05.03.2010 · Managed Futures waren erfolgreich, als die Finanzmärkte noch starke Aufwärtstrends verzeichneten. In den vergangenen zwölf Monaten verloren diese Systeme jedoch 10 Prozent. Andere Hedge-Fonds-Produkte legen hingegen kräftig zu.
Von Christian von HillerManaged Futures zählen zu den großen Verlierern unter den Hedge-Fonds. Diese besonders auch unter deutschen Privatanlegern beliebten Produkte haben in den vergangenen zwölf Monaten 10 Prozent an Wert verloren, wie aus aktuellen Daten von Credit Suisse Tremont hervorgeht. Allein im laufenden Jahr beträgt das Minus rund 4 Prozent.
Managed Futures sind computergestützte Handelssysteme, die Trends auf einzelnen Märkten ausnutzen. Dabei agieren die Verwalter von Managed Futures meist mit Terminkontrakten - daher der Name „Futures“. Aus den Kursen der Vergangenheit wollen sie den künftigen Kursverlauf ableiten. Meist sind Managed Futures nicht auf bestimmte Märkte beschränkt, sondern agieren im Prinzip auf allen Terminmärkten, von diversen Staatsanleihen bis zu Industriemetallen oder auch Agrarprodukte.
Märkte bewegen sich seitwärts
In der Vergangenheit erzielten Trendfolgeprodukte zum Teil hohe Renditen, als auf den Finanzmärkten ein klarer Aufwärtstrend herrschte. Jetzt jedoch bewegen sich viele Märkte ohne starken Trend seitwärts.
In Deutschland sind Akteure wie Apano, Aquila, Superfund oder Varengold im Vertrieb von Managed Futures stark vertreten. Die Branche kam in den vergangenen Jahren auch deshalb ins Gerede, weil die betrügerische Anlagegesellschaft Phoenix Kapitaldienst vorgab, über Managed Accounts in Managed Futures zu investieren. In der Branche sind Managed Futures auch unter der amerikanischen Berufsbezeichnung Commodity Trading Advisors (CTA) bekannt.
Schlechter funktionierte nur die Wette auf fallende Kurse
Noch schlechter unter den Hedge-Fonds schnitten in den vergangenen zwölf Monaten nur Strategien ab, die auf fallende Aktienkurse setzen. „Equity Short Bias“ heißt die gängige Variante dieser Strategien für Aktien. Bei „Dedicated Short Bias“ geht der Hedge-Fonds-Manager mehr Verkaufs- als Kaufpositionen ein, wobei ein verkaufender Anleger im Finanzjargon „short“ geht und „long“, wenn er neue Positionen eingeht und kauft.
Vor 1990 hatten sich diese Strategie als „Short Only Funds“ etabliert, die ausschließlich auf fallende Kurse setzte. Während der langen Hausse in den neunziger Jahren jedoch sorgte diese Strategie für so großen Frust, dass sie von „Dedicated Short Bias Funds“ abgelöst wurden.
Hedge-Fonds senken Gesamtrisiko
Zu den erfolgreichen Hedge-Fonds-Strategien zählte in den vergangenen Monaten vor allem die Convertible Arbitrage. Dabei werden Kursdifferenzen zwischen einer Wandelanleihe und der Aktie ausgenutzt, in die diese Wandelanleihe getauscht werden kann.
Mit ähnlichen Strategien aus dem Bereich Relativer Wert und Marktneutral wie zum Beispiel Zinsarbitrage konnten die Manager von Hedge-Fonds in den vergangenen Monaten ebenfalls positive Renditen erzielen.
Allerdings blieben Hedge-Fonds insgesamt hinter der Entwicklung der etablierten Aktienmärkte zurück. Während der Hedge Fund Index von Credit Suisse Tremont in den vergangenen zwölf Monaten ein Plus von 17 Prozent verzeichnet, erholte sich der Dax im selben Zeitraum um knapp 50 Prozent.
Verfechter von Hedge-Fonds-Idee verweisen gerne darauf, dass diese Vehikel nicht zwingend die Rendite maximieren, sondern das Risiko minimieren wollen. „Hedge-Fonds senken das Gesamtrisiko im Hinblick auf die Volatilität und den kumulierten Verlust“, sagt Peter Richters, Leiter institutionelle Kunden Deutschland der Union Bancaire Privée.
Alle warten auf die Januar-Zahlen
Zuletzt zogen Anleger Mittel aus Hedge-Fonds ab. Auf 3,8 Milliarden Dollar (rund 2,8 Milliarden Euro) beliefen sich im Dezember 2009 - aktuellere verlässliche Daten liegen noch nicht vor - die Netto-Mittelabflüsse für die gesamte Branche, teilten Trim Tabs Investment Research und Barclay Hedge Anfang Februar mit.
Dabei hatten Hedge-Fonds bis dahin im Verlauf des vergangenen Jahresverlauf unter dem Strich Mittelzuflüsse verzeichnet. Diese Abflüsse führte Sol Waksman, der Vorstandsvorsitzende von Barclay Hedge, denn auch auf saisonale Ursachen zurück. Deshalb werden nun mit Spannung die Januar-Zahlen erwartet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |