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Kritik an Fondsmanager : Harvard-Stiftungsfonds läuft der Konkurrenz hinterher

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Spitzenmäßig ist beim Harvard-Investmentfonds seit einiger Zeit offenbar nur noch die Bezahlung der Stiftungs-Manager. Bild: Reuters

Die Vermögensverwaltung der reichsten Universität der Welt - Harvard - ist eigentlich für ihre clevere Geldanlage berühmt. Doch zuletzt gerieten die teuer bezahlten Fondsmanager in die Kritik.

          Über Jahrzehnte war Harvards Stiftungsfonds mit seinen ausgefallenen Anlagestrategien ein Star am Finanzmarkt, jetzt läuft er der Entwicklung hinterher. Die amerikanische Eliteuni zahlt den Managern hohe Gehälter für unterdurchschnittliche Renditen. Der über 36 Milliarden Dollar schwere Harvard Endowment Fund hat im Geschäftsjahr 2014 bis Ende Juni 15,4 Prozent Ertrag abgeworfen, wie die Universität mit dem weltweit größten Stiftungsvermögen in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Das ist bestenfalls Mittelmaß - der amerikanische Aktienindex S&P 500 brachte im gleichen Zeitraum eine Rendite von etwa 25 Prozent ein.

          Zwar profitierte Harvard auch vom Aktienboom, allerdings setzt der Fonds traditionell stark auf sogenannte alternative Investments wie Hedgefonds-Anteile, Private Equity, Rohstoffe oder Landbesitz. Damit war man lange Zeit erfolgreich - viele Investmentfirmen versuchten, die Strategie zu kopieren. Über die letzten 40 Jahre hat der Fonds eine relativ stabile Rendite von 12,3 Prozent erwirtschaftet. In der Krise 2009 gab es allerdings massive Verluste.

          Spitzenmäßig war seitdem offenbar nur noch die Bezahlung der Stiftungs-Manager - eine Gruppe von Harvard-Absolventen hat sich deshalb erst kürzlich beschwert. Laut Daten des Finanzdienstes Bloomberg zahlte die Uni im Geschäftsjahr 2013 Gehälter, Boni und Sonderleistungen über 132,8 Millionen Dollar - das entspreche trotz eher durchwachsener Performance einer Verdopplung seit 2010. Außerdem soll die Zahl der zur Vermögensverwaltung angestellten Anlagespezialisten seit 2009 deutlich gestiegen sein. Jane Mendillo, die das Fondsmanagement verantwortet, wird ihren Posten zum Jahresende abgeben.

          Auch den Stiftungsfonds anderer großer amerikanischer Universitäten hing Harvard im vergangenen Geschäftsjahr hinterher. So hat beispielsweise der Fonds des renommierten Massachusetts Institute of Technology 19,2 Prozent Rendite erzielt. Die Universität von Pennsylvania schaffte ein Plus von 17,5 Prozent. Andere große Akteure wie die ebenfalls für ihre besondere Anlagestrategie bekannte Yale-Universität oder Columbia und Princeton haben ihre Zahlen noch nicht vorgelegt.

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