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Liquiditätsschwierigkeiten Fondsschließungen lassen Anleger ungerührt

22.01.2009 ·  Drei Immobilienfonds haben inzwischen angekündigt, auch in den kommenden Monaten keine Anteile ihrer rückzugswilligen Anleger zurück zu nehmen. Weitere liquiditätsschwache Fonds werden diesem Beispiel folgen. Eine neue Vertrauenskrise hat das Vorgehen aber nicht ausgelöst.

Von Steffen Uttich
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Die rückzugswilligen Anleger in den seit Ende Oktober wegen Liquiditätsschwierigkeiten geschlossenen Immobilienfonds werden auf eine Auszahlung ihrer Anteilsscheine noch einige Zeit warten müssen. Nachdem die ersten drei Anbieter über ihr weiteres Vorgehen in der laufenden Krise entschieden haben, zeichnet sich inzwischen ein Trend ab. Die Geschäftsführungen des Credit Suisse Euroreal, des Morgan Stanley P2 Value und des TMW Immobilien Weltfonds haben ihren Kunden inzwischen mitgeteilt, die Schließungsphase auf weitere neuen Monate auszudehnen - auch wenn alle drei Anbieter gleichzeitig betonen, diesen Zeitraum nicht komplett ausschöpfen zu wollen.

„In den letzten zweieinhalb Monaten hat sich das Marktumfeld noch nicht weit genug beruhigt, um ausreichend Liquidität für die Öffnung des Fonds zu generieren“, begründete der Credit-Suisse-Geschäftsführer Karl-Heinz Heuß seine Entscheidung und gab damit die Tonlage vor. Die anderen Anbieter, die sich noch bis Ende Januar äußern müssen, geraten damit unter Zugzwang. Eine Entscheidung der einstigen Immobilienfondsgesellschaft der Dresdner Bank, Degi, wird noch in dieser Woche erwartet. Danach dürfte sich die Geschäftsführung des unter Privatanlegern weit verbreiteten SEB Immoinvest äußern. Der Fondsanbieter Kan-Am, der im vergangenen Oktober als erster keine Anteile mehr zurücknahm, signalisierte bereits, mit seiner Entscheidung bis kurz vor Ablauf der Frist in der kommenden Woche warten zu wollen.

Anleger reagieren gelassen

Aus Branchenkreisen ist inzwischen zu hören, dass das Pendel immer stärker in Richtung verlängerter Schließungen ausschlägt. Anlegern in wieder geöffneten Fonds wird mit den weiter geschlossenen Fonds deutlich vor Augen geführt, dass die Krise weiterhin schwelt, heißt es. Sie könnten sich deshalb veranlasst sehen, auf Nummer Sicher zu gehen und lieber doch ihr Geld abzuziehen. Dies würde im schlimmsten Fall zu einer abermaligen Aussetzung der Rücknahme von Fondsanteilen führen - ein Szenario, das alle Beteiligten unbedingt vermeiden wollen.

In den Immobilienfonds, die über die vergangenen Monate den normalen Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten konnten, haben die Anleger gelassen auf das jüngste Ereignisse bei den Krisenfonds reagiert. So lag die Nettoliquidität im Grundbesitz Global der Deutschen Bank sowohl am Tag vor der Entscheidung der Credit Suisse, die Schließungsphase zu verlängern, als auch danach bei knapp 19 Prozent, teilte ein Konzernsprecher mit. Im Grundbesitz Europa stieg sie gleichzeitig sogar von 28 auf 31 Prozent. Begründet wird dieses Phänomen mit der Wiederanlage der zuvor erfolgten Ausschüttung. Im Haus der Deutschen Bank wird dies als positives Signal gewertet. Die Anleger hätten das Geld schließlich auch behalten können.

Zuflüsse liegen über den Abflüssen

Auch die Immobilienfondsgesellschaft der Commerzbank, Commerz Real, berichtet über keine nennenswerten Bewegungen in der Liquiditätsausstattung. Sie hat mit dem Hausinvest Europa den größten offenen Immobilienfonds in ihrer Produktpalette (siehe Grafik). Sowohl in der vergangenen Woche als auch in dieser Woche habe die verfügbare Liquidität 19 Prozent betragen. Schon seit Dezember würden die Zuflüsse an Anlegergeld über den Abflüssen liegen, sagte ein Sprecher.

„Die Entscheidung der Wettbewerber, die offenen Immobilienfonds für weitere neun Monate geschlossen zu halten, hat auf die Immobilienfonds unseres Hauses keine Auswirkungen“, heißt es aus der Deka-Immobilienfondsgesellschaft der Sparkassen. Die aktuelle Liquiditätsquote der Fonds liege nach erfolgter Ausschüttung Anfang Januar zwischen 15 und 30 Prozent - also je nach Fonds innerhalb oder sogar oberhalb des Zielkorridors von 10 bis 20 Prozent. Den Uni-Immo-Fonds der Genossenschaftsbanken fließt nach Angaben eines Sprechers seit Anfang Dezember im Durchschnitt ein einstelliger Millionenbetrag zu. Daran habe sich in den vergangenen Tagen nichts geändert.

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Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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