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Managed Futures Auf schwerem Weg

17.11.2009 ·  Das Leben für die Verwalter von Managed-Futures-Funds war schon einmal leichter. Besonders auf Trendfolgesystemen basierende Konzepte haben in der aktuellen Marktphase zu leiden.

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Unter jenen Anlegern, die zumindest einen Teil ihres Vermögens mit einem gewissen Hang zum Risiko anlegen, waren Managed Futures in den vergangenen Jahren der Renner. Allerdings sind viele Strategien in der aktuellen Phase an den Finanzmärkten in Schwierigkeiten geraten. Zu diesen zählt auch der AC Pharos Evolution Fund von Aquila Investments, der auf alternative Investments spezialisiert ist.

Der Fonds bleibe derzeit hinter der angestrebten Wertentwicklung zurück, räumt Andreas Stütz, einer der Geschäftsführer der Aquila Capital Institutional GmbH, ein. „Wir haben derzeit wenige klare Tagestendenzen, dabei sind wir jedoch auf Tage mit hohen Kursschwankungen angewiesen“, sagt Stütz. Eine Minus-Rendite von gut 13 Prozent hat das Produkt im laufenden Jahr bisher erlitten, im Krisenjahr 2008 jedoch ein Plus von 25 Prozent geschafft.

Mathematik gegen Märkte

Der Pharos Evolution verfolgt ein Konzept, wie es für Managed Futures typisch ist. Sie kommen aus der Welt der Hedge-Fonds und sollen mit Hilfe von komplexen mathematischen Handelsmodellen und dem fast ausschließlichen Einsatz von Derivaten wie Futures und Optionen eine verlässliche Rendite erzielen - und das weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte. Das wollen sie dadurch erreichen, dass sie nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse setzen.

Die Manager von Managed Futures können im Prinzip in alles investieren, was an Terminmärkten gehandelt werden kann: Aktien, Aktienindizes, Staatsanleihen, aber auch Rohstoffe oder Agrarprodukte. Ähnlich wie Teile des Zertifikatemarktes richten sich Managed Futures an erfahrenere Anleger, die auch größere Verlustpositionen verkraften können.

Auf Preisschwankungen gemünzt

In vielerlei Hinsicht ist der Pharos Evolution typisch für Managed Futures: 2001 wurde das Produkt aufgelegt, wurde von 2006 an erst als Hedge-Fonds in Deutschland vertrieben und seit 2009 als regulierter Investmentfonds, der wie handelsübliche Publikumsfonds die Vorschriften der europäischen Richtlinie Ucits III einhält. Das Besondere am Pharos Evolution ist, dass er ausschließlich Preisschwankungen innerhalb eines Handelstages ausnutzen will. Gegen 22 Uhr mit Handelsschluss an der Wall Street gehe Aquila aus dem Markt und steige gegen 1 Uhr mit Eröffnung der asiatischen Märkte wieder ein.

Die Investitionen überlässt Aquila jedoch nicht der Willkür von Fondsmanagern, sondern hat - wie es typisch für Managed Futures ist - ein computergestütztes, regelbasiertes Handelssystem aufgebaut, das die Märkte automatisch nach Handelschancen durchleuchtet und innerhalb vorgegebener Regeln selbständig agiert. Damit verfolgt das Produkt eine klassische Trendfolge-Strategie: Dabei wird versucht, früh Kurstrends zu erkennen und einzusteigen, um an diesen, so gut es geht, teilzuhaben.

Ohne Trend orientierungslos

Dabei ist es unerheblich, ob der Trend steigt oder fällt. „Die Strategie ist voll automatisiert“, sagt Stütz. Das Risikomanagement stelle Kapitalsicherung vor Gewinnmaximierung und vermeide Risiken über Nacht. Im Prinzip könne der Pharos Evolution in alles investieren, auch in Futures auf Anleihen oder Devisen. Doch derzeit sei der Fonds vor allem in Aktien und Rohstoffen aktiv.

Neben Apano und Aquila ist auch die Varengold Wertpapierhandelsbank am Markt für Managed Futures in Deutschland aktiv. Allerdings tut sich auch Varengold derzeit mit einigen Produkten schwer. So hat der HI Varengold CTA Hedge im Oktober ein Minus von 0,7 Prozent erlitten. Das Produkt verfolgt verschiedene Unterstrategien, die für Managed Futures typisch sind. Wie auch das Aquila-Produkt tut sich Varengold derzeit besonders schwer mit der Trendfolge-Strategie, weil sich seit Monaten kein klarer Trend mehr an vielen Finanzmärkten herausgebildet hat. So hat die Trendfolge-Strategie im Varengold-Produkt im Oktober 1,3 Prozent und damit überproportional verloren.

Das Ziel, das Managed Futures verfolgen, hält Stütz nach wie vor für richtig: „Aktien und Renten haben ihre beste Zeit hinter sich“, glaubt der Finanzfachmann. „Die Anleger brauchen unabhängige Erträge, die nicht von der Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte abhängen und die ihnen eine zusätzliche Rendite bringen.“ Doch damit das Konzept der Managed Futures aufgeht, brauchen ihre Anbieter so rasch wie möglich einen klaren Trend an den Finanzmärkten, an dem sie teilhaben können. Längere Phasen der Unentschlossenheit sind Gift für diese Risiko-Produkte.

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