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Lehman-Sicherheiten Mehr wert als befürchtet

 ·  Die Euronotenbanken kommen wahrscheinlich ohne Verlust aus der Abwicklung des Lehman-Sicherheiten. Grund für diese unerwartet günstige Entwicklung ist auch die Erholung des Verbriefungsmarkts.

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Die Notenbanken des Euroraums werden mit einem blauen Auge die Abwicklung der Lehman-Sicherheiten abschließen. Am Mittwoch kündigte die Bundesbank an, dass die ursprüngliche Forderung von 8,5 Milliarden Euro aus Notenbankkrediten, die an die deutsche Tochtergesellschaft der amerikanischen Bank Lehman Brothers vergeben worden waren, aller Voraussicht nach vollständig beglichen wird. Vermutlich wird es sogar einen kleinen Mehrertrag geben.

Als im Herbst 2008 Lehman Brothers auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zahlungsunfähig war, gingen die Sicherheiten, mit denen die Notenbankkredite gedeckt waren, in den Besitz der Bundesbank über, die das Geld verliehen hatte. Die Risiken tragen die Europäische Zentralbank (EZB) und die 17 nationalen Notenbanken des Euroraums gemeinsam. Nun sieht es nach einem glimpflichen Ausgang aus. Die Bundesbank hat bislang 8,16 Milliarden Euro erhalten. Es bleibt eine Restforderung von 1,1 Milliarden Euro, die vornehmlich aus seit der Insolvenzeröffnung aufgelaufenen Zinsen stammen.

Die zu erwartende Verwertungsquote der Lehman-Insolvenzverwalter dürfte so hoch sein, dass mindestens noch die knapp 350 Millionen Euro erzielt werden, die zur Deckung der ursprünglichen Forderung von 8,5 Milliarden Euro fehlen. Allerdings haben dafür die Sicherheiten allein nicht ausgereicht. Ihr Verkauf brachte nur 7,4 Milliarden Euro. Gleichwohl sagte der für die Abwicklung zuständige Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel, die Abwicklung sei unter den Umständen der Finanzkrise gut gelungen.

Verbriefungen von Verbriefungen

Die Lehman-Sicherheiten bestanden aus 33 Verbriefungen mit zum Teil extrem verschachtelten Strukturen, darunter auch Verbriefungen von Verbriefungen. Kreditverbriefungen, im Englischen als Asset Backed Securities (ABS) bezeichnet, zählten zu den Auslösern der Finanzkrise, weil sie oft mit Krediten minderer Qualität besichert waren. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, als Lehman zahlungsunfähig wurde, war das gesamte Marktsegment in Verruf geraten, weil niemand sich mehr zutraute, die Papiere richtig zu bewerten.

Entsprechend illiquide war der Markt und entsprechend groß die Kursverluste. Da es für viele ABS-Wertpapiere gar keinen Handel mehr gab, waren die Aufsichtsbehörden gezwungen, den Banken und anderen Investoren anstatt der Bilanzierung zu Marktkursen die Bewertung über Modelle auf Basis erwarteter Zahlungsströme zu erlauben.Vorsichtshalber bilanzierte die Bundesbank deshalb die Lehman-Sicherheiten zunächst mit nur 55 Cent je Euro Nennwert.

In der eigenen Bilanz wurden 1,7 Milliarden Euro für „Geschäftspartnerrisiken aus geldpolitischen Operationen im Euro-System“ zurückgestellt. Das gesamte System der Euronotenbanken bildete Rückstellungen von 5,6 Milliarden Euro. Diese konnte im Laufe der vergangenen Jahre reduziert werden. Ende 2011 betrugen sie noch 948 Millionen Euro und Ende 2012 rund 300 Millionen Euro. Auch diese Rückstellung dürfte bald aufgelöst werden.

Voraussetzung für diese - aus Sicht des Jahres 2008 - unerwartet günstige Entwicklung ist die Erholung der Verbriefungsmärkte. Seit der Finanzkrise sind die Risikoaufschläge (Spreads) für Verbriefungen sowohl in Europa als auch in den Vereinigten Staaten deutlich gesunken. Hatte sich der Risikoaufschlag, also der Renditeabstand zum risikolosen Marktzins, für ABS-Papiere, die mit gewerblichen Immobilienkrediten in Amerika besichert sind, Anfang 2010 auf mehr als 2,5 Prozentpunkte belaufen, liegt er inzwischen auf weniger als einem Prozentpunkt.

Der Renditerückgang, der mit Kursgewinnen einhergeht, ist auch für europäische Verbriefungen zu beobachten. Investoren haben im aktuellen Niedrigzinsumfeld Verbriefungen als Anlageform wieder zu schätzen gelernt. Dennoch ist das Emissionsvolumen deutlich eingebrochen. Waren vor der Finanzkrise in Europa noch 500 Milliarden Euro an Verbriefungen plaziert worden, ist das Volumen im vergangenen Jahr nach Zählung der DZ Bank auf 227 Milliarden Euro zurückgegangen.

Davon wurden aber nur 86 Milliarden Euro auf dem Markt verkauft. Den überwiegenden Rest behalten die Banken ein, um die Papiere später als Pfand bei den Notenbanken einzureichen.

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