg macht attraktiv: Großer Optimismus bei Privatanlegern

26.06.2007 ·  Lange schon war der Optimismus unter Privatanlegern bezüglich der Aktienmärkte, der wirtschaftlichen Situation und des Euro nicht mehr so gut wie im zweiten Quartal, zeigt eine Umfrage. Anscheinend wirken sich die Erfolgsmeldungen der Vergangenheit auf die Stimmung positiv aus.

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Die Hausse nährt die Hausse, ist sicherlich keine allzu neue Weisheit, wovon sie allerdings nicht weniger wahr wird. Betrachtet man die Stimmungslage der Deutschen, wie sie eine Umfrage der Fondsgesellschaft Union Investment zeichnet, so drängt sich der Verdacht auf, dass dies nur allzu wahr ist.

Angesichts der Erfolgsmeldungen auf breiter Front ist nur allzu verständlich, dass die Anleger im Mai auf breiter Front optimistisch sind. Seit Anfang 2001 lässt Union Investment durch das Marktforschungsinstitut Forsa quartalsweise eine Erhebung zum Anlegerverhalten durchführen. Befragt werden 500 so genannte „Finanzentscheider“ in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen.

Großer Optimismus für Aktien

Durchgeführt wurde die Umfrage in der Zeit zwischen dem 7. und dem 15. Mai, just in einem Zeitraum also, als der Dax zwar Pause machte, doch nach dem starken Kursanstieg im April das Vertrauen in höhere Kurse ungebrochen war.

63 Prozent der Befragten blickten erwartungsvoll in die Zukunft, während nur acht Prozent pessimistisch eingestellt waren. Im Vergleich zum Vorquartal reduzierte sich die Anzahl der Skeptiker nochmals und erreichte den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung.

Naturgemäß waren die wohlhabenderen Haushalte mit 71 Prozent noch positiver eingestellt und traditionell waren Frauen mit 61 Prozent etwas vorsichtiger eingestellt als Männer. Und wie nicht anders zu erwarten, sind die Aktien- und Fondsanleger in Deutschland noch mal um rund vier Prozentpunkte optimistischer als die Gesamtbevölkerung.

Wenig Bereitschaft zum Neueinstieg

Der Eindruck, dass die meisten Anleger aber an der Seitenlinie ausharren, bestätigte sich auch in dieser Umfrage. Der Anteil der Befragten, die angeben, keine Konsequenzen aus dieser Einschätzung zu ziehen, war mit 69 Prozent unvermindert hoch und veränderte sich im Vergleich zum Vorquartal nur minimal.

Anders bei denen, die bereits investiert sind. Die Anzahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer, die Kaufabsichten äußerten, ist auf 55 Prozent deutlich gestiegen ist. Auffällig sei hierbei, dass sich der Anteil derer, die auf jeden Fall investieren möchten, auf 24 Prozent verdoppelt hat, meint die Union Investment.

Und dass Erfolg sympathisch macht, zeigt die Einstellung zum Euro. Die Stärke der Gemeinschaftswährung lässt auch deren Beliebtheit wachsen. Mit 36 Prozent der Befragten glauben so viele Menschen wie noch nie seit Beginn der Umfrage im Jahr 2001 an einen steigenden Eurokurs. Der Anteil der Pessimisten erreichte mit 11 Prozent dagegen einen neuen historischen Tiefstand.

Medial erzeugte gute Stimmung?

Aus dieser Einschätzung heraus werden jedoch auch weiterhin keine Anlageentscheidungen getroffen: 88 Prozent der Befragten planen keine Umschichtung auf Basis der erwarteten Entwicklung des Eurokurses. Es erscheint nicht unplausibel anzunehmen, dass der Großteil der Investments ohnehin in Euro getätigt wurde.

Dieser Optimismus scheint von einer allgemein positiven Stimmung in wirtschaftlichen Belangen getragen zu sein. 59 Prozent der Befragten erwarteten eine Verbesserung, vor allem Männer und Personen mit hohem Einkommen. Mit lediglich 12 Prozent gab es auch noch nie so wenig Pessimisten.

Die Union Investment hält für nahe liegend, dass dies auf die Einflussnahme der Medienberichte auf die Meinungsbildung der Bevölkerung zurückführen lässt, allzumal sich die Einschätzung der Bevölkerung mit den optimistischen Erwartungen von Politik und Wirtschaft decke.

Dazu passt, dass die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation sich zwar weiter verbessert hat und sich mit einem Anteil von 29 Prozent derer, die eine Verbesserung erwarten, auf dem höchsten Stand seit Anfang 2001 befindet. Gleichwohl erwarte mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 57 Prozent keine wesentlichen Veränderungen der eigenen finanziellen Situation in den nächsten sechs Monaten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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