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Kupon-Zertifikate Die Anleger suchen einen Ersatz für ihr Festgeld

29.09.2009 ·  Investoren bekommen auf ihre Fest- und Tagesgeld-Einlagen nur noch magere Zinsen. Dem hat sich die Zertifikatebranche angenommen und bietet nun mit Produkten mit Kuponzahlung eine Alternative.

Von Daniel Mohr
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Die Zeiten, als die Anleger auf ihren Tagesgeld- oder Festgeldkonten noch 5 Prozent Zinsen bekamen, sind längst vorbei. Nach und nach sind die meisten Zinsgarantien ausgelaufen, und viele Anleger erhalten nunmehr rund ein Prozent Zinsen auf ihr Geld. Nach Daten der FMH-Finanzberatung wurden für 5000 Euro auf einem Tagesgeldkonto vor einem Jahr im Durchschnitt noch 3,5 Prozent Zinsen gezahlt.

Heute bieten dies noch allenfalls kurzzeitig einzelne Anbieter mit Lockangeboten für Neukunden. Andernfalls sind gerade einmal höchstens 2,5 Prozent zu erzielen, im Durchschnitt sind es nurmehr 1,36 Prozent. Legt der Anleger sein Geld für ein Jahr fest an, bekommt er dafür durchschnittlich nur 1,42 Prozent Zinsen, vor einem Jahr waren es nach FMH-Berechnungen im Mittel knapp 5 Prozent.

Stufen- und andere Zinsen gefragt

Da die meisten Anleger ihr Geld jedoch nach wie vor nicht dem Auf und Ab der Aktienmärkte aussetzen wollen, sind vergleichsweise sichere Alternativen gefragt. So berichten Zertifikateanbieter über ein reges Geschäft mit Produkten mit garantiertem Kapitalerhalt und einer Zinsgarantie. Basierten vor einem Jahr noch knapp 80 Prozent der Zertifikate auf der Entwicklung von Aktien oder Aktienindizes, sind es nach der jüngsten Statistik des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) nun nicht einmal mehr 60 Prozent. Der Anteil der Zertifikate mit Basiswert „Renten“, zu denen auch die Zertifikate mit regelmäßigen Zinszahlungen gehören, kletterte hingegen von 16 auf 37 Prozent.

Ein typisches Zinsprodukt ist eine Stufenzinsanleihe von Morgan Stanley mit einer Laufzeit von sechs Jahren. Der Anleger erhält zunächst eine Verzinsung von 3,2 Prozent, die sukzessive bis auf 3,4 Prozent im fünften Jahr steigt und im sechsten Jahr je nach dem dann herrschenden allgemeinen Zinsniveau 4 oder 4,5 Prozent beträgt.

Der Anleger muss diese Papiere, die sich vom 12. Oktober an im Börsenhandel befinden, jedoch nicht bis zum Ende behalten. Er kann sie unter der Isin DE000MS0J3G3 jederzeit wieder verkaufen, allerdings kann der Kurs dann möglicherweise zwischenzeitlich unter dem Einstandspreis liegen. Die Kapitalgarantie gilt nur zum Ende der Laufzeit. Auch muss der Anleger beachten, das er mit einer solchen Stufenzinsanleihe ein Zertifikat erwirbt, dass als Schuldverschreibung im Falle der Insolvenz von Morgan Stanley wertlos verfallen kann.

Mit keinem und kleinem Kursrisiko

Eine höhere Verzinsung bietet Barclays mit seiner Mitte September emittierten „Anleihe“ (Isin DE000BC0AXX8 ). Das Zertifikat mit einer Laufzeit von 6,5 Jahren wird mit 4 Prozent im Jahr verzinst. Ein sehr reger Emittent von Zinsprodukten ist auch der Marktführer in Deutschland bei Zertifikaten, die Deutsche Bank. Mittlerweile befindet sich die Stufenzinsanleihe Nummer 42 im Handel (Isin DE000DB0WL71). Die Anleger erhalten hier in den ersten beiden Jahren eine Zinszahlung von je 3,5 Prozent, in den beiden Folgejahren je 3,55 Prozent und in den letzten beiden Jahren je 3,6 Prozent. Auch hier ist zum Laufzeitende eine Rückzahlung des Nennwertes garantiert. An Kosten fällt der Unterschied zwischen dem An- und Verkaufskurs der Zertifikate an. Dieser Spread beträgt hier ein Prozent.

Für Anleger, die zu einem kleinen Aktienkursrisiko bereit sind, gibt es auch einige Produkte, die den vollständigen Kapitalerhalt garantieren, bei entsprechendem Kursverlauf an den Aktienmärkten jedoch eine höhere Rendite, ermöglichen als reine Zinsprodukte. So können Anleger mit der Eurostoxx-50-Anleihe 2014 der Deutschen Bank (Isin DE000DB0WM88) eine Rendite von knapp 7 Prozent im Jahr erreichen. Das Zertifikat mit fünf Jahren Laufzeit bietet eine Partizipation an einem steigenden Eurostoxx 50 bis zu einer Obergrenze von 140 Prozent von heute an gerechnet.

Der Börsenhandel des Zertifikats beginnt an diesem Mittwoch. Sollte sich der europäische Aktienindex in fünf Jahren verdoppelt haben, erhält der Anleger dennoch maximal eine Rendite von 40 Prozent. Halbiert sich der Aktienindex hingegen bis zum Herbst 2014, dann erhält der Anleger sein Kapital dennoch komplett zurück. Er hat es dann allerdings in fünf Jahren auch nicht vermehrt. Überdies ist der Eurostoxx 50 ein Kursindex, der Dividendenzahlungen der Aktiengesellschaften nicht berücksichtigt. Sie fließen dem Zertifikateemittenten zu und dienen der Finanzierung des Auszahlungsmechanismus.

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Jahrgang 1978, Redakteur in der Wirtschaft.

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